Zecken können Borreliose und FSME übertragen.

Zecken-Alarm - Borreliose und FSME-Fälle nehmen zu - Das solltet ihr jetzt wissen

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Seit Jahren verzeichnen Ärzte einen rapiden Anstieg an Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. 2018 erreichte die Zahl an registrierten FSME-Fällen den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Dennoch sollte niemand in Panik verfallen. Alles Wissenswerte rund um das Thema Zecken erfahrt ihr hier.

Im Grunde gibt es drei wichtige Fragen:

  • 1. Wie kann man sich schützen?
  • 2. Wie hoch ist die Wahrscheinlich einer Infektion?
  • 3. Was ist bei einem Zeckenbiss zu tun?

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Borreliose-Infektion erst nach 24 Stunden

Zecken können Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Zeckenbiss eine Infektion zur Folge hat. So tragen ungefähr ein Drittel aller Zecken Borrelien in sich.

Diese Bakterien sammeln sich im Darm der Spinnentiere. Bei einem Stich dauert es 24 Stunden bis die Erreger ins menschliche Blut übergehen. Wird die Zecke vorher entfernt, besteht auch bei einem infizierten Tier keine Gefahr. Voraussetzung ist allerdings, dass der Blutsauger fachgemäß entfernt wird. (siehe unten)

Borreliose-Infektion oft schwer erkennbar

Experten rechnen laut dem "SWR Marktcheck" mit rund 100.000 Borreliose-Patienten pro Jahr. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, ist sie mit Hilfe von Antibiotika gut heilbar. Die Krux ist allerdings, dass Patienten den Zeckenbiss oft nicht bemerken und zeitversetzt auftretende Symptome deshalb auch nicht mit einer Zecke in Verbindung bringen.

Zu einem typischen Symptom gehört die sogenannte Wanderröte, eine kleine ringförmige Hautrötung mit hellem Mittelpunkt um die Stichstelle. Bei 90 Prozent aller Patienten ist diese erkennbar. Weitere Anfangsbeschwerden sind eher unspezifisch oder ähneln Grippesymptomen: Fieber, Müdigkeit etc. Manchmal treten Symptome auch erst Monate oder gar Jahre später auf, was eine Diagnose weiter erschwert. Einen wirksamen Schutz vor Borreliose in Form einer Impfung gibt es nicht.

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Impfung schützt vor FSME

Anders verhält es sich beim FSME-Virus. Eine Impfung schützt sicher vor einer Erkrankung, deshalb wird die Immunisierung vom Robert-Koch-Institut auch vor allem für Menschen in Risikogebieten (im Süden Deutschlands) empfohlen.

Die Impfung gilt gemeinhin als gut verträglich und wird von den Krankenkassen bezahlt. Sie sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Trotzdem muss jeder einzelne den Nutzen und die Risiken hinsichtlich der Nebenwirkungen selbst abwägen.

5 Prozent der Zecken tragen FSME-Virus in sich

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erkrankten 2018 bundesweit 583 Patienten an FSME. Das sind 100 Fälle mehr als noch im Jahr davor und die höchste Zahl seit Einführung der Meldepflicht 2001.

Insgesamt sind 5 Prozent aller Zecken mit FSME infiziert. Weil sich die Viren im Speichel der Tiere befinden, werden sie unmittelbar mit dem Stich übertragen. Trotzdem erkrankt nicht jede Person nach einem Biss einer infizierten Zecke. Nur 10 bis 30 Prozent der Patienten weisen Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Bei einem Drittel klingen diese nach wenigen Tagen wieder ab.

Ausgebrochene Meningitis in vielen Fällen tödlich

70 Prozent der Erkrankten erleiden nach etwa einer fieberfreien Woche einen zweiten Fiebergipfel mit bis zu 40 Grad Celsius, Kopfschmerzen und Zeichen einer Gehirn- bzw. Hirnhautbeteiligung. Diese Symptome können über mehrere Monate anhalten. Bei jedem zweiten dieser Patienten kommt es zur Meningitis und bei 40 Prozent zur Meningoenzephalitis. Diese Erkrankung geht mit schweren Bewusstseinsstörungen und Lähmungen bis hin zu Atemlähmungen einher.

Die Prognose bei den schweren Verläufen ist schlecht, denn eine vollständige Heilung gibt es in dieser Phase selten. Laut einer Studie, über die die "Münchener Medizinische Wochenzeitschrift" (2014) berichtete, erholten sich nur 20 Prozent der Patienten vollständig, 50 Prozent behielten neurologische Funktionsstörungen zurück, 30 Prozent starben.

Zecken richtig entfernen

Das zügige und fachmännische Entfernen einer Zecke ist das A und O. Um eine Borreliose-Infektion, sollte die Zecke rasch mit einer Pinzette oder einem speziellen Instrument gerade herausgezogen werden.

  • 1. Zecke im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut greifen
  • 2. Auf keinen Fall am Körper quetschen, da sonst die Erreger in den Wirt gedrückt werden
  • 3. Wunde desinfizieren und gegebenenfalls von einen Arzt überprüfen lassen
  • 4. Zecke nicht mit Öl, Klebstoff oder Nagellack bedecken. Dies würde nur das Risiko einer Infektion erhöhen

Zecken richtig entsorgen

Zecken sind sehr widerstandsfähig. Sie können zwei Wochen ohne Wirt existieren und überleben selbst einen 40-Grad-Waschgang. Es ist daher wichtig, sie richtig zu entsorgen. Dafür müssen sie sicher abgetötet werden.

Auf keinen Fall sollten man Zecken im Waschbecken oder im WC runterspülen. Die Spinnentiere können bis zu 30 Tagen unter Wasser überleben. Auch Zerquetschen oder Zertreten ist keine gute Lösung, da sich mögliche Eier in der Gegend verteilen könnten. Wirksame aber teils brachiale Alternativen sind:

  • 1. Zecke mit einem Insektizid besprühen
  • 2. Zecke in 40-prozentigem Alkohol werfen
  • 3. Zecke anzünden
  • 4. Zecke mit einem scharfen Messer den Kopf abtrennen
  • 5. Zecke in Papier einwickeln und behutsam mit einem festen Gegenstand zerdrücken


ÜBRIGENS: Zecken fallen nicht von Bäumen und springen auf ihre Opfer. Sie lauern im hohen Gras und niedrigen Büschen und krallen sich einfach fest. Bevor sie stechen, betäuben sie die Haut. Deshalb bekommt man einen Zeckenbiss meist gar nicht mit. Wichtig ist daher, sich nach einem Aufenthalt in der Natur gründlich abzusuchen.

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2 Kommentare

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Zecken klettern doch auf Büsche und Bäume, und lassen sich auch von dort auf den Wirt fallen. Alles andere ist schlichtweg falsch. Ich erlebe es jedes Jahr mehrfach!!
Toller informativer Artikel, bis auf die Bäume stimmt alles. Wir saßen mal auf Bierbänken und bei meiner damals kleinen Tochter (die im Klemmsitz unterm Baum saß) sprang eine Zecke in den Nacken und biss sich dort fest.
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