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Es geht natürlich nicht nur um den Hund: In dem neuen Kinofilm "Und wer nimm ...

Scheidungsstreit um Haustiere: Wer darf den Hund bei einer Trennung behalten? 🐶

News Team
Von News Team

Die neue Scheidungskomödie, die gerade im Kino angelaufen ist, bringt das Dilemma bereits im Titel auf den Punkt: "Und wer nimmt den Hund?" heißt der Film, in dem Martina Gedeck und Ulrich Tukur einen bitterbösen Trennungskrieg auskämpfen. Das ist trotz aller Tragik sehr komisch - und glänzend gespielt.

Doch wer nimmt denn nun eigentlich den Hund? Nicht auf der Leinwand, sondern im echten Leben - wenn zwei Menschen sich trennen?

Trailer: Und wer nimmt den Hund?

Denn auch um Hunde, Katzen und andere Haustiere wird mitunter heftig gestritten.

"Bei Scheidungsverfahren werden Haustiere und damit auch Hunde, Katzen, Pferde oder Papageien als Haushaltsgegenstände bewertet", so die Rechtsexperten der Stiftung Warentest. Was bedeutet: Ebenso wie Fernseher, der Hochleistungsmixer oder das Auto gehören Tiere, die während einer Ehe angeschafft wurden, beiden Partnern.

Im Video:

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Es mag herzlos klingen, doch in dem Fall zählen Tiere zum Haurat. Und der muß, so will es der Gesetzgeber, bei einer Trennung fair geteilt werden. Fair bedeutet: Mit Blick auf den finanziellen Wert darf dabei keiner der Partner über den Tisch gezogen werden. Bei einer ungleichen Verteilung sind Ausgleichszahlungen möglich.

Das Tier geht mit dem Besitzer

Wurde das Tier vor der Eheschließung von einem Partner angeschafft, geht das Tier mit ihm oder ihr. Ähnlich sieht das bei unverheirateten Paaren aus. Hier gilt derjenige als der Besitzer, der im Kaufvertrag genannt ist.

Etwas komplizierter ist es in dem Fall, dass der Hund einem Partner geschenkt wurde. Gibt es darüber Streit, müssen mitunter Gerichte entscheiden - und Zeugen ran, die beweisen, wer den Vierbeiner bekommen hat.

Wenn ein Tier eindeutig einem Partner zugeordnet werden kann, hat der andere keinen Anspruch auf ein Leben mit ihm

heißt es bei der Stiftung Warentest.

Ein Umgangsrecht gibt es bei Tieren zwar nicht. Doch Paare können dies freiwillig vereinbaren - ebenso wie Unterhaltszahlungen. In dem Fall raten die Rechtsexperten, die Vereinbarung schriftlich und möglichst detailliert zu fixieren. Vor allem auf diese Punkte achten: Wer darf den Hund wie oft sehen? Wer trägt mögliche Tier­arzt­kosten? Wie ist die Unterbringung während der Urlaube geregelt?

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Zwar gelten Haustiere juristisch als Haushaltsgegenstände. Doch manchmal können sie selbst entscheiden, bei wem sie leben möchten.

Wenn der Hund selber entscheiden darf

Im Fall der Malteserhündin "Babsi" war das so. Als sich Frauchen und Herrchen trennten, erhoben beide Anspruch auf das Tier. Die Sache landete schließlich vor Gericht.

Und genau dort fiel buchstäblich die Entscheidung: Die Richter des Oberlandesgerichts Stuttgart wollten die Hündin selbst entscheiden lassen. Sie ließen sie im Gerichtssaal von der Leine.

"Babsi" steuerte schnurstracks auf ihr Frauchen zu und setzte sich auf deren Schoß. Für die Richter war damit die Entscheidung klar: Die Hündin durfte bei der Frau bleiben (Ober­landes­gericht Stutt­gart. Az. 18 UF 62/14).

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