Braima Suncar Dabo (r.) schleppte Jonathan Busby bei der Leichtathletik-WM i ...

Berührende Geste bei Leichtathletik-WM: Läufer schleppt völlig entkräfteten Kontrahenten ins Ziel

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Von News Team

Vor der Leichtathletik-WM in Katar galten die beiden Läufer als absolute Außenseiter, doch schon jetzt gehören sie zu den Gewinnern des Wettkampfs - ohne eine Medaille gewonnen zu haben.

Der Grund dafür ist eine großzügige sportliche Geste des Läufers Braima Suncar Dabo aus dem afrikanischen Guinea-Bissau: Im Vorlauf über 5000 Meter half der seinem völlig entkräfteten Kontrahenten Jonathan Busby von der Karibikinsel Aruba über die Ziellinie.

Und nicht nur das: Er schleppte den Sportkameraden auch über die letzte halbe Runde.

Das Publikum jubelte und sprang begeistert von den Sitzen auf.

Im Ziel ließ er dem entkräfteten Gegner sogar den Vortritt - und schob ihn wenige Sekunden vor sich selbst über die Ziellinie. Mit 18:10,68 und 18:10,87 erzielten die Außenseiter immerhin ihre jeweilige Bestzeit.

Im Video:

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Damit erreichten die beiden, die noch nie zuvor bei einem offiziellen 5000-Meter-Rennen dabei gewesen waren, zwar weit hinter dem Gewinner das Ziel. Selemon Barega aus Äthiopien hatte das Rennen rund fünf Minuten zuvor beendet.


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"Wir brauchen mehr solche Sportler"

Doch die Szene begeistert seitdem nicht nur die Sportwelt. In den sozialen Medien überschlugen sich die User am Samstag vor Lob: "Wir brauchen mehr solche Sportler", schrieb ein Fan auf Twitter. "Wahrer Sportsgeist: wenn neben dem unbedingten Willen zur Bestzeit auch Herz und Mitgefühl nicht auf der Strecke bleiben. Großartig", eine andere.

Als Jonathan Busby (l.) fast zusammenbricht, greift ihm Braima Suncar Dabo unter die Arme
Twitter/NBC Sports/ScreenshotAls Jonathan Busby (l.) fast zusammenbricht, greift ihm Braima Suncar Dabo unter die Arme

Einige Experten sehen in der berührenden Szene bereits das "Bild des Jahres 2019".

Weltverband reagiert knallhart

Trotz soviel Ruhm und Ehre für die Außenseiter: Der Leichtathletik-Weltverband IAAF reagierte knallhart und gemäß den Statuten. Einer Regel zufolge dürfen die Sportler keine unerlaubte Hilfe nutzen. Doch das sei im Fall von Busby so gewesen. Die Folge: Der Läufer von der Karibikinsel wurde von dem Rennen disqualifiziert.

"Ich wollte ihm einfach nur helfen, das Ziel zu erreichen"

Das sei eine "Schande", schreibt ein Nutzer auf Twitter, "das wäre die Chance gewesen, großen Sportsgeist zu ehren".

Was brachte den Afrikaner zu der großen Geste? "Ich wollte ihm einfach nur helfen, das Ziel zu erreichen. Ich denke, jeder hätte es genauso gemacht", sagte Dabo. Busby habe sich bei ihm bedankt.

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