Sugar-Daddy-Beziehung: Geliebte (35) hat Anspruch auf Lohn, Urlaub und Arbeitszeugnis

Sugar-Daddy-Beziehung: Frau (35) hat Anspruch auf Lohn, Urlaub und Arbeitsze ...
Sugar-Daddy-Beziehung: Frau (35) hat Anspruch auf Lohn, Urlaub und ArbeitszeugnisFoto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Hamm/Bochum (Nordrhein-Westfalen). Sie brauchte finanzielle Unterstützung, er wollte ein bisschen Gesellschaft und Sex zweimal in der Woche. Um nicht aufzufallen, schlossen die beiden einen Putzhilfevertrag. Doch weil es nur selten zum intimen Austausch kam, kündigte er ihr fristlos. Die Frau klagte dagegen - und bekam nun recht.

Zu der Vereinbarung war es im Sommer 2017 gekommen. Über eine ehemalige Angestellte hatte der Angeklagte die 35-jährige dreifache Mutter und polnische Staatsbürgerin kennengelernt. Die Frau suchte einen „Sugar Daddy“, der sie finanziell unterstützte. Als Gegenleistung bot sie Geschlechtsverkehr an. Für 460 Euro im Monat stellte er sie ein.

Acht Monate lang zog sich die Beziehung hin. Geschlechtsverkehr gab es nicht wie vereinbart jede Woche, sondern im Schnitt zwei- bis dreimal im Monat. Der Mann beschwerte sich zwar, zeigte sich aber zufrieden mit der Situation. Auch Taschengeld, einen Mietzuschuss sowie seinen BMW X1 und 20.000 Euro für Reisen stellte er der Polin zur Verfügung.

Kein Geschlechtsverkehr, kein Geld

Doch dann gab es im Januar 2018 plötzlich Streit zwischen den beiden. Weil die Frau angeblich krankheitsbedingt nicht zur „Arbeit“ erschien und eine sexuelle Beziehung schließlich ablehnte, stellte der Mann die Zahlungen ein und stelle sie mit sofortiger Wirkung frei. Sie klagte dagegen - und verlangte neben zwei Monatslöhnen auch Urlaubsgeld und ein Arbeitszeugnis.

Scheinvertrag ist „sittenwidrig“

Vor Gericht argumentierte der Angeklagte, der Arbeitsvertrag sei wegen des nicht deklarierten, eigentlichen Zwecks der Beziehung sittenwidrig und so ungültig. Den Haushalt würde im Übrigen seine Schwester verrichten und nicht die Klägerin. Auch weil sich die Frau nicht wie vereinbart zur Verfügung gestellt habe, habe sie keinen Anspruch auf die Zahlung.

Gericht: Sugar Daddy muss zahlen

Das Landesarbeitsgericht in Hamm entschied nun in zweiter Instanz, der Angeklagte müsse der Frau sowohl den Lohn für zwei Monate als auch Urlaub bezahlen. Nach dem Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes sei der Vertrag nicht sittenwidrig und daher gültig. Außerdem müsse er ihr ein Arbeitszeugnis ausstellen. Was darin stehen soll, ließ das Gericht jedoch offen.

(feb)

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