"Wenige haben soviel Glück im Leben" - Rad-Ikone Michael Bonney nimmt mit bewegenden Worten Abschied

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Einen Tag bevor er sich entschied, das Beatmungsgerät abstellen zu lassen, postete die britische Rad-Ikone Michael Bonney dieses Foto von sich auf FacebookFoto-Quelle: Facebook/Screenshot/Michael Bonney
News Team
Von News Team

Seit einem schweren Radunfall vor sechs Jahren war die britische Radikone Michael Bonney querschnittsgelähmt und musste beatmet werden.

Am Dienstag hat der 60-Jährige entschieden, dass das Beatmungsgerät abgestellt werden soll. In einem bewegenden Post auf Facebook nimmt er Abschied - und erklärt seine Beweggründe.

"Und so endet es jetzt." Mit diesen Worten nimmt die britische Rad-Ikone Michael Bonney in einem bewegenden Facebook-Post Abschied - von seiner Familie, Freunden, Fans. Und vom Leben.

Der 60-Jährige, der seit einem schweren Radunfall vor über sechs Jahren querschnittsgelähmt war und beatmet werden musste, hatte da gerade beschlossen, dass sein Beatmungsgerät abgeschaltet werden soll.

"Nach sechseinhalb Jahren lasse ich meinen Körper entscheiden, ob er weiterleben kann", schreibt Bonney am Dienstagmittag (6. November 2019). Er werde keine lebenserhaltenden Maßnahmen mehr bekommen. Die Beatmung wurde eingestellt.

Wenig später war er tot.

Vom Hals abwärts gelähmt

Bis zu seinem schweren Sturz im Frühjahr 2013 war Michael Bonney Manger beim britischen Mountain-Bike-Hersteller „Orange Bikes“ und gilt als eine Ikone des britischen Mountainbike-Szene.

Bei dem Sturz vom Rad brach sich der sportliche Brite einen Halswirbel, war vom Hals abwärts gelähmt und konnte nicht mehr selbstständig atmen.

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Die Entscheidung, das Beatmungsgerät auszuschalten, sei ihm gar nicht so schwergefallen. Schwerer dagegen die Antwort auf die Frage: Warum?

Einen Grund allein gebe es dafür nicht, schreibt der 60-Jährige in seinem Abschieds-Post auf Facebook. Und zählt eine Reihe von Gründen auf.

"Am meisten fehlt mir das Gefühl von Berührungen"

Es sei schwer, zu leben, ohne sich bewegen zu können. Noch viel schwerer, keine körperlichen Empfindungen zu haben.

"Am meisten fehlt mir das Gefühl der Berührung. Zu wissen, dass ich das nie wieder haben werde, ist sehr schwer für mich", schreibt Bonney.

Er sei es leid, von anderen abhängig zu sein. Sei es leid, das zu ertragen, was er jeden Tag ertragen müsse.

"Der vollständige Verlust der Unabhängigkeit, das bin einfach nicht ich."

Hinzu kämen körperliche Begleiterscheinungen seiner Erkrankung. Sein Zustand, der sich in den vergangenen Monaten verschlechtert habe.

Das Leben aufs Vollste genossen

Doch Michael Bonney ist nicht verbittert. "Ich hatte das Glück, mein Leben bis zu meinem Unfall aufs Vollste genossen zu haben", schreibt er.

Rückblickend zählt der 60-Jährige all das auf, womit er gesegnet war: "Ich hatte eine fantastische Zeit, einen Traumjob, Reisen, wunderbare Partner, jedes Spielzeug, das ich wollte und eine bunt gemischte Gruppe von Freunden." Dazu seine Frau Linzi, die soviel mit ihm ertragen habe.

Trotz des Unglücks hadert Michael Bonney nicht mit seinem Schicksal: "Es gibt wenige, die soviel Glück im Leben haben."

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