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Kundin verweigert Bedienung durch Kopftuch-Trägerin – die Antwort des Chefs  ...

Kundin verweigert Bedienung durch Kopftuch-Trägerin – die Antwort des Chefs ist radikal

Von News Team - Mittwoch, 27.01.2016 - 17:43 Uhr

Die verstärkte Zuwanderung und die breite gesellschaftliche Debatte der Flüchtlingskrise machen das Thema allgegenwärtig. Der Alltag der Menschen beginnt sich zu verändern, die Berührungspunkte zwischen Deutschen und Ausländern mehren sich.

Und oft schwindet auch die früher noch gepflegte Zurückhaltung: Offensiv beklagt die Kundin einer Apotheke in Gelsenkirchen, dass sie von einer Muslima mit Kopftuch bedient wurde. Daraufhin erhielt sie Antwort des Apotheken-Besitzers. Was schnell klar wird: Er lehnt jegliche Diskriminierung radikal ab. Den Briefwechsel dokumentierte er auf Facebook:

Hallo zusammen!
Mal wieder etwas in eigener Sache.
Ich veröffentliche das mal anonym, damit sich jeder seine Meinung bilden kann!
Das erste ist eine Kundenbeschwerde, die mich heute morgen erreichte und das zweite Schreiben ist meine Antwort darauf!
Nachricht: Sehr geehrte Damen und Herren,
da ich mit Erschrecken fest stellen musste, dass Sie ein Mitarbeiterin mit muslischem Kopftuch beschäftigen, haben sie mich und meinen Mann als Kunden verloren. Wir können es definitiv nicht akzeptieren, dass mir durch diese Person nonverbal mitgeteilt wir, ich präsentiere mich also Sexualobjekt und dass meinen Mann unterstellt wird, dass er schon geil wird, sobald er ein paar Haare sieht. Integration läuft auf jeden Fall anders!
Leider muss ich noch ein bestelltes und bereits bezahltes Medikament abholen, aber danach werden mein und ich unsere benötigen Medikamente definitiv bei Ihrer Konkurrenz erwerben...
Mit kopftuchlosen Grüßen
Xxxxxxxxx
Sehr geehrte Frau Xxxxxxx,
ich glaube zwar, dass wir uns noch aus gemeinsamen Schultagen an der Xxxxx-Schule (Sie noch als Xxxxxxxxx) kennen, allerdings ist es mir doch lieber, beim "Sie" zu bleiben. Das geehrte hätte ich mir auch sparen können, aber mir fiel keine passende Anrede ein.
Normalerweise erwarten Sie jetzt, dass ich als Geschäftsmann einen floskelhaften Brief schreibe, Sie um Verständnis bitte oder mich für irgendetwas entschuldige, die Mitarbeiterin kündige oder Ihnen anbiete, zukünftig von jemand anderem bedient zu werden. Das ist aber nicht der Fall!!!
Das Leben ist zu kurz, um andere zu kritisieren, Druck auszuüben u.ä.
Ich beschäftige Christen, Muslime und Atheisten,
dicke, dünne, große und kleine Frauen und Männer, von jung bis alt, blond bis schwarzhaarig, lange, kurze und auch ohne Haare! Wir haben Autofahrer/innen, Motorradfahrer/innen und nichtmotorisierte Mitarbeiter/innen, tätowierte, gepiercte, hellhäutige und Menschen mit dunklerer Hautfarbe. Außerdem haben wir Mitarbeiter/innen, die Fleisch essen, Vegetarier und Veganer. Fußballfans vom VfL 1848, S04 und BVB 09 und nichtinteressierte! Ein Querschnitt aus der Bevölkerung!
Ich freue mich sehr, daß Sie selbst einsehen, beim nächsten mal in eine andere Apotheke zu gehen, da Sie bei uns definitiv nicht erwünscht sind. Da wir aber einen gesetzlichen Auftrag zur Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln haben, werden wir Sie im Notfall trotzdem fachgerecht und freundlich als Patientin begrüßen! Ist das nicht geil???
Ihr bestelltes Medikament dürfen Sie gerne bei uns abholen, wir erstatten Ihnen aber auch gerne den Betrag und geben Ihnen das Rezept zurück, falls Sie das Medikament lieber in einer "kopftuchlosen" Apotheke erwerben wollen. Und ja, Integration läuft anders, zumindest als Sie denken! Aber vielleicht möchten Sie sich ja noch selbst in Zukunft in die Gesellschaft integrieren und damit aufhören zu intrigieren!
Mit Ihrem Einverständnis schicke ich Ihren Brief und meine Antwort sehr gerne zusätzlich über facebook, dann kann sich jede/r Leserin/Leser ihre/seine eigene Meinung bilden!!!
P.S.: was ist eigentlich ein muslisches Kopftuch???

Der Text verbreitet sich rasant in den sozialen Netzwerken, auf Facebook wurde er schon 15.000 Mal geteilt. Im Gespräch mit der „Huffington Post“ zeigte sich der Apotheker überrascht von der gewaltigen, mehrheitlich sehr positiven Resonanz: „Ich habe nicht damit gerechnet, dass das so weite Kreise zieht. Ich habe mich einfach nur so geärgert, als ich diesen Brief gelesen habe und wollte das nicht so stehen lassen."

323 Kommentare

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wer integriert hier langzeitarbeitslose, behinderte, hartz 4 Empfänger, von altersarmut betroffene, wenn sie dummerweise einen deutschen pass haben? die sind an ihrem Schicksal doch selber schuld, mir geht dieses integrationsgedusel gewaltig auf den senkel, sonst gibt es scheinbar keine anderen ernsten Themen mehr...........
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ich ziehe meinen Hut vor Ihnen Herr Apotheker. Ich bin kein Freund von Ausländern die sich nicht benehmen können oder wollen, trotzdem ist ihre Ansicht über Integration die einzig richtige für die Zukunft. Es gibt leider viel zuwenig Menschen mit ihrem Mut.
Richtig! genau so isses! Und was soll es? Vor 40 Jahren sah es hier anders aus, aber nun ist es so und damit haben wir zurecht zu kommen und können das Beste daraus machen. Neugierig bleiben und anderen eine Chance zu geben hält uns jung und bietet die Möglichkeit, Neues zu erfahren!
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Dies ist eine sehr interessante Diskussion. Auch deshalb,weshalb einige schon fast in persönliche Angriffe über gehen. Aber mir stellt sich beim Durchlesen der Kommentare eine sehr wichtige Frage. Wir sind hier im Seniorbook,und das bedeutet,das hier Menschen miteinander komminizieren,die ein gewisses Alter haben. Senior in der heutigen Zeit ist man,leider schon, ab dem 40.Lebensjahr.Aber wenn ich hier so einige Kommentare lese,schreiben hier auch Menschen,die entweder viel zu jung sind oder eine Satzbildung nie gelernt haben. Bei deren Kommentaren fehlen sehr viele Zeichen,so dass man sich diese Zeichen beim Lesen selbst denken muß. Können diese Men- schen nicht einmal ihr geistiges Produkt nicht einmal durchlesen, bevor sie es einsetzen?
Lieber Wilhelm, alles richtig, was Du schreibst. Ich lese jede Mail, die ich schreibe nochmals durch, nur: viele Leute sind einfach zu bequem dazu. Sie äußern sich unreflektiert, denken nur wenig nach, auch nicht über Integration - wie die Dame, die nun zu einer anderen Apotheke wechseln muss. Wie schön für sie - hoffentlich findet sie dort die "richtige" Bedienung ohne muslimisches Kopftuch - was ist das?
LG - Helga
In meinem Bekannten-und Freundeskreis sind sehr viele Moslems.Alle sind weltoffen und modern,jedenfalls was ich mitbekommen habe,tragen auch selten Kopftücher.Das ändert sich aber,wenn die Männer nach Mekka gepilgert sind. Dann findet eine Kehrtwendung um 180 Grad statt.
Aber,wenn ich so spezifiziert nachdenke,können wir doch froh sein,das man den Frauen nicht direkt ansieht,das sie ihre Regel haben. Hier gäbe es vielleicht auch Menschen,die es ablehnen würden,von solch einer Frau bedient zu werden.Das könnte ja eklig sein.
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Ich glaube es geht gar nicht um das Kopftuch..
Das Problem liegt meiner Meinung nach darin das hier verschiedene Kulturen auf einander treffen . Und eigentlich ist es ja auch eine Frage der Religion ...
Es wird soviel über Integration geschrieben und gesprochen .....
Aber es gibt keinen von der Obrigkeit der erklärt wie Diese von Statten gehen soll ....
Natürlich müssen sich die Einwanderer hier integrieren .
Aber wie sollen sie es denn durchführen wenn sie nicht aufgeklärt werden wohin sie sich integrieren sollen ??

Die meisten von uns sind doch nach den zehn Geboten erzogen worden, also nach den religiösen Richtlinien. Natürlich ist da nichts von einem Kopftuch zu lesen, genauso wenig wie (ich glaube) in dem Koran nichts von den von dem Gesetz der Ehe oder ähnliches in der Richtung steht ....

Ich könnte noch viel mehr Unterschiede der verschiedenen Kulturen oder die Auffassung von dem eigenen Glauben hier nennen .... aber die kennen ja die meisten hier selbst ..........
Nur unsere Politiker wollen sie nicht mehr kennen .

Aber was können wir tun um das zu ändern ??

Vielleicht sollte man mal versuchen mit mehr Nüchternheit an das ganze Problem `ran zu gehen ?? (ohne dass man gleich den Kleinen mit dem kurzen Schnauzer wieder zum Leben erwecken will)
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Der Apotheker hätte mich auch gesehen.
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Ich bin bestimmt kein Rassist! Wenn es aber wahr sein sollte, was die Verkäuferin zu einer Kundin gesagt haben soll, dann finde ich das eine absolute Frechheit und so jemand gehört nicht hinter eine Theke, egal wer das ist. Und in diesem besonderen Fall war die Kundin hier in Deutschland wo ander Geflogenheiten gelten. Und da muss sich eine Person, die zu uns will und auch bleiben will, anpassen. Und wenn sie dass nicht kann, ist hier kein Platz! Egel wer, egal woher!
Hallo????
Richtig lesen!!! Und vielleicht mal "nonverbal" googlen!
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"Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz."(Sprichwort)
Meine Hochachtung für diesen Chef, der sich vorbehaltlos vor seine Mitarbeiterin stellt. Das macht Freude und Hoffnung.
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Ich nehme den empörten Brief Ihrer verärgerten Kundin nicht ernst. Diese Dame hat nun wirklich keinen Grund sich über eine Bedienung mit muslimischem Kopftuch zu beklagen. Anstelle dieser Beschwerde wäre ein Kurs bei der VHS " Deutsch für Deutsche " zu empfehlen!
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Wenn diese Dame und ihr Mann keine anderen Probleme haben na dann.
Bald darf / dürfen sie nicht mehr zu einem Arzt, Bäcker oder in irgendein anderes Geschäft usw. denn da könnte ja eine Angestellte mit Kopftuch arbeiten.
So ein Blödsinn tut mir leid die Dame und ihr Mann sollten sich mal untersuchen lassen ob da oben am "Oberen Ende" des Körpers noch alles in Ordnung ist.
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Unglaublich!
Ob mit Kopftuch (meines Wissens nicht typisch für Muslimas) oder mit gefärbter Tolle, in der Apotheke will ich qualifizierte Beratung. Die arabische Heilkunst und die Kenntnis der Heilmittel war jahrhundertelang der europäischen um Meilen überlegen!
Mir ist nur wichtig, dass es mir hilft, ob mit Kopftuch, Turban, Tonsur, kalem Schädel oder Filzlocken ist mir sch.....-egal!
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