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Hospiz-Hunde Emma und Sissi: So begleiten die Vierbeiner Sterbende auf ihrem letzten Weg

Von News Team - Donnerstag, 13.12.2018 - 12:46 Uhr

Die Labrador-Damen Emma und Sissi begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg. Im Hospiz helfen die Hündinnen Sterbenden dabei vom Leben Abschied zu nehmen. Tiere werden bislang nur selten in der Sterbebegleitung eingesetzt. Dabei können sie einiges bewirken, wie der Fall von Emma und Sissi zeigt.

Hunde als Sterbebegleiter im Hospiz

Ein Hospiz ist ein trauriger Ort. Todkranke Menschen kommen dorthin, um ihre letzten Tage und Wochen zu verbringen. Fünf Einrichtungen in Hessen wollen den Patienten eine besondere Möglichkeit geben, um vom Leben Abschied zu nehmen, wie "Geo" berichtet. Die Therapiehunde Emma und Sissi kommen an mehreren Tagen zu Besuch und bringen Schwung in den Hospiz-Alltag.


Positiv für Patienten und Angehörige

Ivana Seger, Frauchen der beiden Hunde und gelernte Altenpflegerin, weiß, dass die Tiere den Patienten Ängste nehmen und sie von ihrem Leid ablenken können:

Das ist etwas, was ich auch als empathische Krankenschwester mit nichts erreichen kann, aber meine Hunde, oder Tiere allgemein, die schaffen das. Sie nehmen den Menschen die Schwere.

In Kontakt mit den Hunden rücken Themen wie Krankheit und Zukunft in den Hintergrund, wie das Magazin schreibt. Manche Menschen schaffen es aber auch erst im Kontakt mit den Tieren über ihr Schicksal und ihre Sorgen zu sprechen. Die Tiere helfen nicht nur den Patienten, sondern auch ihren Angehörigen. Diese sind oft mit der Situation überfordert und fühlen sich hilflos.


Bisher nur wenige Hunde im Einsatz

Die Labrador-Hündinnen arbeiten seit 10 Jahren mit sterbenskranken Menschen. Ivana Seger ist eine der wenigen professionellen Hundeführerinnen, die auch in Hospizen arbeitet. Die Einbindung tierischer Sterbebegleiter ist nur in einzelnen Einrichtungen möglich, obwohl diese den Patienten so viel helfen.

Die Soziologin Michaela Thönnes von der Universität Zürich schätzt den Wert der Tiere für die Sterbehilfe hoch ein:

Tiere sind palliative Ressourcen im Sterbeprozess. Sie ergänzen die Pflegetätigkeit des medizinischen Personals und die durch Angehörige und Personal nicht immer erfüllbaren Bedürfnisse von Sterbenden nach Nähe, Vertrautheit und alltäglichen Gewohnheiten.

Tiere haben beruhigende Wirkung

Tiere lindern durch ihre Anwesenheit die Schmerzen der Sterbenden und haben eine beruhigende Wirkung auf sie. Das gilt nicht nur für ausgebildete Therapiebegleithunde wie Emma und Sissi. Katzen, Kaninchen, Vögel oder Aquarienfische können ebenfalls helfen – ebenso Pferde, Rinder, Schweine oder sogar Hühner.

Kurz vor dem Tod befällt viele Sterbende eine Unruhe, gegen das kein Narkosemittel hilft.
In solchen Fällen bietet Ivana Seger den Angehörigen an, Emma zu dem Sterbenden ins Bett zu legen, wie es bei "Geo" weiter heißt. Mit ihrer Ruhe hilft die Hündin den Patienten dabei, sich zu entspannen. Ihr Frauchen berichtet:

Ich lege die Hand des Sterbenden auf Emmas Fell, und dann passiert jedes Mal dasselbe: Die Menschen seufzen auf und fangen an, gleichmäßig zu atmen.

Michaela Thönnes hat ähnliche Erfahrungen gemacht:

Tiere bringen oft Ruhe in die Sterbesituation, sie sind ein verlässliches Barometer in den letzten Stunden und Tagen. Sie spüren den Tod oft eher als wir ihn sehen, sie sind stille Zuhörer, dem sich Sterbende meist intensiver anvertrauen als einem Menschen. Sie sind in ihren Berührungen vorsichtig und sanft, und sie können mit ihrer Nähe und Zärtlichkeit Belastungssymptome mindern und medikamentösen Einsatz verringern.

Im Video: Hund Luke wurde aus traurigem Grund weltberühmt – So tapfer kämpft er sich zurück ins Leben

1 Kommentar

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Bravo! Das sollte Schule machen! Sollte ich einmal im Hospiz enden, wäre es für mich auch wunderbar, da ich nie im Leben ohne Tiere war.
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