Aus Mitleid: Mann (84) bringt Ehefrau nach Alzheimer-Diagnose um

Er habe ihr längeres Siechtum ersparen wollen, schrieb er in einem Brief.
Er habe ihr längeres Siechtum ersparen wollen, schrieb er in einem Brief.Foto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)
News Team
Von News Team

Köln. Weil bei einer 80-jährigen Frau aus Bergisch Gladbach Alzheimer diagnostiziert wird und es ihr immer schlechter geht, entscheidet sich ihr 84-jähriger Ehemann, sie nach 58 Jahre Ehe zu töten. Wegen seiner Tat vor knapp zwei Jahren muss er sich nun vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Darüber berichtet unter anderen die „Welt“. „Sie wollte nicht mehr leben, das hat sie fast täglich gesagt“, sagte der 84-jährige Angeklagte beim Beginn seines Prozesses am Montag. Deswegen habe er ihr am 28. März 2017 zunächst eine große Menge in Wasser aufgelöster Schlaftabletten gegeben.

Als seine Frau aber Erstickungsfälle davon bekam, verabreichte er ihr eine tödliche Dosis Insulin. Dann schrieb er einen Abschiedsbrief an die Kinder und trank die andere Hälfte der Mischung aus Wasser und Beruhigungsmitteln.

Doch weil der Mann vor dem Suizid auch eine WhatsApp-Nachricht an die Kinder schickte, wurde er von seiner Tochter gefunden und überlebte den Selbstmordversuch.

Vor Gericht am Montag gestand der 84-Jährige die Tat und erzählte von einem Pakt zwischen ihm und seiner Frau. Sie hätten vor langer Zeit einander versprochen, gemeinsam in den Tod zu gehen, wenn einer an Alzheimer erkranke.

Dem 84-Jährigen wird nun Totschlag vorgeworfen.

Sollte der Ehemann in diesem Fall bestraft werden? Was finden Sie?

Nein. Seine Ehefrau war krank, und er wollte sie nicht leiden sehen.
88 %
Ja, auf jeden Fall. Denn das, was er getan hat, ist falsch.
12 %
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autoren wize.life

4 Kommentare

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Hallo, ihr Lieben und eure Meinungen in gebührenden Ehren.

Totschlag ist Totschlag und kann durch nichts gerechtfertigt werden. Bei allem Verständnis für den Ehemann, der in gutgemeinter Absicht seine Frau nur von ihrem Leiden erlösen wollte, den Freitod auch für sich gewählt hatte und gerettet werden konnte.

Stellt Euch doch mal vor, so etwas würde Schule machen. Ein Tier untersteht immer noch der Entscheidungsgewalt des Halters und dem Urteil des zu behandeltem Tierarztes.

Was wieder einmal das Thema Sterbehilfe zur Diskussion bringt und es bleibt auch die Frage, Sterbehilfe ja oder nein und in welchem Rahmen und den gegebenen Bedingungen und Umständen entsprechend.

Verlassen wir bitte nicht den Pfad menschenwürdigen Daseins, auch dann nicht, wenn es für Betroffene oft mehr als schmerzlich ist.

Bleibt für mich aber auch die Frage, wie hättet Ihr als Betroffene im vorliegenden Fall gehandelt?

Was mich betrifft, so habe ich keine Antwort auf diese Frage - als Außenstehendem.........
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Er tut mir so leid. Find ich nicht gerecht.
Sterbehilfe sollte schon längst legalisiert werden.
Belgien, Luxemburg und die Niederlande sind da schon sehr weit.
Wenn sie das Mittel selber eingenommen hätte. wäre es in Deutschland auch legal gewesen.
Mit jedem kranken, leidenden Tier geht man humaner um und erlöst es vom Leiden.
Nur der Mensch soll leiden und unwürdig dahin siechen bis er von selber stirbt, nur weil er ein Mensch ist. Die Angehörigen leiden ja auch jeden Tag mit, sehen das Leid und können doch nix tun.
GittKitty, Ich bin da ganz Deiner Meinung! Für mich würde ich mir das auch wünschen. Man kann nur hoffen, dass dieser alte Mann straffrei bleibt und wenigstens seine Würde behalten kann. Vielleicht wird er wieder einen Suizid versuchen und so schwer es auch fällt, man sollte das akzeptieren!
Denk mir gerade, hätt die Tochter nicht etwas später kommen können, dann wär das ganze Theater nicht. Was das ganze Verfahren alles kostet, zahlt eh der Steuerzahler oder gar noch der alte Herr.
Ja denk ich mir auch.
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