Ingeborg Wolf als Mannequin

Ingeborg Wolf wurde mit 103 Jahren zum Foto-Modell - eine einmalige Karriere

News Team
Von News Team

Ingeborg Wolfs Karriere als Foto-Modell begann im Alter von 103 Jahren. Die studierte Innenarchitektin hat ein ganz einfaches Rezept für ihre Fitness - und ein vernichtendes Urteil über die Jugend von heute. Ihre späte Laufbahn als Mannequin hat sie dem Fotografen Karsten Thormaehlen zu verdanken, der sie für eine Kampagne des Labels Seidensticker in Szene setzte.

Das lange Leben von Ingeborg Wolf begann 1915 in einem Ort, der später russisch wurde. Ihre Kindheit verbrachte sie in Rostock, als Jugendliche studierte sie Innenarchitektur und in den 1950er-Jahren leitete sie ein Fachgeschäft für Möbel und Designobjekte. Ihre Laufbahn, die nichts mit dem Klischee eines Heimchen am Herd zu tun hat, erklärt sie mit drei Worten:

Ich hatte Ambitionen.

Wie die Offenbacher Presse berichtet, hat sie ihre Entscheidung für eine Karriere nicht bereut:

Ich bin alleine, aber nicht einsam.

Ihr Ehemann, ein Arzt starb vor dreißig Jahren. Seitdem wurden für sie vor allem ihre Freunde wichtig:

Ich habe einen ganz großen Freundeskreis – den muss man sich aber auch bewahren.

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Das tut Ingeborg Wolf, auch, indem sie etwa alleine mit dem Zug von ihrem heutigen Wohnsitz in einem Seniorenheim in Kronberg im Taunus bis nach Norddeutschland fährt, um eine Freundin zu deren 90. Geburtstag zu besuchen. Zugausfälle, die Unmöglichkeit mit zwei Gehstöcken ein Handy zu halten und ein Sturz auf einer Treppe konnten sie nicht von dem Unternehmen abhalten. Für ihre Lebenskraft hat sie eine einfache Formel:

Das einzige, was das Alter rettet, ist: Bewegen! Bewegen! Bewegen!

Dass sie in ihrem hohen Alter auch unter Gebrechen in Hüfte, Knien und Fingergelenken leidet und um 11 Zentimeter geschrumpft ist, nimmt sie als Schicksal geduldig hin:

Unser Fahrgestell ist nicht für 100-Jährige ausgelegt – bei keinem.

So sieht Ingeborg Wolf die heutige Zeit

Trotz aller Altersmilde fällt Ingeborg Wolf ein scharfes Urteil über die heutige Zeit:

Das, was einen alten Menschen heute umbringt, ist die Schnelligkeit.Überall diese wahnsinnige Hektik!

Besonders schlimm sei für sie, für die Mode die große Leidenschaft ihres Lebens war und ist, dass die jungen Mädchen sich so eintönig kleiden würden. In Ihren Augen sehen die jungen Dinger mit Jeans, Rucksack und Pferdeschwanz alle gleich aus. Einen wirklichen eigenen Geschmack leiste sich heutzutage kein Teenager mehr:

Meine Generation, wir wollten Individualisten sein. Die heutige Generation will Herde sein.

Daran, dass sie mit 103 jetzt auch noch zum Foto-Modell wurde, ist vor allem der Fotograf Karsten Thormaehlen (53) schuld, der sie für die Kampagne "100-Jährige zum 100-Jährigen" fotografierte, mit dem das Mode-Label Seidensticker das Betriebsjubiläum feierte. Thermaehlen ist so etwas wie der Hoffotograf der Über-100-Jährigen weltweit. Seit Jahren bereist er die ganze Welt, um diese alten Menschen zu porträtieren. Eine Arbeit, die auch ihn bereichert, wie er erzählt:

Nicht alle konnten länger stehen, aber lächeln konnten sie alle.

Auch mit mehr als einem Jahrhundert auf dem Rücken hätten sie sich einen feinen Humor erhalten, wie etwa die Frau, die ihm erklärte:

Seit ich weiß, dass meine Kinder im Altenheim leben, mache ich mir keine Sorgen mehr.

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1 Kommentar

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Ich finde das so toll ,,Ja es liegt an die
Schnelligkeit ,das jeder so gleich aussehen will, sehe ich anders.Es liegt an den Medien,Werbung jede Menge. Ich bin froh,,das ich mein eigenen Stil gefunden habe.Mit über 60 . Ich denke jung fühle auch so. Das andere sind Zahlen.
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