Um den erheblichen Autoverkehr auf dem Gelände einzudämmen, prüft die Verwal ...

Hamburg-Ohlsdorf: Friedhof will Eintrittsgebühr erheben

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Von News Team

Um die Gräber ihrer Liebsten künftig auf dem Friedhof Ohlsdorf besuchen zu dürfen, könnten viele Hamburger Einwohner zur Kasse gebeten werden. Für einen 30 Minuten langen Aufenthalt möchte die Administration des Friedhofs satte 3 Euro erheben, bei mehrstündigem Verweilen würde sich der Betrag auf bis zu 50 Cent verringern. Viele Bürger sind über die Idee empört.

Das Problem: Die privaten Straßen auf dem Friedhof, die eigentlich nur von Besuchern und Radfahrern verwendet werden dürfen, benutzen viele Autofahrer als Abkürzung zwischen den Orten Ohlsdorf, Wellingsbüttel und Bramfeld im Norden der Hansestadt. Was noch schlimmer ist: Statt die erlaubten 30 Stundenkilometer zu respektieren, brettern offenbar viele mit 50 Sachen oder mehr zwischen den Gräbern hindurch.

Bezahlschranken sollen den Verkehr eindämmen

Wie ein Sprecher der Hamburger Friedhöfe gegenüber „Bild“ sagte, will die Friedhofsverwaltung nun den Einsatz eines Schrankensystems prüfen, um künftig den Durchgangsverkehr einzudämmen. „Das haben sich viele Hamburger im Zuge der öffentlichen Beteiligung zu ‚Ohlsdorf 2050‘ gewünscht.“ Einen entsprechenden Beschluss habe vor kurzem der Aufsichtsrat der Hamburger Friedhöfe gefasst.

Bürger sind empört

Doch mit dem besagten Schrankensystem stößt die Friedhofsverwaltung auf Kritik. Für viele Bürger stellt die Gebühr eine Zumutung dar. So zum Beispiel für eine 78-Jährige aus Rissen: „Wir haben für das Grab meines Mannes schon fast 4000 Euro bezahlt. Die Verwaltung will, dass die Gräber gepflegt werden, und dann kassiert sie noch für die Zufahrt. Das ist doch frech“, sagte sie der „Bild“.

Gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ teilte die Friedhofsverwaltung mit, ein Schrankensystem sei noch nicht beschlossen. Derzeit werden auch andere Lösungen diskutiert, vor der Umsetzung müssten jedenfalls außer der Behörde für Umwelt und Energie und dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer auch die Bezirke Nord und Wandsbek sowie die Polizei gehört werden.

Auf dem knapp vier Quadratkilometer großen Gelände des Friedhofs Ohlsdorf befinden sich über 200.000 Grabstellen.

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