wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
In Himmelkron in Franken soll eine Pflegerin Heimbewohner misshandelt haben  ...

Misshandlung im Pflegeheim? Mitarbeiterin packt aus: "Lasse mir nicht den Mund verbieten"

Von News Team - Dienstag, 19.03.2019 - 13:46 Uhr

In einem Heim im fränkischen Himmelkron soll eine Pflegerin geistig Behinderte geschlagen und beschimpft haben. Pflegerinnen, die gegen sie aussagten, wurden von der Leitung versetzt. Sie empfinden das als Bestrafung. Eltern der mutmaßlich Misshandelten haben Anzeige eingereicht, die Kripo ermittelt.

Bei der beschuldigten Pflegerin handelt es sich um eine Gruppenleiterin in den Himmelkroner Heimen der Diakonie Neuendettelsau. Sie soll im Herbst 2018 einer geistig behinderten Frau mit dem Brotkorb auf den Oberarm und einer weiteren Pflegepatientin beim Mittagessen auf den Mund geschlagen haben, wie die lokale Zeitung „infranken.de" berichtet. Weiter soll sie einen Behinderten, den sie zuvor als „hirnloses Arschloch bezeichnet habe, in ein sogenanntes Kaiserbett gesperrt haben. Dabei handelt es sich um ein zimmerhohes vergittertes und verschließbares Holzbett, für dessen Gebrauch ein richterlicher Beschluss notwendig ist. Der lag nicht vor.

Frau mit Zahnputzbecher geschlagen

Zuvor waren bereits Anschuldigungen bekannt geworden, darunter die Beschimpfung des Mannes und dass die Frau einer Pflegepatientin mit dem Zahnputzbecher auf die Hand geschlagen habe, nachdem jene bei einem Wutanfall eine Praktikantin „leicht“ geschlagen habe. Weiter sei ihr angedroht worden, nicht mehr nach Hause zu dürfen.

Mit Tipp-Ex übermalt

Ans Licht kam dies Mitte November unter anderem durch den Bericht der Praktikantin, deren Aufzeichnungen an brisanten Stellen nachträglich mit Tipp-Ex unlesbar gemacht wurden.

Mütter haben Anzeige erstattet

Die Mütter von zwei Betroffenen haben Anzeige wegen Beleidigung und Misshandlung Schutzbefohlener, die Kriminalpolizei in Bayreuth ermittelt seit Januar 2019.

Die Aufklärung wird dadurch erschwert, dass die betroffenen Heimbewohner nicht sprechen können. Daher ist die Polizei auf Zeugen angewiesen.

Gruppenleiterin ist wieder beschäftigt

Brisant ist in dem Zusammenhang, dass drei Betreuerinnen, die Vorfälle teils beobachtet und gemeldet hatten, von der Leitung der Himmelkroner Heime im Dezember in andere Gruppen versetzt worden sind. Gleichzeitig hieß es zunächst, dass die zunächst suspendierte Gruppenleiterin wieder ihre Stelle aufnehmen solle, wie Mütter der mutmaßlich Misshandelten und eine versetzte Betreuerin „dem lokalen Nachrichten-Redaktionsnetz News 5“ berichteten. Das löste Empörung aus.

In die Verwaltung versetzt

Inzwischen versetzte die Heimleitung die Frau, die alle Vorwürfe abstreitet, stattdessen in die Verwaltung. Dort soll sie bleiben, bis die Ermittlungen der Polizei beendet und die Vorwürfe geklärt sind. Dass sie danach wieder in die Gruppe kommt, nannte der Diakonie-Pressesprecher Thomas Schaller „unwahrscheinlich“.

"Wir wollen nichts unter den Tisch kehren" - Mitarbeiterin widerspricht

Er verwahrte sich dagegen, dass die Mitarbeiter*innen, die die Gruppenleiterin beschuldigten, strafversetzt worden sind. Vielmehr sei die Maßnahme der „internen Gruppensituation“ geschuldet. „Wir wollen nichts unter den Tisch kehren“, sagte Schaller „infranken.de".

Die betroffenen Pfleger*innen sehen dies allerdings anders. Eine Frau, die ihren Namen anonym halten möchte, sagte „News 5“: „Kurz vor Weihnachten wurde uns mitgeteilt, dass unsere Gruppenleitung wieder kommt und dass wir alle versetzt werden (…) Also 60 Prozent werden versetzt (…) Dass wir Schuld waren, dass es soweit gekommen ist, wurde uns gesagt.“

"Lasse mir Mund nicht verbieten"

Wenn andere Mitarbeiter Bewohner schlagen, sei es aber nicht ihre Schuld. Dass sie den Schritt der Heimleitung nicht richtig findet, habe sie kund getan. Und weiter: „Ich habe gesagt, ich werde wegen der Strafversetzung nicht meinen Mund nicht aufmachen, ich werde immer für die Bewohner kämpfen.“ Sie habe nicht das Gefühl, dass die Heimleitung an der Aufklärung interessiert sei.

Zeugin erhebt Vorwürfe

Sie selbst hatte nach eigenen Angaben gesehen, dass der männliche Bewohner ins Kaiserbett wurde, nachdem er den Garten verwüstet hatte, und dass ihm mit Gewalt Beruhigungsmittel gegeben worden sind. Auch hörte sie die Beleidigung durch die Gruppenleiterin. Die Mitarbeiterin erzählte auch von den anderen Vorfällen, die sie allerdings teils nur vom Hörensagen kannte. Ihr zufolge war es die Gruppenleiterin, die anwies, den Satz über die Schläge mit Tipp-Ex zu eliminieren. Sie wisse von anderen Kollegen, dass das schon früher vorgekommen sei.

Auch interessant:
Deutscher Rentner in Pflegeheim misshandelt: Maria (101) deckt alles auf und stirbt kurz darauf
Norovirus-Alarm im Allgäu: 40 Hotelgäste an Brechdurchfall erkrankt
Bettlerin auf offener Straße überfallen und verletzt

Undercover im Billig-Pflegeheim im Ausland

2 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ja, das ist der Pflegenotstand mit Arbeitsüberlastung und schlechter Bezahlung und die völlig
fehlende Empathie und Berufsethik bei vielen Pflegern, aber auch Ärzten. Die Publikation von Herrn Professor Dr. med. Beine, Witten-Herdecke, Tatort Krankenhaus, 2017, führt den Nachweis, dass jährlich 22.000 alte, pflegebedürftige Menschen in Deutschland in Krankenhäusern und Pflegeheimen durch die Hand von Ärzten und Pflegern getötet werden. Eine davon ist meine geliebte Mutter, die Im Dezember 2018 zuerst vom Hausarzt, weil er sich gestört fühlte für einen Hausbesuch (Privatpatientin) und um einen vorangegangenen Behandlungsfehler zu verdecken, qualvoll mit schwersten psychischen Angst- und Panikattacken durch Medikamenteninteraktion vergiftet wurde und dann, nach rechtzeitiger Einlieferung, im Krankenhaus aus Corpsgeist von Chefarzt und Stationsschwester mit einer kontraindizierten hochgefahrenen Ernährungspumpe durch eine provozierte Aspirationspneumonie mit klebriger Sondennahrung in der Lunge qualvoll über Stunden erstickt wurde, Heiligabend 2018. Statt Beileidsbekundung sagte der Chefarzt, dass er Mitglied der Gutachterkommission der Ärztekammer Nordrhein sei. Ich habe auf Empfehlung des Vorsitzenden: Ärzte für das Leben e.V. Prof. Dr.med Cullen, Strafanzeigen bei zwei zuständigen Staatsanwaltschaften eingeleitet und 2 Petitionsausschüsse eingeschaltet für ein Leben und Sterben in Würde. Dieser Verein vermittelt Adressen von Ärzten, die ihre Patienten behandeln und nicht töten!
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das Allerletzte..
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren