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Demenz - Mal ein positiver Blick statt immer nur Angst

Von Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern -

Der Deutsche Frauenrat hat gerade ein Interview mit der Autorin Sabine Bode über Demenzerkrankungen und den oft auch etwas verkrampften Umgang von uns allen damit veröffentlicht.

Zunächst einmal gilt Demenz unserer Gesellschaft ja als Damoklesschwert, das über uns allen schwebt, entweder in der Angst, selbst zu erkranken, oder aber auch als pflegende Familienangehörige. Das Propagieren von Fitness bis ins höchste Alter soll vor dem schlimmen Schicksal der Demenz schützen, aber kann es das?

Den Stress bei der Pflege reduzieren!


Sabine Bode propagiert anderes: Vertrauen auf die eigene Reife und Erfahrung, und Menschlichkeit und Einfühlsamkeit in der Pflege. Dabei können die eigenen Kinder oft überfordert sein, weil die alten Familienstrukturen und Machtverhältnisse, die oft auch autoritär und wenig glücklichmachend gewesen sein können, keineswegs aufhören, sondern bei Pflegebedürftigkeit eine neue Aktualität bekommen.
Bode kritisiert insbesondere den hohen Stress in den Pflegeeinrichtungen, der sich den Erkrankten mitteilt und ihre Leiden verschlimmert: "Die Verweigerung der zu Pflegenden, ihre Auffälligkeiten, das Lautwerden, man denkt, das sei der Demenz geschuldet, aber oft ist es nur eine Reaktion auf den permanenten Stress. Von Kindern kennt man das ja auch. Das könnte alles wegfallen oder zumindest minimiert werden, wenn diese Hektik aufhören würde." Auch die aufwendige Bürokratie bindet viele Kräfte.

Demenz als "Frauenproblem" nicht so wichtig?


Ulrike Helwerth vom Deutschen Frauenrat stellte Bode als Interviewerin auch viele weiterführende Fragen, die den Fokus auch besonders auf die Frauen richteten: Frauen sind häufig von Demenz betroffen, und fast immer mit der Pflege befasst. Kann es nicht sogar so sein, dass Demenz als Frauenproblem angesehen wird und allein deshalb wenig Hilfen für den Alltag entwickelt werden?

Sabine Bode muss Helwerth Recht geben: "Frauen sind zwar gute Netzwerkerinnen, wenn es darum geht, anderen zu helfen, aber schlechte Netzwerkerinnen, wenn es darum geht, ihre eigenen Lebensbedingungen zu verbessern. Nehmen wir zum Vergleich mal die Aidsbewegung: Sie hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, dass HIV-Positive aus der Schmuddelecke herauskamen und Wertschätzung und eine entsprechende medizinische und menschliche Behandlung erhalten haben."
Es wäre, so entwirft Bode am Ende des Interviews eine Vision, doch schön, wenn es eine größere Normalität und Akzeptanz gegenüber Dementen und den Menschen, die sich um sie kümmern, geben würde. Wenn der Weg nicht in die Isolation führen müsste, weil so stark ausgegrenzt wird. Humor in der Pflege und im Umgang miteinander, Normalität, miteinander in den Supermarkt und Ins Restaurant zu gehen. "Aber wenn die Gesellschaft im öffentlichen Raum auf demente Menschen eingestellt wäre, wie inzwischen auf Kinder, die erkennbar geistig behindert sind, dann wäre die Isolation ein großes Stück weit durchbrochen."

Sie können das ganz Interview nachlesen in der Zeitschrift des Deutschen Frauenrates "Frauenrat" - das neueste Heft widmet sich dem großen Thema Frauen und Gesundheit. Oder auch unter dem Link http://www.frauenrat.de/deutsch/info...lieren.html

Der Deutsche Frauenrat ist der Dachverband der Deutschen Frauenverbände. Wir sind über die Evangelische Frauenarbeit in Deutschland dort vertreten.

4 Kommentare

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Das Problem dieser Krankheit ist die Akzeptanz. Einmal vom Betroffenen selbst, aber auch von den Angehörigen. In der Familie ist ein Fall aufgetreten und alle tun sich schwer damit, ganz besonders, weil ES ja noch niemand MERKT, ja, und überhaupt IST DAS denn so?
Bis zum JA, ES IST SO, ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig.
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Danke auch für Ihren Beitrag!
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Um nicht aufzufallen, habe ich mich mit meinem Mann fast gänzlich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. Ab und zu besuchen wir noch eine Vorstellung im Seniorenkino, da fällt er kaum auf.
Oder auch ein Handballspiel, da ist es so laut, da kann er klatschen und rufen ohne mitleidige Blicke zu bekommen.
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Danke für Ihre Antwort, und eine schöne Weihnachtszeit!
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