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Festakt 50 Jahre ebz München

"Was fang ich nur an?" - Ev. Beratungszentrum München besteht schon 50 Jahre

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Am 24.07.2014 feierte das Evangelische Beratungszen- trum München e.V. (ebz) mit zahlreichen Gästen, darunter auch vielen ehemaligen Mitarbeitenden, das 50-jährige Jubiläum der Ehe-, Familien- und Lebens- beratung mit einer Feier im Mathildensaal.

Wurzeln beim DEF und dem Haus am Kufsteiner Platz


Eine Frau der allersten Stunde galt es dabei ganz besonders zu würdigen, denn sie hatte einen entscheidenden Anteil an der Gründung der evangelischen Eheberatung in München: Maria-Christine Zeiske, die damalige bayerische Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Frau- enbundes. Angeregt durch Frau Zeiske, gab der Münchner Dekan Dr. Theodor Heckel 1962 dem Evangelischen Frauenbund den Auftrag, für die Gesamtgemeinde München in Ergänzung zur bereits bestehenden Erziehungsberatung eine evangelische Eheberatung vorzubereiten. Der eigenen Tradition entsprechend, soziale Notlagen anzugehen, begann der Evangelische Frauenbund dann bereits 1963 mit einigen ehrenamtlich engagierten Frauen - zunächst noch ohne spezifische Ausbildung, aber mit viel Lebenserfahrung und Engagement – Ehe- und Verlobtenberatung anzubieten. In einem kleinen Raum im Frauenwohnheim am Kufsteiner Platz.
Aufgrund des rasch steigenden Zuspruchs wurde schon bald deutlich, dass ein fachlicher Ausbau und eine grundlegende Neuorientierung unumgänglich sein würden. Und so fassten Frau Zeiske und der neue Dekan Georg Lanzenstiel den Entschluss, die Erziehungs- und die Eheberatung aus der Trägerschaft des Evangelischen Frauenbundes herauszulösen und am 1. Oktober 1965 zur „Evangelischen Ehe-, Erziehungs- und Familienbera- tung München e.V.“ (EEEFB) zusammenzufassen. Erster Vorsitzender wurde der neue Münchner Dekan Georg Lanzenstiel, seine Stellvertreterin Maria-Christine Zeiske.

Diese Pionierzeit wurde zur Basis aller weiteren Entwicklung: Den Auf- und Ausbau, die gezielte Professionalisierung - ab 1965 stark verbunden mit der Person des ersten Leiters, des Pfarrers und Psychoanalytikers Dr. Helmut Harsch - und auch das Mitgehen mit gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen, auf die es, gerade in diesem Arbeitsfeld, immer wieder zu reagieren galt und gilt. Familie – in welcher Form auch immer – ist die Basis jeder Gesellschaft, und Familien in ihrem Handeln, auch in ihrem Ringen mit sich und den sich zeigenden Problemen zu unterstützen, ist eine Kernaufgabe der Ehe-, Familien- und Lebensberatung.

1978 wurde aus der EEEFB das Evangelische Beratungszentrum München e.V. (ebz) mit dann bereits fünf Abteilungen: Neben der Ehe-, Familien- und Lebensberatung und der Erziehungsberatung sind dies die Telefonseelsorge, die Pastoralpsychologie und die Schwanger- schaftsberatung. Alle diese Beratungsstellen sind heute unter einem Dach zu finden: In der Landwehrstraße 15/ Rückgebäude, zusätzlich dazu gibt es zwei Zweigstellen, in Neuperlach und in Pasing-Obermenzing.

Ein sehr differenziertes und professionalisiertes Angebot


Was als Verlobten- und Eheberatung begann, ist heute ein sehr differenziertes und professionalisiertes Angebot an Partnerschaftsberatung, an Lebensberatung, aber auch an Trennungs-, Scheidungs- und Hochkonfliktberatung, an Präventionsangeboten und Infor- mationsveranstaltungen – und all das in der Vernetzung und Kooperation mit anderen Beratungsstellen, Kostenträgern und sonstigen Partnern.

Inzwischen berät die Ehe-, Familien- und Lebensberatung jährlich fast 1000 Menschen; die meisten kommen gemeinsam mit ihrem Partner/ihrer Partnerin, nicht wenige aber auch alleine. Nicht immer gelingt es, eine Ehe oder Partnerschaft zu„retten“ (dies ist auch nicht die Aufgabe von Paarberatung), aber die Klienten bekommen durch den Beratungsprozess mehr Klarheit über sich, ihr Verhalten und ihre Gefühle, und sie erkennen die Gründe für die Dynamik in ihrer Beziehung.
Dadurch kommt ein Veränderungsprozess in Gang, der auch im Falle einer Trennung dazu beitragen kann, dass auch Expartner, vor allem wenn sie Eltern sind, noch konstruktiv und zum Wohl ihrer gemeinsamen Kinder miteinander umgehen können.

Paarberatung ist heute in allen Gesellschafts- und Altersgruppen „angekommen“; junge Paare nehmen sie ebenso in Anspruch wie Paare, die bereits seit vielen Jahrzehnten verheiratet sind. Diese große Nachfrage führt oft zu längeren Wartezeiten, vor allem aber zeigt sie die dringende Notwendigkeit dieses nun seit mehr als 50 Jahren bestehenden Angebotes.

Dipl. Psych. Brigitte Hauner-Münch,
Leitung Ehe-, Familien- und Lebensberatung

Dieser Beitrag erschien in def-aktuell 4/2014

www.evangelisches-beratungszentrum-muenchen.de

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