Fische haben angeblich kein Schmerzempfinden - Studie widerlegt Angler-Mythos

Schonende Methode: Diese Bachforelle wurde mit einer Trockenfliege und Schon ...
Schonende Methode: Diese Bachforelle wurde mit einer Trockenfliege und Schonhaken gefangen. Da sie unter Schonmaß liegt, kann sie leicht zurückgesetzt werdenFoto-Quelle: Alexander Schiechel
News Team
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Unter vielen Anglern gilt seit jeher: Ein Fisch kennt keinen Schmerz. Doch ist das nicht einmal die halbe Wahrheit. Laut einer neuen Studie aus Großbritannien haben Fische sehr wohl ein Schmerzempfinden, das dem des Menschen sogar ziemlich ähnelt.

Die Forscher um die Tier-Biologin Lynne Sneddon räumten in ihr Studie mit dem weit verbreiteten Mythos auf, dass Fische gerade im Mund keine Nerven hätten und so auch keine Schmerzen etwa durch Angelhaken spürten.

"Wenn Fische einem möglicherweise schmerzhaften Ereignis ausgesetzt sind, zeigen sie Verhaltensänderungen", berichtet Sneddon, die an der Universität Liverpool lehrt und forscht. So verzichteten die Tiere dann auf Futter oder vermieden bestimmte Aktivitäten.

Für ihre Studie, die im renommierten Fachjournal "Philosophical Transactions of the Royal Society B" veröffentlicht wurde, analysierte die Biologin 98 wissenschaftliche Beiträge zum Schmerzempfinden bei Fischen.

Schmerz beeinflusst Fische sehr wohl

Potenziell schmerzhafte Ereignisse führen laut Studie zu Verhaltens- und physiologischen Veränderungen wie reduzierter Aktivität, Schutzverhalten, Unterbrechung des normalen Verhaltens, erhöhter Beatmungsrate und abnormalem Verhalten, die alle durch die Verwendung von schmerzlindernden Arzneimitteln verhindert werden.

Fische führen auch konkurrierende Aufgaben weniger gut aus, wenn sie mit einem mutmaßlichen Schmerzreiz behandelt werden. Daher gibt es zahlreiche Belege dafür, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass Fische Schmerzen haben und dass schmerzbedingte Verhaltensänderungen bei Wirbeltieren erhalten bleiben, resümieren die Forscher.

So hatten Wissenschaftler etwa beobachtet, wie Fische, die in einem Bereich ihres Aquariums Stromschläge bekamen, diesen Bereich an den nachfolgenden Tagen mieden - trotz Futter an dieser Stelle.

Humane Art des Tötens

Sneddon: "Wenn wir anerkennen, dass auch Fische Schmerzen spüren, hat das wichtige Auswirkungen darauf, wie wir sie behandeln." Die Wissenschaftlerin wünscht sich deshalb, dass Fische rücksichtsvoller behandelt, vor allem aber auf eine "humane Art gefangen und getötet" werden.

Doch stellt sich die Frage, wie das gehen soll: human töten. Schließt das eine das andere nicht aus? So fordert etwa der Tierschutzbund, dass die Fische zwischen der Entnahme aus dem Wasser und der Tötung nur wenige Sekunden an der Luft sein sollten, da sie sonst an Atemnot, Stress und Angst erheblich leiden würden.

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27 Kommentare

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Stellt euch vor ihr zieht euren Hund an den Ohren oder sogar an einen Haken durchs Maul. Würden Fische so schreien können wie euer Hund, gäbe es keine Angler.
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Aus diesem Grund habe ich schon zu DDR Zeiten nur mit toten Fischen auf Hecht, Zander, Aal und Co geangelt. Nach der Wende wurde es ja dann auch hier zu Recht verboten. Und was die Fangergebnisse betrifft, nehmen sich nach meiner Meinung beide Angelmethoden nichts. Ich selber finde mit totem Köderfisch fängt man sogar mehr. Habe beim Aalangeln mit einem kleinen Köderfisch sogar schon öfter größere Karpfen gefangen. Wahren aber immer Schuppenkarpfen. Also Wildkarpfen. Ich angle prinzipiell auch fast nur in Fließgewässern. Nur im Urlaub auf dem Campingplatz auch einmal in einem See oder einer Talsperre.
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Ja, ich habe in meinen jungen Jahren in Norwegen manchmal geangelt. Für mich war eigentlich immer klar: Wenn Fische schreien könnten, würden Angler und Fischer anders mit ihnen umgehen.
ich bin ganz Deiner Meinung!!!
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erstens ist der/ein Fisch ein Lebewesen genau wie der Mensch der hat auch das gleiche Schmerzempfinden wie wir alles klar?
jedes Wort mehr, wäre zuviel.....
Daher sollte man auch gar keine Tierprodukte essen. https://de.wikipedia.org/wiki/Karnismus
Du zeigst Deine Einstellung schon in Deinem Logo...gut!
Ich bin noch nicht ganz soweit...mit dem Herzen schon längst ....
Den Wechsel zum Vegetarismus oder besser Veganismus muss jeder für sich selbst vollziehen. Am besten hilft sich darüber zu informieren. Mittlerweile ist der Veganismus aber gut erforscht. Ich bin zwei Jahre vegan und warte immer noch auf die angeblichen Mangelerscheinungen. Es gibt gute Bücher wie "Vegan-Klischee ade!" von Niko Rittenau, die ich gelesen habe. Tierprodukte hat der Mensch vor allen aus der Not heraus gegessen. Heute ist es eine schlechte Angewohnheit, Tradition und der Egoismus. Der Mensch ist eigentlich ein Pflanzenfresser und kein Tier trinkt nach dem Abstillen noch Muttermilch - das ist vielleicht das Traurigste.
wir sind Allesfresser, neigen aber zum Pflanzenfresser...das heißt eben, je nach Gegebenheiten kann der Mensch sich von einer Sorte Nahrung ernähren, wenn er die Inhaltsstoffe abwägt. Für unsere Zeit, muss man also nicht lange überlegen, welche Wahl wir treffen sollten.
Gibt es Angaben, ob sich die Menschheit ausschließlich vegan ernähren könnte? Also sämtliche Nutztiere in einer Umstellungs-Phase aufessen, um anschließend nur noch Pflanzen zu essen. Oder scheitert das an fehlenden Anbauflächen?
Fehlende Anbauflächen? 70% der Flächen werden für Tierfutter verwendet. Würde die Menschheit vegan leben könnten wir die Regenwälder wieder aufforsten.

Der Film gibt gute Hinweise. Von heute auf morgen lässt sich sicher keine Umstellung erreichen, da menschliche Gewohnheiten dem entgegenstehen.

Mit einer sukzessiven Verteuerung des Fleisches im Rahmen eines Klimaplans wären sicher Änderungen möglich. Also Steuern rauf bei allen Lebewesen und Steuer runter bei Gemüse etc.

Das wäre ein marktwirtschaftlicher Ansatz, der zwangsläufig zum Erfolg führt. Allerdings müssten sich in den Parlamenten die notwendigen Mehrheiten finden. Da die Zahl der Vegetarier und Veganer wächst, besteht Hoffnung.

EIN VERBOT DES FLEISCHVERZEHRS WÜRDE GAR NICHTS BRINGEN. Siehe Prohibition in den USA.
gute Anwort!
@Digger Wersin Man müsste einfach nur die Subventionen in der Landwirtschaft abschaffen. Aber das wird bei der Landwirtschafts-Lobby nicht passieren auch wenn der Planet verglüht. Auch wäre es schön, wenn nicht Tierprodukte wie Kuhmilch mit 7% und Pflanzemilch mit 19% besteuert würde.
verrückte Welt....da ist so viel - auf der ganzen Welt - miteinander verknotet...nicht nur hier bei uns...und überall herrschen die Lobbies...und der Egoismus und die Bequemlichkeit. Es wird niemals ein gemeinsames Denken geben, denn die scheinbaren Vorteile will keiner aus "wirtschaftlichen" Gründen aufgeben...Außerdem ist es für meine Begriffe auch aus Überlebensgründen in manchen Ländern garnicht möglich vegan zu leben....
Vegan ist ein schwieriges Wort. Vegan lebt man eigentlich aus ethischen Gründen und weniger wegen der Umwelt oder der Gesundheit. Fakt ist aber, dass der Konsum von Tierprodukten viel zu hoch ist. Der Fleischkonsum hat sich in der westlichen Welt in den letzten 150 Jahren nur verdoppelt. Der Kuhmilchkonsum hat sich aber ver-25-facht. Auch konsumieren immer mehr Menschen in der zweiten und dritten Welt immer mehr Tierprodukte. Dazu kommt das Bevölkerungswachstum. Angeblich wird der Tierkonsum bis 2050 noch ansteigen. Die Weltmeere sollen im übrigen 2048 leer gefischt sein. Keine Ahnung wo man noch das ganze Soja anbauen will. Schon jetzt hat man fast zu wenig und irgendwann hat man auch den ganzen Regenwald abgeholzt. Es wird wohl Hungersnöte geben, die bei einer überwiegend pflanzlichen Ernährung selbst bei 10 Milliarden Menschen nicht auftreten würde.
Jo, mit "müsste" kommt man nicht weiter. Der Mensch hat sich nun mal seid seinem Erscheinen von Tieren und Pflanzen ernährt und das kannst du nur in einer Öku-Diktatur sofort beseitigen.

Auch die Subventionen und die Lobby sind letztlich eine Antwort auf Verbraucher-Forderungen, die billige Produkte wollen. Liefern die europäischen Landwirte die nicht, dann eben das Ausland. Und an die verkaufen wir unsere Autos und Maschinen, auch Lebensmittel. Folglich wollen die auch an uns etwas verkaufen.

Die Antwort auf Deine berechtigten Forderungen liegt ausschließlich bei uns. Nur wenn wir unsere Lebensweise umstellen, dann braucht es keine Subventionen und Lobbyisten mehr.
Digger Wersin - Deine Worte "und das kannst du nur in einer Öku-Diktatur sofort beseitigen." hast Du mir aus dem Mund genommen...
@Digger Wersin - Ich sage ja nicht, dass man vegan leben muss. Der Mensch hat sich von Tieren und Pflanzen ernährt. Es ist aber so, dass sich der Anteil sehr stark in Richtung Tiere verlagert hat. Die von mir oben beschriebene Entwicklung wird nun auch in der 2. und 3. Welt durchgeführt. Der Planet erträgt es einfach nicht, wenn die gesamte Menschheit wie im Mittelalter die Geistlichen und Adligen sich mit tote Tiere vollfressen.
Natürlich hast Du recht. Aber wie sieht deine Lösung aus?
Eine Lösung habe ich nicht. Aber solange sowas auf weltweiten Klimakonferenzen nicht besprochen wird, wird sich sowieso nichts ändern. Ein Anfang wäre die Abschaffung der Subventionen in der Landwirtschaft. Tierprodukte sind viel billiger als deren Herstellung. Vor den Weltkriegen haben die Menschen z. B. sehr wenig Milch getrunken. Erst in den Kriegen wurde Milch zur Nahrung von Soldaten (Milchpulver). Danach hat man nicht die Produktion runtergefahren, sondern Werbung gemacht, dass Milch ja so gesund und notwendig sei, um die Produktion beizubehalten bzw. zu steigern. Heute werden die Überproduktionen nach Afrika verkauft. #milchistgift

Die Verbraucher wollen das billige Zeug und die Politiker wollen von den Verbrauchern gewählt werden. Ergo ändert sich nichts.

Ich schrieb: "Da die Zahl der Vegetarier und Veganer wächst, besteht Hoffnung". Das ist unsere einzige Chance. Subventionen oder Lobbyisten sind nur Randerscheinungen, sie sind in dem Moment weg, wenn die Mehrheit der Verbraucher die Fleischtheken ignoriert.
Genauso ist es. Leider haben die meisten Menschen noch nicht den Unterschied zwischen Kuhmilch und Pflanzenmilch verstanden, die mindestens in Teilen eine gute Alternative sein kann. Auch ist es so wenn man auswärts essen geht (Kantine, Imbiss, Restaurant, ...), dass die guten Vorsätze alle vergessen sind. Dass es kaum vegane Speisen gibt ist ein Beweis dafür, dass in fast allen Speisen irgendwelche Tierprodukte verarbeitet werden. Da 98% aus Massentierhaltung stammt und die Kantinen auch alle sparen müssen ist davon auszugehen, dass jeweils die schlechteste Qualität gekauft wird. Aber am Ende sieht der Verbraucher nur den Geschmack, der mit Geschmacksverstärkern erreicht wird.
Übrigens habe ich in Asien viele vegetarische Restaurants besucht...
Das glaube ich schon und ist gut für die Tiere, die Umwelt und die Gesundheit. Aber wenn man in Deutschland essen geht ist der Anteil von Fleisch und Fisch doch sehr hoch. Und ohne Milch bzw. genauer Käse kann gar nicht gekocht werden.
Vergeßt bitte nicht die Döner- und Hamburger-Generation, denn die ist auf dem Vormarsch!
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