Apfel der Superlative: Cosmic Crisp ist bis zu ein Jahr haltbar und soll Hersteller reich machen

Der Super-Apfel Cosmic Crisp soll den Markt revolutionieren
Der Super-Apfel Cosmic Crisp soll den Markt revolutionierenFoto-Quelle: ©Proprietary Variety Management
News Team
Von News Team

Es ist ein Apfel der Superlative: 20 Jahre wurde an ihm getüftelt, mit 10 Millionen Dollar wird er beworben – und bis zu einem Jahr soll er haltbar sein. Die Rede ist von „Cosmic Crisp“, der neuen Apfelsorte des Früchteunternehmens Proprietary Variety Management (PVM), das auch schon für „Pink Lady“ verantwortlich zeichnete.

Das üppige Werbebudget lässt bereits erahnen: „Cosmic Crisp“ soll die Welt erobern. Die Apfelsorte wird vorerst exklusiv im US-Bundesstaat Washington angebaut und seit dieser Woche in den USA verkauft. Kommendes Jahr soll er dann in Europa in die Läden kommen.

Bis zu ein Jahr in Kühlung haltbar

Die Herstellerfirma verspricht eine süße, knackige und saftige Frucht – bei richtiger Kühlung auch nach bis zu einem Jahr. Was er dann noch geschmacklich herzugeben hat, muss ausprobiert werden. In puncto Vitaminen dürfte er nach solch langer Lagerung allerdings eine Nullnummer sein.

Ohne Gentechnik und Verfärbung

Der Apfel ist eine Kreuzung der beiden bestehenden Sorgen Honeycrisp und Enterprise, wie aus der Pressemitteilung der Firma PVM hervorgeht. Forscher der Washington State University (WSU) schufen ihn. Ohne Gentechnik. Beim Anschnitt mit dem Messer soll er sich kaum verfärben. Äußerlich sieht er mit seinem tiefen Rot und den kleinen hellen Sprenkeln wie ein Bilderbuch-Apfel aus. Oder wie die Firma werbewirksam verbreitet: wie der nächtliche Sternenhimmel.

Dreimal so teuer wie herkömmlicher Apfel

Sogar einen eigenen geschützten Slogan hat der Apfel ("Stellen Sie sich die Möglichkeiten vor"), so dass es kein Wunder ist, dass in manch Pressebericht der Vergleich mit Apple gezogen wird. So exklusiv, so teuer: Cosmic Crisp wird als Premium-Sorte vermarktet: Die Äpfel sind in den USA für 5 US-Dollar (etwa 4,50 Euro) pro US-Pfund (454 Gramm) erhältlich – und damit sie dreimal so teuer wie Standardsorten.

Obstbauer muss Lizenzgebühr zahlen

Die Gewinne streichen allerdings die Obstbauer nicht alleine ein: Sie müssen eine Lizenz von 4,75 Prozent pro verkaufte 40-Pfund-Box zahlen (1 Pfund sind 494 Gramm), die sich PVM und die Universität teilen. Letztere war den Angaben zufolge von 1997 bis 2017 mit der Entwicklung des Super-Apfels beschäftigt, extra um den in Not geratenen Washingtoner Bauern ein Premiumprodukt zu bescheren.

Nachfrage riesig

Die Nachfrage unter den Landwirten war ungeachtet dessen riesig, als 2017 eine begrenzte Summe an Lizenzen vergeben wurden. Die Setzlinge hätten am Ende unter den Interessenten verlost werden müssen, berichtet PVM.

5,6 Millionen Kisten 2021 geplant

Der Anbau boomt. Dieses Jahr gibt es nach einem Bericht der BBC bereits 12 Millionen Crisp-Bäume, auf etwa 12.000 Hektar Plantagen. Bereits 2020 sollen schon 2,1 Millionen Kisten ausgeliefert werden, 2021 sogar satte 5,6 Millionen. Die Verbreitung der neuen Sorge gilt als schnellste der Welt – insgesamt hätten die Obstbauern in Washington 30 Millionen Dollar investiert. Als Gegenleistung erhielten sie dem Bericht nach die exklusiven Rechte, Crisp bis 2027 weltweit zu verkaufen.

Wider Regionalität und Artenvielfalt

Spannend wird die Frage, inwiefern sich die Sorte tatsächlich in Europa durchsetzt. Hierzulande wird immer mehr Wert auf Regionalität und Artenvielfalt gesetzt – und Cosmic Crisp bedeutet das Gegenteil, ist es doch Ziel der Marke, andere Apfelsorten zu verdrängen und den Markt zu beherrschen.

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4 Kommentare

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Der ist so voll gepumpt mit Pesdiziden, dass er auch noch länger hält
Pfui - sowas kauf ich nicht
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mit mir werden sie sicherlich kein Gewinn damit machen..
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Solche Äpfel kaufe ich nicht und werde ich niemals kaufen.
Ich kaufe nur regionale Äpfel aus biologischem Anbau und möglichst alte Sorten.
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Essen auf Profit zugeschnitten ist widernatürlich. Die Vielfalt muss wieder im Vordergrund stehen
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