Kassel: Schrecklicher Verdacht - Mann soll behinderte Tochter im Netz zum Missbrauch angeboten haben

Foto zeigt Mann im Alter von geschätzten 40 bis 50 Jahren
Foto zeigt Mann im Alter von geschätzten 40 bis 50 JahrenFoto-Quelle: Polizei
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Kassel. Dieser Fall macht sprachlos, egal ob er sich nun tatsächlich so zugetragen hat oder nur der Gedankenwelt eines Perversen entsprungen ist. Ein Unbekannter gab in Chats eines Kleinanzeigenportals gegenüber anderen Nutzern an, seine geistig behinderte Tochter sexuell zu missbrauchen.

Schlimm genug. Doch der Mann stellte auch anderen ein Treffen zum gemeinsamen sexuellen Missbrauch des Mädchens in Aussicht. Der Fall war auch am Mittwochabend in Aktenzeichen XY Thema.

Die Kasseler Kripo ermittelt derzeit in diesem Verdachtsfall des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Die Ermittler des K 12 hoffen durch die Veröffentlichung sowie den Auftritt bei Aktenzeichen XY entscheidende Hinweise zu bekommen.

Kriminalhauptkommissar Peter Keyser war in der ZDF-Sendung zu Gast und berichtete über den Stand der Ermittlungen. Auch das Foto wurde in der Sendung gezeigt. "Da momentan nicht erwiesen ist, dass dieser Mann tatsächlich im Zusammenhang mit den besagten Aussagen oder möglichen Tathandlungen eines sexuellen Kindesmissbrauchs steht, bittet die Polizei darum, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, sondern im Falle einer Identifizierung sofort die Polizei zu informieren", so die Kripo.

Offenbar falsche Personalien

In einem Fall habe der mutmaßliche Täter im Vorfeld eines beabsichtigten Treffens auch ein Foto von sich und seiner Tochter gepostet, so die Polizei. Ob es anschließend tatsächlich dazu kam, ist derzeit nicht bekannt. Auch die tatsächliche Identität des Mannes, der offenbar mit falschen Personalien agiert, ist unbekannt.

Mitarbeiter meldete Chatverlauf der Polizei

Ein Mitarbeiter des Kleinanzeigenportals war laut Polizei-Mitteilung auf eine im Jahr 2016 geschaltete Anzeige mit der Bezeichnung "FKK, Freundschaften und mehr" aufmerksam geworden. Dort hatte ein Nutzer, der sich als "Gerd" oder "Jonas" ausgab, geschildert, dass er seine Tochter seit ihrem 6. Lebensjahr sexuell missbrauche. Er sei alleinerziehend, die Mutter des Kindes, das er mal "Anja", mal "Saskia" nannte, sei nach der Geburt gestorben.

Das Kind soll damals, im Jahr 2016, zwölf Jahre alt gewesen sein und müsste heute demnach 15 Jahre alt sein. Neben der Anmeldung in dem Kleinanzeigenportal war der mutmaßliche Täter offenbar auch in Flirtportalen aktiv und wählte dort die Profilnamen "RubensLiebhabER" und "RubensFan55".

Nutzer verschleiert seine Identität

Wie die daraufhin sofort eingeleiteten Ermittlungen ergaben, handelt es sich bei den zu dem Nutzer hinterlegten Namen "Gerd Mahler" und "Gerd Meistermann" und angegebener Adressen in Kassel-Bad Wilhelmshöhe um falsche Identitäten. Der Tatverdächtige, der in einem seiner Online-Profile auch Hannover als seine Heimatstadt angab, verschleiert seine Identität offenbar gezielt.

Sämtliche bisherige intensive Ermittlungen zur Identifizierung des Mannes oder des Kindes führten bislang nicht zum Erfolg. Zudem ist es derzeit nicht eindeutig nachvollziehbar, ob es sich um den auf dem Foto zu sehenden Mann tatsächlich um den Verfasser der besagten Chat-Nachrichten handelt und ob die darin geschilderten Handlungen der Wahrheit entsprechen. Die Auswertung aller bisherigen Erkenntnisse legt einen über Jahre andauernden sexuellen Missbrauch des Kindes jedoch nahe.

Mann sommerlich gekleidet

Das im Internet von dem Unbekannten an andere übersandte Foto zeigt einen sommerlich gekleideten Mann, auf dessen Schoß ein Mädchen sitzt. Dabei soll es sich um seine geistig behinderte Tochter handeln, die seit ihrer Geburt am "Fetalen Alkoholsyndrom" leide. Das Bild dürfte nach Einschätzung der Ermittler ca. drei Jahre alt sein.

Beschreibung Tatverdächtiger:

  • 40 bis 50 Jahre alt
  • lockige dunkle Haare
  • grünliches Basecap und ein hellblaues T-Shirt

Beschreibung Mädchen:

  • rötliche, nach hinten gebundene Haare
  • kräftige Statur
  • Brille mit ovalen Gläsern

Hinweise nimmt die Kasseler Polizei unter der Tel. 0561 - 9100 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.


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