Albtraum Couchsurfing: Hamburger Gastgeber soll 24 Frauen vergiftet haben

Der Gastgeber gab den Frauen Abführmittel in die Getränke.
Der Gastgeber gab den Frauen Abführmittel in die Getränke.Foto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Wer auf Reisen nicht in teuren Hotels nächtigen will, entscheidet sich häufig für günstigere Alternativen. Beim Couchsurfing zum Beispiel bieten Wohnungsbesitzer Urlaubern einen kostenlosen Übernachtungsplatz an. 24 Frauen aus aller Welt wurde ihr Trip nach Hamburg jedoch zum Albtraum. Der Gastgeber vergiftete sie mit Abführmittel und hinderte sie dann daran, zur Toilette zu gehen.

Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, flog die Geschichte erst auf, als ein weiblicher Gast nichtsahnend eine positive Bewertung ins Netz gestellt hatte und sich daraufhin verwundert andere Gäste meldeten.

Die Deutsche hatte einen Schlafplatz im Stadtteil Winterhude gebucht. Sie sei anfangs überrascht gewesen, dass sie das Zimmer mit dem Gastgeber teilen sollte. Weil er aber sehr nett war und ihr sofort Essen und Getränke anbot, war sie schnell beruhigt. Danach habe der Mann einen Spaziergang vorgeschlagen. Auf dem Weg empfand die Frau dann aber einen plötzlichen Harndrang. Seine Aussage, sie würden bald an einem Cafe vorbeikommen, stellte sich als unwahr heraus. In ihrer Not verrichtete die Frau ihre Notdurft auf die Dixi-Toilette einer Baustelle.

Machenschaften fliegen durch positive Bewertung auf

Am nächsten Abend bot er ihr erneut Getränke an. Danach fühlte sie sich noch schwächer als zuvor.

Ich habe mich gefühlt, als hätte ich Watte im Kopf

, sagte sie der Zeitung. Auf die Idee, dass ihr Gastgeber etwas mit dem Unwohlsein zu tun haben könnte, kam sie nicht. Deshalb stellte sie eine positive Bewertung der Unterkunft auf das Couchsurfing-Portal.

Kurz darauf meldete sich eine andere Urlauberin bei ihr und fragte sie nach ihrem Wohlbefinden. Denn sie selbst hatte bei ihrem Besuch in Winterhude ebenfalls über Schlappheit, Müdigkeit, extremem Harndrang, Durchfall und Bauchkrämpfen gelitten.

Immer mehr Ex-Gäste, allesamt weiblich, meldeten sich und berichteten über ähnliche Symptome. Insgesamt waren es 24 Frauen aus Deutschland, Polen, Spanien, Frankreich, Weißrussland, Russland, Argentinien, Dänemark, Belgien und Kasachstan, die der Gastgeber wohl mit Abführmittel vergiftet hatte. Danach hing er einen Zettel ans Bad, dass das Wasser abgestellt und die Toilette kaputt sei.

Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung

Die Staatsanwaltscahft ermittelt wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung. Sexualdelikte oder Filmaufnahmen, die die Frauen befürchtet hatten, konnten ausgeschlossen werden. Das Inserat des Gastgebers auf dem Couchsurfingportal ist mittlerweile gelöscht.

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