Falsch gekennzeichnetes Medikament - Schon 17 Babys leiden an Werwolf-Syndrom

Eltern gaben das falsch gekennzeichnete Medikament ihren Babys gegen Magenbe ...
Eltern gaben das falsch gekennzeichnete Medikament ihren Babys gegen Magenbeschwerden.Foto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Arzneimittelskandal in Spanien. Das Pharma-Unternehmen "Farma Quimica Sur" hat ein Haarwuchsmittel versehentlich mit dem Magen-Darm-Wirkstoff Omeprazol gekennzeichnet. Eltern gaben das Medikament ihren Babys bei Magenbeschwerden - mit erschreckenden Folgen.

Wie die spanische Tageszeitung "El Pais" unter Berufung auf zuständige Behörden und betroffene Eltern berichtet, sollen die Babys plötzlich starken Haarwuchs im Gesicht, am Rücken und anderen Körperstellen bekommen haben. Mindestens 17 Kinder sollen schon vom sogenannten "Werwolf-Syndrom" betroffen sein, so die Zeitung unter Berufung auf zuständige Behörden. Eine betroffene Mutter klagte:

Mein Sohn bekam überall viele Haare, an der Stirn, an den Backen, an Armen und Beinen, an den Händen ... er hatte die Augenbrauen eines Erwachsenen. Das hat uns viel Angst bereitet, weil man ja nicht wusste, was los war.

Ihr Sohn Uriel sei erst sechs Monate alt gewesen, als der ungewöhnlich starke Haarwuchs begann.

Pharma-Unternehmen muss schließen

Hinter dem vermeintlichen Magenmittel verbarg sich das Blutdruckmedikament Minoxidil, das auch bei erblich bedingten Haarausfall verordnet wird. Das gaben die spanischen Gesundheitsbehörden bekannt. Bereits im April waren erste Fälle öffentlich geworden. Es dauerte aber bis Anfang August, bis die Behörden dem Fehler auf den Grund kamen.

Das Medikament wurde mittlerweile aus dem Verkauf genommen. Das Pharma-Unternehmen wurde wegen "schwerer Nichteinhaltung der Kontrollregeln" für unbestimmte Zeit geschlossen. Die Staatsantwaltschaft ermittelt. Die Behörden weisen darauf hin, dass es noch mehrere Fälle geben könnte.

Wohl keine Spätfolgen

Mit Spätfolgen müssen die Eltern der betroffenen Kinder offenbar nicht rechnen. Auch wenn Experten laut "El Pais" auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen könne.


Es gibt in der wissenschaftlichen Literatur keine Fälle von so kleinen Kindern, die solche Mengen Minoxidil eingenommen haben.

Einige Eltern erklärten, dass der Haarwuchs nach Absetzen des Medikaments langsam wieder zurückging. Ärzten zufolge könne dies aber Monate lang dauern.

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