Mordprozess gegen Raser (20): Zwei Menschen mussten sterben - wegen Videos für Instagram

Mert T. (ganz rechts in rot) muss sich nach dem tödlichen Unfall wegen Morde ...
Mert T. (ganz rechts in rot) muss sich nach dem tödlichen Unfall wegen Mordes vor Gericht verantwortenFoto-Quelle: Glomex/Stuttgarter Zeitung
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Von News Team

Nach dem tödlichen Unfall mit zwei Toten im März in Stuttgart hat am Mittwoch (11. September 2019) der Prozess vor Landgericht Stuttgart gegen den Fahrer des Unfallfahrzeugs begonnen. Die Anklage lautet: Mord.

Dem 20-Jährigen Mert T. wirft die Staatsanwaltschaft vor, mit einem geliehenen Jaguar den Tod von zwei Menschen billigend in Kauf genommen zu haben, "um seinen Geschwindigkeitsrausch auszuleben".

Mit Tempo 110 gegen einen Kleinwagen

Der 20-Jährige war mit dem 550 PS starken Jaguar durch Stuttgart gerast und hatte schließlich die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

Mit 110 Stundenkilometer prallte er gegen einen Citroen, in dem der 25-jährige Riccardo K. und seine 22 Jahre alte Freundin Jaqueline B. saßen. Die beiden waren sofort tot.

Bei dem Jaguar, den Mert T. geliehen hatte, handelt es sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft um ein "gemeingefährliches Mittel". Deshalb lautet die Anklage auf Mord.

Verteidigung weist Mordvorwurf zurück

Den Mordvorwurf weist einer der Verteidiger des Angeklagten "entschieden zurück". Durch das "Fehlverhalten" seines Mandanten seien zwei junge Menschen "aus dem Leben gerissen" worden. "Hierfür trägt Mert T. die Verantwortung", heißt es in einem Statement des Anwalts für das Gericht.

Video:

Erste Zeugenaussage: Beifahrer fuhr wegen Instagram mit

Als erster Zeuge sagt am Mittwoch ein 19-Jähriger aus, der zum Zeitpunkt des Unfalls am 6. März auf dem Beifahrersitz saß.

Diese letzte Fahrt soll nur 50 Sekunden gedauert haben. "In dieser Zeit muss der Angeklagte auf ein wahnsinniges Tempo geschossen sein", so George Stavrakis, Gerichtsreporter der "Stuttgarter Zeitung".

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Auf die Frage der Richterin, warum er bei Mert T. - mit dem er nach eigenen Angaben nicht befreundet, sondern nur bekannt ist - mitfahren wollte an jenem Abend, antworte der 19-Jährige, bei solchen Fahrten ginge es darum, coole Videos für Instagram zu machen.

Video für Instagram

"Solche Fahrten kommen krass gut an auf Instagram", zitiert ihn der Gerichtsreporter.

Dem Angeklagten Mert T. droht lebenslange Haft. Wird er nach Jugendstrafrecht verurteilt, ist eine Haftstrafe von maximal 10 Jahren möglich.

3 Kommentare

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Todesstrafe und sofort nach der Urteilsverkündung vollstrecken !
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2 Leute platt gefahren - Anscheinend war der Fahrer traumatisiet, also: Jugendstrafe (höchstens!)
Hast Recht. Komme mir immer vereimert vor, wenn wieder mal einer mit"dududu, mach dat nich nomma" wieder weggeschickt wird! Gleiches Recht für alle?? Daß ich nicht lache...
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