Maria (41) und Tatiana (16) G. aus München werden seit 13. Juli vermisst.

Mutter und Tochter vermisst, Handys aus: Jetzt aktiviert Polizei WhatsApp-Account der Vermissten

News Team
Von News Team

Seit über zwei Monaten sind Maria G. (41) und Tochter Tatiana (16) aus München verschwunden. Die beiden Frauen wollten am 13. Juli (Samstag) zum Shoppen gehen, kamen aber niemals im Einkaufszentrum an. Ehemann und Stiefvater Roman H. (44) sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Doch von den Leichen fehlt weiterhin jede Spur. Neue Beweise belasten H. schwer. Jetzt greift die Polizei zu einem weiteren Mittel, um den mutmaßlichen Täter zu überführen.

Laut "Bild" sollen die Ermittler die Messengerdienste WhatsApp und Viber auf den Smartphones der beiden Vermissten aktiviert haben. Dafür sollen die SIM-Karten geklont worden sein. Dies sei nur nach einem richterlichen Beschluss möglich und wurde schon bei anderen ungelösten Kriminalfällen praktiziert.

Nachrichten, die nach dem Ausschalten des Handys nicht mehr zugestellt werden konnten, können so in Einzelfällen wieder empfangen und sichtbar gemacht werden, heißt es. Ein Rätsel gibt den Ermittlern auch die Tatsache auf, dass Marias Profilbild bei WhatsApp seit dem 14. August gelöscht ist - einen Monat nach dem Verschwinden der beiden Frauen.

Polizei vermutet Mord und Totschlag

In der vergangenen Woche hatte die Polizei Beweise präsentiert, die Roman H. schwer belasten. So wurden im Truderinger Forst eine Fußmatte und ein Teppich aus der Wohnung gefunden. An beidem klebte das Blut von Mutter und Tochter. Ein Augenzeuge hatte den Wagen des 44-jährigen Deutschrussen in der Nähe gesehen, weshalb die Ermittler überhaupt im Wald gesucht hatten.

Die Fußmatte wurde im Truderinger Forst gefunden.
Polizei MünchenDie Fußmatte wurde im Truderinger Forst gefunden.

Laut "Bild" sollen auch in der Wohnung Blutspuren sichergestellt worden sein. Einen Einbruch schließen die Ermittler aus. Es gebe keine Spuren, wonach die Wohnungstür mit Gewalt geöffnet worden war.

"Wir gehen von einem Totschlag und von einem Mord im Rahmen der Verdeckungshandlung aus", so Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich. Demnach soll Roman H. zunächst seine Frau getötet haben und schließlich seine Stieftochter, um das Verbrechen zu vertuschen.

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Erdrückende Beweislage

Die Beweislage sei Strafrechtsexperte Raban Funk zufolge erdrückend. Der "Bild" sagte er:

Die Blutspuren am Teppich, der aus der Wohnung stammt, sowie die Blutspuren in der Wohnung reichen aus, um zu beweisen, dass Mutter und Tochter gewaltsam in der Wohnung zu Tode gekommen sind. Und ihre Leichen mit dem Teppich weggeschafft worden sind.

Möglich sei ein Mord aus Habgier. Denn die 41-Jährige, die aus einer sehr gut situierten Familie kommt, besitzt eine teure Wohnung in der Innenstadt von Moskau. Nach russischem Recht werden Vermisste nach fünf Jahren für tot erklärt. Dann erbt der unmittelbare Lebenspartner, also Roman H.

H. hatte Ehefrau und Stieftochter zwei Tage nach deren verschwinden am 15. Juli selbst bei der Polizei als Vermisst gemeldet. Sechs Tage später wurde er selbst wegen dringenden Tatverdachts festgenommen.

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