Mutter steckte Tochter in Hundebox und quälte sie mit Elektrohalsband - Urteil gefallen

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Mutter steckte Tochter in Hundebox und quälte sie mit Elektrohalsband - Urteil gefallenFoto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)
News Team
Von News Team

Hannover. Im Fall einer 44-jährigen Frau aus Burgwedel, die ihre kleine Tochter mehrmals in eine Hundetransportbox einschloss und das Mädchen unter anderem mit einem verbotenen Elektrohalsband quälte, ist das Gericht zu einer Entscheidung gekommen. Die 44-Jährige muss nun für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Der Frau war auch vorgeworfen worden, das damals sechs- beziehungsweise siebenjährige Mädchen in einem Wald ausgesetzt zu haben. Das Kind sollte nur in Strümpfen dem Auto hinterherlaufen. Die Jugendkammer sah nun als erwiesen an, dass die Frau ihre heute neunjährige Tochter mit drastischen Maßnahmen züchtigte, wie „Bild“ berichtet.

„Es hat uns lange beschäftigt, wie wir auf die Taten reagieren sollen“, sagte Richter Stefan Lücke (46) am Ende der Verhandlungen. „Hier das Strafmaß zu finden, ist fast unmöglich“. Der 44-Jährigen rechnete die Kammer hoch an, dass sie nach anfänglichem Leugnen ihre Taten schließlich gestand. „Ich habe versagt“, erklärte die Frau am Dienstag.

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Seit der Misshandlung leidet das Kind an psychischen Problemen. Unter anderem beobachteten die behandelnden Ärzte, dass sich das Mädchen etwa beim Zuschlagen einer Tür stundenlang unter dem Sofa verkroch. Zudem reiße sie sich manchmal die Haare aus und werde von Flashbacks heimgesucht. Auch sei das Kind oft geistig abwesend.

Staatsanwaltschaft forderte fünf Jahre Haft, Verteidigung wollte Bewährung

In der Anklage hatte die Staatsanwaltschaft fünf Jahre Haft für die 44-Jährige gefordert, die Verteidigung plädierte für eine Bewährungsstrafe. Im Urteil erklärte Richter Lücke: „Die Gesellschaft kann solche Taten nicht hinnehmen“. Die von der Verteidigung beantragte Aufhebung der Haftstrafe wäre deshalb nicht tat- und schuldangemessen.

Jugendkammer: Angeklagte hätte anders handeln können und müssen

Bei der Urteilsfindung bewertete die Kammer auch, dass das Mädchen trotz allem seine Mutter liebt, „auch wenn sie Angst vor ihr hat“. Die 44-Jährige sei keine „abgebrühte Mutter“, der ihr Kind egal sei. Vielmehr habe die Angeklagte aus Überforderung und Verzweiflung gehandelt und dabei Tabus gebrochen. „Sie hätte anders handeln können und müssen“, so der Richter.

Seit Bekanntwerden des Missbrauchs befindet sich das Mädchen zusammen mit der vierjährigen Schwester in Obhut des Jugendamts. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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(feb)

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