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Halle: Angriff auf Synagoge an Yom Kippur - 2 Tote, mehrere Verletzte

Halle: 2 Tote nach Angriff auf Synagoge an Jom Kippur - Polizei nimmt 27-jährigen Deutschen fest

News Team
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Von News Team

Halle/Saale (Sachsen-Anhalt). Bei einem Anschlag am Mittwochmittag vor der Synagoge im Paulusviertel sind ein Mann und eine Frau getötet worden, mehrere Menschen wurden verletzt. Nach der Tat flüchtete der mutmaßliche Täter in einem Auto. Einen Mann konnte die Polizei wenig später in einem Kindergarten im 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) festnehmen.


Nach Angaben des Bundeskriminalamtes gehen die Ermittler inzwischen von einem rechtsextremistischen Hintergrund aus. Bei dem Vorfall soll der Tatverdächtige nach Angaben des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde versucht haben, die Tür der Synagoge aufzuschießen. Dafür soll er Sprengsätze vor dem Gebäude abgelegt haben. Seit Dienstagabend feiern die Juden ihren höchsten Feiertag, Jom Kippur („Versöhnungstag“).

Tatverdächtiger schoss offenbar auf Taxifahrer

Nach dem Vorfall durften keine Menschen die Synagoge verlassen. Zunächst hieß es, die Tatverdächtigen könnten nach Leipzig unterwegs sein. In Wiedersdorf (Ortsteil von Queis östlich von Halle) kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem mutmaßlichen Täter und einem Taxifahrer, bei dem der Mann angeschossen wurde. Angeblich wollte der Angreifer seinen Wagen haben. Der Taxifahrer musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Oberbürgermeister berief Krisenstab ein

Auf Twitter forderte die Polizei die Menschen dazu auf, in ihren Wohnungen zu bleiben oder einen sicheren Ort aufzusuchen. Der Hauptbahnhof in Halle wurde gesperrt und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Der Oberbürgermeister berief am frühen Nachmittag den Stab für außergewöhnliche Ereignisse ein. Ein Bürgertelefon wurde unter der Rufnummer „115“ eingerichtet, auch das Land entsandte ein SEK zur Unterstützung vor Ort.

Festgenommener Tatverdächtiger ist Deutscher

Medienberichten zufolge soll es sich bei dem festgenommenen Tatverdächtigen um einen Deutschen aus dem Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) handeln. Weil der Mann auf der Flucht oder bei seiner Festnahme verletzt wurde, musste er operiert werden. Wie der MDR und „Bild“ unter Berufung aus Sicherheitskreise berichten, soll der Mann allein gehandelt haben. Bei dem von ihm verwendeten Fahrzeug handelt es sich um einen Mietwagen.

Außenminister Maas: Angriff „trifft uns ins Herz“

In den sozialen Medien verurteilten mehrere Politiker den Angriff: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident, Holger Stahlknecht (CDU), erklärte in Magdeburg, er sei tief betroffen und erschüttert.“ Außenminister Heiko Maas (SPD) twitterte: „Dass am Versöhnungsfest Yom Kippur auf eine Synagoge geschossen wird, trifft uns ins Herz“. Regierungssprecher Steffen Seibert: „Unsere Solidarität gilt allen Jüdinnen und Juden am Feiertag Yom Kippur.“


Sicherheitswarnungen aufgehoben

Seit 18 Uhr dürfen die Menschen wieder auf die Straßen. „Die Gefährdungslage für die Bevölkerung wird mittlerweile nicht mehr als akut eingestuft“, teilte die Polizei auf Twitter mit. Einsatzkräfte seien aber weiterhin vor Ort. Wer Fotos oder Videos von der Tat gemacht hat, wird gebeten, die Dateien der Polizei zukommen zu lassen. Dafür ist ein Hinweisportal im Internet eingerichtet worden:


Die Ermittlungen in dem Fall hat die Bundesgeneralanwaltschaft übernommen.

Update: Tatverdächtiger streamte Tat

Laut einem Bericht der „Bild“ soll es sich bei dem festgenommenen Tatverdächtigen um den 27-jährigen Stefan B. handeln. B. soll die Tat gefilmt und das Video als Livestream zur Verfügung gestellt haben. Die Aufnahmen zeigen die Ankunft des Täters vor der Synagoge, Waffen und Munition im Inneren des Mietwagens, wie der Mann Sprengsätze vor der dem Gebäude platzierte und wie er versuchte, die Tür aufzuschießen.

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1 Kommentar

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Komisch , wenn Rechtsradikale hier in Deutschland Menschen töten schreit hier keiner nach hartern Strafen.
Wenn es um harmlose Demionstranten geht ist die Aufregung groß.
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