Soko Tierschutz: Undercover in Deutschlands geheimsten Tierversuchslabor - Erschütternd!

Sterbender Hund nach Tierversuch mit giftigem Stoff
Sterbender Hund nach Tierversuch mit giftigem StoffFoto-Quelle: obs/SOKO Tierschutz e.V./SOKO Tierschutz/crueltyfree int
News Team
Von News Team

Ein Labor in der Nähe von Hamburg macht Giftigkeitsversuche an Hunden, Katzen, Affen und Kaninchen - für Kunden in der ganzen Welt. Eine Undercover-Recherche von Soko Tierschutz und Cruelty Free International liefert nun verstörende Einblicke, die in ihrer Brutalität und Grausamkeit verstörend sind.

Laut Soko Tierschutz agiere das Labor völlig abgeschottet. "Einblicke, selbst durch die Politik, waren unerwünscht", heißt es von den Tierrechtsaktivisten. Und weiter: "Mit dieser Aufdeckung erhält das aktuelle Vertragsverletzungsverfahren der EU wegen der schlechten Zustände in deutschen Tierversuchslabors erschütternde Beweise für das Versagen der deutschen Politik beim Schutz von Versuchstieren."

Diese Bilder von Soko Tierschutz und Cruelty Free International stammen aus dem Inneren des Laboratory of Pharmacology and Toxicology, kurz LPT:

Zum Sterben auf den Flur gelegt
obs/SOKO Tierschutz e.V./SOKO Tierschutz/crueltyfree intZum Sterben auf den Flur gelegt
So traurig: sterbender Beagle
obs/SOKO Tierschutz e.V./SOKO Tierschutz/crueltyfree intSo traurig: sterbender Beagle

"Die Hunde gingen teilweise grausam zugrunde und wurden nicht ausreichend überwacht und umsorgt", so die Tierschützer. Die gesamte Hundehaltung verfüge über kein nach EU-Recht vorgeschriebenes Beschäftigungsmaterial. "Es ist erschütternd zu sehen, wie sich diese Hunde nach Zuneigung und Fürsorge verzehren und dann so erbärmlich in ihrem Blut sterben müssen", beschreibt Soko-Tierschutz-Ermittler Friedrich Mülln die Szenen.

Den schlimmsten Haltungsbedingungen in dem Labor seien jedoch die Affen ausgesetzt. Sie werden Soko Tierschutz zufolge bei Versuchen mit äußerster Grobheit behandelt: So sei es zu blutigen Verletzungen gekommen, und ein Mitarbeiter habe einen Affen absichtlich krachend gegen die Türkante geschlagen. Widerstand gegen solche Übergriffe sei nach Aussagen eines Mitarbeiters sinnlos.

Affe in Tierversuch für Giftigkeitstests
obs/SOKO Tierschutz e.V./SOKO Tierschutz/crueltyfree intAffe in Tierversuch für Giftigkeitstests

Die meisten Studien enden mit dem Tod der Tiere.

"Jedes Jahr werden hunderttausende Tiere in Europa für regulatorische, toxikologische Tests vorsätzlich vergiftet. Unsere Recherche enthüllt entsetzliches Tierleid, unzulängliche Pflege der Tiere, schlechte Praktiken und Brüche europäischen und deutschen Rechts. Wir fordern eine umfassende Aufarbeitung dieses Falls und allgemein solcher Tierversuche in Europa", so Michelle Thew von Cruelty Free International.

Der "Süddeutschen Zeitung" teilte Labor mit den Recherchen konfrontiert unterdessen schriftlich mit, die Behörden hätten die Tierhaltung bisher nie beanstandet. Laut der Zeitung habe die Behörde, die für die Kontrolle zuständig sei, am Mittwoch ein Verfahren eingeleitet - nachdem Anfang der Woche SZ und ARD bei eben dieser Behörde nachgefragt hatten, ob man von den Zuständen im Labor wisse und vor allem, welche Konsequenzen man bisher gezogen habe.

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