Brunsbüttel: Mutter (41) und Sohn (8) verschwunden - Polizei stellt Suche ein

Seit 2 Wochen verschwunden: Eine 41-Jährige und ihr acht Jahre alter Sohn. D ...
Seit 2 Wochen verschwunden: Eine 41-Jährige und ihr acht Jahre alter Sohn. Die Polizei hat inzwischen die Suche eingestellt.Foto-Quelle: Polizeidirektion Itzehoe
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Seit zwei Wochen sind eine 41-jährige Mutter aus Schleswig-Holstein und ihr acht Jahre alter Sohn verschwunden. Jetzt haben Ermittler die gezielte Fahndung nach der Vermissten eingestellt, wie die Polizei am Montag (28. Oktober 2019) mitteilte.

Grund dafür ist ein Lebenszeichen der 41-Jährigen aus der vorigen Woche: Die Frau hatte sich am vergangenen Dienstag telefonisch bei ihrer 18 Jahre alten Nichte in Hessen gemeldet und rund neun Minuten lang gesprochen.

Darum gelten die beiden nicht mehr als vermisst

"Durch das Telefonat mit ihrer Nichte ist die Kripo davon überzeugt, dass es beiden soweit gut geht und beide somit nicht mehr als vermisst gelten", so die Polizei am Montag.

Die 41-Jährige aus Norddeutschland hatte bei der Nichte mit unbekannter Nummer angerufen, um sich über den Stand der Ermittlungen zu informieren. Die Nichte hatte die Ermittler darüber in Kenntnis gesetzt.

Erneute Fahndung möglich

Es kann jedoch sein, dass die Polizei die Fahndung nach der Frau wieder aufnimmt. Dann nämlich, so die Polizei, wenn die Staatsanwaltschaft Hanau einen Haftbefehl gegen die Frau erlässt.

Denn die Ermittler vermuten, dass die Frau verschwunden ist, weil sie eigentlich einen Tag nach ihrem Verschwinden eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und 6 Monaten hätte antreten müssen.

Die Strafe war durch einige Betrugsdelikte zustande gekommen. Sollte wegen der nicht angetretenen Haft erneut nach ihr gesucht werden, geschehe dies allerdings nicht mehr durch eine öffentliche Fahndung, so die Polizei. Dafür seien die ihr vorgeworfenen Delikte zu gering.

Frau zunächst in Spanien vermutet

Im Rahmen der Vemisstenfahndung hatte die Polizei zunächst vermutet, dass sich die Frau aus dem Kreis Dithmarschen mit ihrem Sohn nach Spanien abgesetzt haben könnte. Dies soll die Frau gegenüber einem Bekannten angegeben haben, dem sie Hausratsgegenstände verkauft hatte.

Doch diese Theorie war ins Wanken geraten, nachdem die Kripo über die Familie der Frau festgestellt hatte, dass sie in Spanien gar keine Verwandten habe, wie sie dem Bekannten erzählt haben soll. Von daher sei der Aufenthaltsort wieder relativ offen, so die Ermittler in der vergangenen Woche.

So akribisch plante 41-Jährige ihre Flucht

Zuvor hatte der Bekannte der Polizei gesagt, dass die 41-Jährige ihm mitgeteilt habe, dass sie ihre Haftstrafe nicht antreten wolle.

Sie habe darüber hinaus erwähnt, sie werde ihr Lebensumfeld verlassen und habe vor, Familienangehörige in Spanien aufzusuchen. Sie hätte dazu auch einige große Koffer besorgt. Offenbar eine Lüge.

Die Kripo Heide hat daraufhin Kontakt mit Interpol aufgenommen, um die Behörden in Spanien zu informieren. "Ob die Frau tatsächlich nach Spanien gereist ist und um welche Gegend in Spanien es sich gegebenenfalls handelt, ist noch nicht bekannt", so die Polizei in der vorigen Woche.

Konten leergeräumt

Die Kriminalpolizei konnte zuvor bereits ermitteln, dass die Frau vor ihrem Verschwinden ihr Konto und das des Sohnes leergeräumt hatte. Zudem hat die Frau ihre kompletten Ausweispapiere dabei sowie einige Tage vor ihrem Abtauchen für mehrere tausend Euro ihr Auto verkauft.

Kurz nach ihrem Verschwinden hatte die Polizei vermutet, dass die Frau Suizid begangen haben könnte. Dies hatte sie gegenüber ihrer 19 Jahre alten Tochter ausgesagt, die nach ihrem Verschwinden die Polizei alarmiert hatte.

Für die Fahndung nach den Vermissten hatte die Polizei mehrere Fotos von Mutter und Sohn veröffentlicht.



+++ Ursprüngliche Meldung vom 14. Oktober 2019 +++

Am späten Abend des 13. Oktober hatte die Frau angekündigt, Selbstmord begehen zu wollen. Daraufhin hatte die 19-jährige Tochter der Frau die Polizei alarmiert.

Bei der Suche nach den beiden Vermissten am späten Sonntagabend hatten Einsatzkräfte Fußspuren im Watt entdeckt, die darauf hindeuteten, dass die Mutter und ihr Sohn sich in der Nähe des Wassers aufgehalten haben. Außerdem wurden Kleidungsstücke und Schuhe in der Nähe einer Buhne gefunden.

Taucher, Seenotkreuzer, Hubschrauber im Einsatz

Für die Suche nach der Frau und dem Jungen war Sonntagnacht ein Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz. Stundenlang suchten Taucher und eine Rettungshundestaffel das Gelände zwischen dem Yachthafen und dem Anleger der Elbfähre in Brunsbüttel mit Wärmebildkameras und Nachtsuchgerät ab.

Zur Unterstützung wurde ein auf Helgoland stationierter Hubschrauber angefordert, außerdem im Einsatz waren Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGZRS) und Boote der Wasserschutzpolizei.

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Kapitäne aus der Berufsschifffahrt wurden aufgefordert, die Scheinwerfer ihrer Schiffe auf das Elbufer und das Wasser zu richten. Die 19-jährige Tochter der vermissten Frau wurde durch den Rettungsdienst und die Notfallseelsorge betreut.

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1 Kommentar

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Spannende Geschichte. Hübsche Frau aber leider eine Betrügerin. Und der Sohn erlebt was. Schade nur, dass hier auch die Leistung der Rettungskräfte verpulvert wird.
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