Frankenthal: Junges Paar wegen Kindesmissbrauch verurteilt

Frankenthal: Junges Paar wegen Kindesmissbrauch verurteilt
Frankenthal: Junges Paar wegen Kindesmissbrauch verurteiltFoto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)
News Team
Von News Team

Frankenthal/Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz). Um sich vermutlich sexuell zu befriedigen, sollen sie ihr nur sieben Wochen altes Baby am After und am Penis schwer verletzt haben. Ein Jahr nach den Taten muss ein junges Paar aus Ludwigshafen nun für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Urteil gegen die beiden fällte das Frankenthaler Landgericht am Freitag.

Der Richter sah jedoch nicht als erwiesen an, dass die 26-jährige Mutter und der zwei Jahre jüngere Vater ihr Baby aktiv misshandelt haben, wie „SWR“ berichtet. Auch ein sexueller Missbrauch des Säuglings sei den beiden nicht nachzuweisen. Ihre Schuld zeichne sich aber dadurch aus, dass sie nichts gegen den Missbrauch getan hätten. Daher erging das Urteil wegen Misshandlung Schutzbefohlener durch Unterlassen.

In seiner Urteilsbegründung betonte der Richter, in dem Fall gelte der Grundsatz der Unschuldsvermutung. Die Beweislage sei bei dem Prozess schwierig gewesen - weder der Mutter noch dem Vater habe die Staatsanwaltschaft konkrete Taten nachweisen können. Da der Missbrauch im kleinen Kreis der Familie stattgefunden habe, habe es auch keine Zeugen gegeben, die vor Gericht hätten aussagen können.

Junge Eltern sollen überfordert gewesen sein

Nach Angaben des Richters waren die beiden Angeklagten zum Zeitpunkt der Taten noch unreif. Ihren Kinderwunsch hätten sie überstürzt in die Tat umsetzen wollen. Die junge Mutter habe „etwas Eigenes“ haben wollen und ihrer eigenen Mutter beweisen wollen, dass sie die Mutterrolle ausfüllen konnte. Auch kritisierte der Richter laut „SWR“ die massive Vorverurteilung der Eltern durch die Medien und im Internet.

LESEN SIE AUCH... Ludwigshafen: Paar wegen schweren Kindesmissbrauchs vor Gericht

Staatsanwaltschaft hatte hohe Strafe für Mutter gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte zu Beginn des Prozesses eine achtjährige Haftstrafe für die Mutter und vier Jahre Haft für den Vater gefordert. Die beiden hätten ihr Kind schwer misshandelt, unter anderem um sich sexuell zu befriedigen, aber auch davor das Baby schon mehrmals gequält. Nach dem angeblichen sexuellen Missbrauch vor einem Jahr habe das Kind nur durch eine Notoperation gerettet werden können.

Verteidigung kündigte bereits Revision an

Vor der Urteilssprechung am Freitag hatte die Verteidigung noch einmal einen Freispruch für die Eltern gefordert. Den beiden seien keine Taten nachzuweisen. Nach dem Urteil wegen Misshandlung Schutzbefohlener durch Unterlassen hat der Verteidiger des Vaters bereits angekündigt, dass sein Mandant in Revision gehen wird. Laut „SWR“ prüft der Verteidiger der Mutter derzeit noch, ob er das Urteil anfechten will.

IM VIDEO | Deutschlands vermisste Kinder

Mehr zum Thema

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren