Vergoldete Metallbarren: Sparkasse kauft 18-Jährigen falsches Gold für 300.000 Euro ab

Die Sparkasse Göttingen kaufte falsche Goldbarren für 300.000 Euro - wert wa ...
Die Sparkasse Göttingen kaufte falsche Goldbarren für 300.000 Euro - wert war das vergoldete Metall nur 9900 Euro.Foto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

In Göttingen muss sich ein 21-Jähriger wegen gewerbsmäßigen Betrugs vor Gericht verantworten. 2016 hatte der damals 18-Jährige im Internet vergoldete Metallbarren für 9900 Euro erworben und später der Sparkasse als Gold für rund 300.000 Euro verkauft. Dabei behauptete er, das Gold stamme aus einer Erbschaft. Der Angeklagte gestand die Tat über seinen Verteidiger ein. Weshalb die Sparkasse den Betrug zunächst nicht bemerkte, ist derzeit noch unklar.

"Es wird nicht bestritten, dass es so war", räumte der Angeklagte laut "Welt" über seinen Anwalt die Vorwürfe ein. Bereits während der Ermittlungen hatte er zugegeben, im September 2016 vergoldete Metallbarren von einem Russen im Internet erworben zu haben.

In zehn Fällen verkaufte er der Sparkasse das Metall als Gold zum jeweiligen Gold-Tagespreis. Auf die Frage, ob er sich der Fälschung bewusst war, schwieg der kindlich wirkende Angeklagte. Als der Betrug schließlich aufflog, stellten die Ermittler 183.000 Euro auf dem Konto des Auszubildenden sicher. Unklar ist, was mit dem restlichen Geld geschehen ist. Dem Verteidiger zufolge habe sich der 21-Jährige einen Computer, ein Handy und möglicherweise auch Münzen gekauft. Seit seiner Kindheit ist der Angeklagte leidenschaftlicher Münzsammler.

Mutter fliegt bei Betrugsversuch auf

Mitangeklagt ist auch die Mutter des angehenden Kraftfahrers. Die Frau soll in einem Fall ebenfalls versucht haben, der Sparkasse Metall als Gold zu verkaufen. Der Versuch scheiterte jedoch, weil zu diesem Zeitpunkt bereits Ermittlungen gegen ihren Sohn liefen. Die Mutter wurde zu einer Strafe von 2100 Euro verurteilt.

Bundesbank: So einen Fall gab es noch nie

Warum die Sparkasse so lange nichts von dem Betrug bemerkte, wurde bislang im Prozess nicht thematisiert. Die Bundesbank hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass es solch einen Fall bislang noch nicht gegeben habe.

Normalerweise würden Banken Gold nur unter Vorbehalt kaufen. Erst nach einer Prüfung werde der Gegenwert ausbezahlt. Der Prozess soll im November fortgesetzt werden.

LESEN SIE AUCH

Dosensuppenhersteller "Sonnen-Bassermann" wird erpresst

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Wer den Schaden hat,...................................................! Es ist nicht alles Gold was glänzt !
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren