Leipzig: Vermummte schlagen Immobilien-Managerin nieder – und drohen weitere Gewalt an

Die Mitarbeiterin bekam mehrere Fausthiebe ins Gesicht
Die Mitarbeiterin bekam mehrere Fausthiebe ins GesichtFoto-Quelle: Tom und Nicki Löschner / pixabay (Symbolbild)
News Team
Von News Team

Wegen umstrittener Immobilienprojekte brannten in Leipzig bereits Baukräne. Jetzt sind linksextreme Aktivisten im Kampf gegen Gentrifizierung noch einen Schritt weiter gegangen: Sie haben die Mitarbeiterin einer Immobilienfirma überfallen und niedergeschlagen. In einem Schreiben drohen sie mit weiteren Taten.

Die betroffene Mitarbeiterin hat nach Informationen von FOCUS Online zu ihrem eigenen Schutz die Stadt erst mal verlassen. Sie wurde am Sonntagabend in ihrer Wohnung von Unbekannten überfallen und niedergeschlagen.

Mehrfache Schläge ins Gesicht

Wie die Polizei dem MDR bestätigte, klingelten zwei Vermummte bei ihr, drängten sie in ihre Wohnung und schlugen ihr mehrfach mit der Faust ins Gesicht, bevor sie mit den Worten „schöne Grüße aus Connewitz“ das Weite suchten.

Umstrittenes Neubauprojekt

Die Frau arbeitet für die Firma Wassermühlen Immobilien, das unter anderem ein Neubauprojekt von Eigentumswohnungen an der Wolfgang-Heinze-Straße im Leipziger Stadtteil Connewitz betreut. Geplant sind drei Wohnhäuser mit insgesamt 40 Eigentumswohnungen, die in dem traditionell linken Viertel äußerst kritisch gesehen werden.

Bekennerschreiben veröffentlicht persönliche Daten der Frau

Eine linke Internetplattform veröffentlichte in der Nacht zu Montag einen Beitrag, den die Fahnder als Bekennerschreiben werten. Darin wurden den Medienberichten zufolge Name und Privatadresse der attackierten Prokuristin genannt und ein Foto verlinkt. In dem mit "Hausbesuch in Leipzig" übertitelten Bericht heiße es unter anderem:

Wir haben uns […] entschieden, die Verantwortliche für den Bau eines problematischen Projekts im Leipziger Süden da zu treffen wo es ihr auch wirklich weh tut: in ihrem Gesicht.

Zudem enthalte er Drohungen, dass es weitere Gewalt gegen Häuser, Autos und Mitarbeiter eines Bauprojekts der Immobilienfirma geben werde.

LKA ermittelt

Das sächsische Landeskriminalamt stuft den Vorfall als linksextremistisch ein und hat die Ermittlungen übernommen. Die Leipziger Polizei wertet den Angriff als "neue Qualität linker Gewalt in Leipzig".

Keine besonderen Schutzmaßnahmen

Besondere Schutzmaßnahmen sind einem Polizeisprecher zufolge nicht geplant. Die Polizei sei schon nicht in der Lage, alle Baustellen in Leipzig dauerhaft zu bewachen, zitiert ihn der MDR. Zusätzlich Personen zu schützen, sei "schlicht illusorisch".

OB Jung warnt vor sich zuspitzender Gewalt

"Die Grenze ist überschritten", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und warnte: "Erst brennen Barrikaden und Mülltonnen, dann werden Wehrlose angegriffen – der Weg zum politischen Mord ist nicht mehr weit, wenn der Rechtsstaat nicht mit allen Mitteln und aller Konsequenz eingreift."

Erst in der vergangenen Woche hatte es wegen Brandanschlägen auf Baukränen, die dem linksextremen Spektrum zugeordnet werden, ein Krisengespräch mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Innenminister Roland Wöller (beide CDU) sowie Spitzenvertretern von Verfassungsschutz und Polizei gegeben.

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