Bad Nauheim: Überdosis Schlafmittel in Plätzchen - Krankenschwester soll Kollegen vergiftet haben

Bad Nauheim: Krankenhaus-Mitarbeiter mit Plätzchen und Kaffee vergiftet.
Bad Nauheim: Krankenhaus-Mitarbeiter mit Plätzchen und Kaffee vergiftet.Foto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Giftskandal an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim. Eine Krankenschwester soll fünf Kollegen unterschiedlicher Abteilungen mit Schlafmittel in Kaffee und Plätzchen vergiftet haben. Die Opfer erlitten Schwindel- und Ohnmachtsanfälle. In einem Fall bestand sogar Lebensgefahr. Über das Motiv der Krankenschwester ist nichts bekannt. Sie sitzt derzeit wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft und streitet alle Vorwürfe ab. Doch der Dienstplan wurde ihr zum Verhängnis.

Wie die "Gießener Allgemeine" berichtet, gab es die ersten Vorfälle bereits im September 2017. Damals hatten zwei Mitarbeiter plötzlich und Schwindel gelitten und waren bewusstlos geworden. Kurze Zeit später ereigneten sich in der Klinik zwei weitere Ohnmachtsanfälle beim Personal. Eine Person schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Im Blut der Opfer wurde eine Überdosis eines benzodiazepinhaltigen Schlafmittels nachgewiesen, woraufhin die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufnahm.

Offenbar hatten die Opfer das Gift über Kaffee und Plätzchen konsumiert. Ein Täter oder eine Täterin konnte zum damaligen Zeitpunkt nicht überführt werden. Es blieb nur der Verdacht, dass es sich um einen Mitarbeiter der Klinik handelt müsste.

Dienstplan überführt Tatverdächtige

Eineinhalb Jahre gab es keine weiteren Auffälligkeiten, ehe im März 2019 erneut eine Mitarbeiterin der Klinik wegen einer Überdosis des Schlafmittels kollabierte. Wieder wurde das Gift in Kaffee und Plätzchen gemischt. Durch einen glücklichen Zufall geriet das Opfer diesmal nicht in Lebensgefahr, so die Zeitung.

Im Rahmen der Ermittlungen fiel der Verdacht schnell auf eine Krankenschwester, die sowohl bei den Vorfällen 2017 als auch im März 2019 zum Tatzeitpunkt Dienst hatte. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung wurde die Packung des Schlafmittels der Klinik im Hausmüll gefunden. Im Mixer wurden Spuren des Gifts sichergestellt. Es sei denkbar, dass in dem Küchengerät das Schlafmittel dem Plätzchenteig zugefügt worden war. Gesicherte Erkenntnisse gebe es diesbezüglich aber noch nicht.

Anklage wegen versuchten Mordes

Die verdächtige Krankenschwester sitzt jedoch seit September in Untersuchungshaft. "Die Staatsanwaltschaft Gießen hat Ende Oktober Anklage wegen dreier Fälle von gefährlicher Körperverletzung erhoben. In einem Fall in Tateinheit mit versuchtem Mord", so Rouven Spieler, ein Sprecher der Behörde gegenüber der "Gießener Allgemeine".

Über das Motiv gibt es bis dahin keine Vermutungen. Die Beschuldigte war seit den 80-er Jahren ununterbrochen an der William-Harvey-Klinik tätig, die seit 2014 der Kerckhoff-Klinik angehört. Die Opfer sind nach Aussage des Krankenhauses wieder voll genesen.

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