Flensburg: Mutter (25) erstochen - Cold Case neu aufgerollt

Flensburg: Prostituierte erstochen - Mordfall aus 1994 neu aufgerollt
Flensburg: Prostituierte erstochen - Mordfall aus 1994 neu aufgerolltFoto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Flensburg (Schleswig-Holstein). Vor über 25 Jahren, am 9. August 1994, wurde die junge Prostituierte Sylvia D. in einer Wohnung in der Nähe des Bahnhofs auf brutale Weise getötet. Viele Nachbarn hörten die Hilferufe der Frau, doch keiner wählte den Notruf. Der Täter entkam und wurde nie gefasst. Nun rollt die Polizei den alten Mordfall neu auf und bittet um Hinweise.

Als "Mandy" warb Sylvia D. in der "Flensburger Wochenschau" und der "Hamburger Morgenpost" um neue Freier. Die Männer empfing die als lebenslustig und feierfreudig beschriebene Frau und Mutter von zwei kleinen Mädchen in einer Wohnung in der Bahnhofstraße, direkt gegenüber vom Bahnhof. Außer ihr arbeiteten noch weitere Prostituierte in dem Mehrfamilienhaus.

Am späten Nachmittag des 9. August 1994, einem Dienstag, hörten Anwohner plötzlich Schreie aus der Wohnung von Sylvia D. Es war heiß, viele Balkontüren und Fenster waren geöffnet. Trotzdem wählte niemand den Notruf. Einige der Ohrenzeugen erklärten später, man sei daran gewöhnt, manchmal aus der Wohnung Lärm und Geräusche zu hören.

In diesem Mehrfamilienhaus am Flensburger Bahnhof wurde Sylvia D. am 9. August 1994 von einem unbekannten Täter brutal ermordet. Die Ermittler hoffen, den Fall nach 25 Jahren mithilfe neuer Hinweise doch noch aufzuklären.
Landeskriminalamt Schleswig-HolsteinIn diesem Mehrfamilienhaus am Flensburger Bahnhof wurde Sylvia D. am 9. August 1994 von einem unbekannten Täter brutal ermordet. Die Ermittler hoffen, den Fall nach 25 Jahren mithilfe neuer Hinweise doch noch aufzuklären.

Unbekannter stach 30-mal auf Opfer ein

Die Ermittler gingen damals davon aus, dass die junge Frau direkt nach dem Öffnen der Wohnungstür gestoßen und geschlagen worden ist. Anschließend wurde sie mit rund 30 Messerstichen getötet. Bizarres Detail: Der Täter nahm die blutige Kleidung des Opfers sowie ein Gewebestück aus dem Körper mit.

Nach der Tat entkam der Mann unerkannt. Ein Taxifahrer sagte später aus, er habe an diesem Tag im Bereich des Bahnhofs einen Fahrgast mit blutiger Kleidung befördert. Auf Nachfrage habe der Mann behauptet, er sei Fleischer. In Deutschland gibt es bis heute keine Tat mit vergleichbarem Muster.

Offenbar wusste der Täter, in welchen Wohnung Prostituierte arbeiteten. Eine Frau, die im selben Haus arbeitete, gab an, ein Jahr zuvor in einer Nachbarwohnung von einem Mann angegriffen worden zu sein, der seine Schuhe auszog, bevor er sie attackierte. Ihr Freund, der zufällig anwesend war, rettete sie.

Sylvia D. galt als lebenslustige junge Frau. Die Mutter von zwei kleinen Mädchen wurde nur 25 Jahre alt.
Landeskriminalamt Schleswig-HolsteinSylvia D. galt als lebenslustige junge Frau. Die Mutter von zwei kleinen Mädchen wurde nur 25 Jahre alt.

3000 Euro Belohnung für Hinweise

Auch 25 Jahre später ist die Tat trotz intensiver Ermittlungsarbeit noch immer nicht aufgeklärt. Im Landeskriminalamt Schleswig-Holstein hat das Team der Cold Case Unit den Altfall in Zusammenarbeit mit der zuständigen Mordkommission Flensburg deshalb wieder aufgerollt. Die Ermittler fragen:

  • Gibt es weitere Zeugen, die im August 1994 Personen mit auffälligem Verhalten oder blutiger Kleidung in der Nähe des Bahnhofs gesehen haben?
  • Gibt es ehemalige Bewohner des Hauses in der Bahnhofstraße 50, die damals nicht befragt werden konnten und weitere Hinweise geben können?
  • Kennt jemand die Herkunft der drei Knöpfe, die am Tatort gefunden wurden?
Knöpfe wie dieser wurden am Tatort gefunden. Die zugehörige Kleidung hat der Täter vermutlich mitgenommen.
Landeskriminalamt Schleswig-HolsteinKnöpfe wie dieser wurden am Tatort gefunden. Die zugehörige Kleidung hat der Täter vermutlich mitgenommen.

Für Hinweise, die zum Täter führen, hat das Landeskriminalamt eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Die Ermittler sind unter der Telefonnummer (0461) 4845555 erreichbar.

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