Wiesbaden: Gaffer stellt sich nach tödlichem Busunfall der Polizei

Nachdem die Polizei Fahndungsfotos veröffentlicht hat, stellte sich der 17-j ...
Nachdem die Polizei Fahndungsfotos veröffentlicht hat, stellte sich der 17-jährige mutmaßliche GafferFoto-Quelle: Polizeipräsidium Westhessen - Wiesbaden
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Nachdem Gaffer den Busunfall mit einem Toten und 28 Verletzten am Hauptbahnhof in Wiesbaden gefilmt hatten, entschied sich die Polizei zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie veröffentlichte Fotos aus einer Überwachungskamera, die einen Tatverdächtigen zeigen. Wenig später stellte sich der Jugendliche der Polizei.

Der 17-Jährige steht im Verdacht, nach dem Unfall im November das Handy gezückt zu haben - statt zu helfen.

Die Ermittler hatten am Dienstag (14. Januar 2020) eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Mann gestartet und dafür zwei Fotos von dem Tatverdächtigen veröffentlicht. Noch am selben Tag habe sich der 17-Jährige der Polizei gestellt, berichtet die "Hessenschau".

Gegen den mutmaßlichen Gaffer - und einen zweiten Tatverdächtigen - hat die Wiesbadener Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen eingeleitet.

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Die Veröffentlichung der Fotos des mutmaßlichen Gaffers ist eine ungewöhnliche Maßnahme, die die Polizei so begründet: "Die Zurschaustellung der Hilflosigkeit der von dem Unfall betroffenen Menschen erscheint nach dem Beschluss des Amtsgerichtes Wiesbaden derart eklatant und entwürdigend, dass diese Maßnahme getroffen wird, um den Täter zu identifizieren", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Wiesbaden und der Polizei Wiesbaden.

So eine Fahndung gab es noch nie

"So eine Öffentlichkeitsfahndung gab es noch nie", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen dem Hessischen Rundfunk. Damit wolle man bewusst ein Statement setzen. "Wir drehen den Spieß einfach um."Wie zuvor die gefilmten Opfer werde jetzt der Täter den neugierigen Blicken der Öffentlichkeit ausgesetzt.

Die Bilder für die Öffentlichkeitsfahndung stammen aus der Videoüberwachung eines Linienbusses, der am Unfallort stand. Laut Polizei ist darauf zu erkennen, dass der junge Mann äußerst rabiat vorging, um mit seinem Handy den Unfall zu filmen: Demnach soll er dafür sogar andere Menschen abgedrängt haben.

Mindestens ein Zeuge habe versucht, den 17-jährigen Tatverdächtigen davon abzuhalten, einen Verletzten zu filmen, so die Polizei. Doch vergebens. Das Video mit den Aufnahmen vom Unfall soll der Beschuldigte über einen Nachrichtendienst verbreitet haben.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten sich auch gegen einen zweiten Mann, der bereits von der Polizei identifiziert werden konnte. Als der 38-Jährige Mitte Dezember ein Polizeirevier in Wiesbaden aufsuchte, um in anderer Sache Anzeige zu erstatten, erkannte ein Beamter des Reviers den mutmaßlichen Gaffer.

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Das Handy des Mannes wurde beschlagnahmt, die Bildaufnahmen werden ausgewertet.

Deutliche Worte der Polizei

Mit der Aufklärung wollen die Strafverfolger nach eigenen Angaben ein "deutliches Signal setzen, dass solche Handlungen inakzeptabel sind".

Die Ermittler weisen mit deutlichen Worten darauf hin: "Menschen, die derartig handeln, riskieren ein mögliches Strafverfahren, die Beschlagnahme des Handys und weitere ernstzunehmende Konsequenzen bis hin zu einer Verurteilung vor Gericht."

85 Jahre alter Mann erleidet tödliche Verletzungen

Bei dem Unfall am 21. November 2019 war ein Bus in eine Haltestelle gerast.

Bei dem schweren Unfall erlitten 28 Menschen leichte bis schwere Verletzungen und mussten vom Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Ein 85 Jahre alter Fußgänger, der zusammen mit seiner Frau am Wartehäuschen eingeklemmt wurde, erlag seinen Verletzungen.

autoren wize.life

2 Kommentare

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an Dreistigkeit und Blödheit nicht zu überbieten. Zur Strafe müßte u.a. auch ein 1. Hilfekursus gehören
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Hoffentlich finden und HART bestrafen !!
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