Junge (15) wird erstochen – Fall ruht bei Gericht sechs Jahre lang

Der Fall um Tötung eines Jungen in Köln wird nach sechs Jahren wieder verhan ...
Der Fall um Tötung eines Jungen in Köln wird nach sechs Jahren wieder verhandeltFoto-Quelle: pixabay
News Team
Von News Team

Köln - 2013 ist der damals 15 Jahre alte Marlon im Stadtteil Ehrenfeld erstochen worden. Auf dem Takufeld von einem Nachbarn. Der Beschuldigte bestritt die Tat nicht. Wegen eines Formfehlers wurde das Urteil aufgehoben, Anfang 2014 kam der Täter frei. Erst jetzt soll der Fall wieder verhandelt werden – nach gut sechs Jahren.

Die Akte habe wegen Überlastung des zuständigen Kölner Landgerichts so lange geruht, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Nun solle eine Hilfskammer den Fall in der ersten Jahreshälfte verhandeln.

"Prozess wird alte Wunden aufreißen"

"Selbstverständlich begrüßt die Familie, dass der Prozess nun hoffentlich abgeschlossen wird", sagte der Kölner Rechtsanwalt Frank Hatlé der Zeitung, der die Familie des toten Jungen als Nebenkläger vertritt. "Aber es war schmerzhaft, so lange auf die Fortsetzung warten zu müssen." Der Prozess werde alte Wunden wieder aufreißen.

Streit wegen Tritten gegen Hund

Vor acht Jahren soll der heute 66 Jahre alte Angeklagte, wie Marlons Eltern aus der Schausteller-Szene, den Jugendlichen mit einem Stich ins Herz getötet haben. Vorangegangen war ein Streit mit dem Vater. Der hatte dem Angeklagten vorgeworfen, den trächtigen Hund der Familie getreten zu haben. Marlon war dem Vater gefolgt – davon soll sich der Angeklagte bedroht gefühlt haben, weshalb es zugestochen habe.

Mutter sah, wie ihr Sohn starb

Die Mutter des Jungen hatte vor Gericht ausgesagt, dass sie die Tat, die in der Nähe des Wohnwagens der Familie erfolgte, beobachtet hatte und sah, wie der Sohn zusammenbrach und starb. "Das war der schlimmste Tag in meinem Leben", zitiert der "Kölner Stadt-Anzeiger" die Frau.

Seit Januar 2014 auf freiem Fuß

Der Nachbar wurde im März 2013 vom Kölner Landgericht wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt. Da der Richter aber versäumt hatte, den Angeklagten in der Verhandlung über die Aussage von Marlons Schwester aufzuklären, die wegen Traumatisierung in Abwesenheit des Täters erfolgt war, kassierte der Bundesgerichtshof das Urteil, der Mann kam im Januar 2014 auf freien Fuß.

Urteil kann nicht härter werden

Die Verteidiger des Mannes hatten in erster Instanz auf Freispruch plädiert, da es sich um einen Unfall gehandelt habe, die Staatsanwaltschaft auf Mord.

Nun muss der Prozess wiederholt werden, wobei das Urteil laut Bericht aus rechtlichen Gründen nicht härter ausfallen kann als in erster Instanz.

Gerichtsurteil: Urlaubsanspruch kann vererbt werden

autoren wize.life

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.