Tochter beim Sterben zugesehen: Mordprozess gegen Eltern in Krems gestartet

Tochter beim Sterben zugesehen: Mordprozess gegen Eltern in Krems gestartet
Tochter beim Sterben zugesehen: Mordprozess gegen Eltern in Krems gestartetFoto-Quelle: Pixabay
News Team
Von News Team

Weil sie ihrer todkranken Tochter beim Sterben zugesehen und sich verweigert haben, einen Arzt zu holen, muss sich ein deutsches Ehepaar im österreichischen Krems vor Gericht verantworten. Aus religiösen Gründen sollen sie dem Kind eine medizinische Behandlung verweigert haben.

Laut Anklage starb die 13-Jährige im September 2017 nach einem zweijährigen Krankheitsverlauf im Haus der Familie in Krems. Sie hatte an einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung gelitten und dringend eine Behandlung benötigt. Diese sollen ihr die Eltern aus religiösen Gründen aber verweigert haben.

"Ich habe erwartet, dass Gott sie gesund macht"

Vor Gericht argumentierten die beiden, sie hätten die Entscheidung über die Behandlung der Tochter überlassen. Dies sei falsch gewesen. Dennoch bestreiten sie, das Mädchen durch Unterlassung ermordet zu haben: "Ich habe erwartet, dass Gott sie gesund macht", sagte der 35-jährige Mutter.

Krankheit bereits im Sommer 2017 entdeckt

Laut Jugendamt war die Krankheit bereits im Sommer 2017 festgestellt worden. Damals hatten Sozialarbeiter auf einen Arztbesuch des schwerkranken Kindes drängen müssen. Zwar brachten die Eltern das Mädchen ins Krankenhaus, danach soll es aber keinen Arzt mehr gesehen haben.

Todkrankes Mädchen hätte leben können

Im Obduktionsbericht hielt der zuständige Arzt fest, dass die Entzündung für den Tod der 13-Jährigen verantwortlich war. Die Krankheit wäre aber "beherrschbar gewesen", hätten die Eltern einen Arzt rechtzeitig eingeschaltet und die entsprechende medizinische Behandlung nicht verhindert.

Seit der Festnahme im September 2019 sitzt das Paar in Untersuchungshaft. Ein Urteil wird für den 19. Februar erwartet.

Auch in den USA hat ein Mann seinen Sohn sterben lassen. Das Kind musste die Nacht in der Garage verbringen und erfror.

Quelle: "Süddeutsche Zeitung"

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1 Kommentar

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man kann nur hoffen das die beiden nie wieder mehr frei sein werden. Auf nichts zu vertrauen ist schon weit ab der Realität!
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