25 LEDs beleuchten in einem Scheinwerfer des Audi A8 die Straße und machen s ...

Autolicht: Warum mich Blender und Blinde nerven

Wie halten Sie es eigentlich mit dem Licht? Je heller umso besser, Hauptsache ich sehe gut und die anderen sollen sehen wo sie bleiben? Und jetzt gibt es auch noch das Fernlicht für Alle. Da blickt keiner mehr durch.

Nachts macht Autofahren keinen Spaß. Wenn dann noch Schneetreiben oder Nebel hinzukommen, wird es zur reinen Qual. Die Augen brennen, sind überanstrengt, die Sicht ist schlecht und der Kopf müde. Blindflüge gegen Blender mag ich beim Autofahren überhaupt nicht. In all den Jahren sind Nachtfahrten anstrengender geworden. Die Sehkraft lässt mit zunehmendem Alter nach, ebenso die Fähigkeit des Auges, die Pupille schnell zu weiten und rasch wieder zu schließen. Da helfen auch keine roten Möhren oder Vitamin A Präparate. Dennoch, die mangelnde Sehkraft müsse ausgeglichen werden, um wieder sicher nachts zu fahren, meinen Ingenieure und blicken auf den wachsenden Anteil autofahrender Senioren.

Der Kampf um das hellste und stärkste Licht

Die Rezepte klingen nach Aufrüstung. Immer mehr Licht soll auf die Straße geworfen werden. Die Leuchtstärke nimmt zu ebenso wie die –weite. Als die ersten Xenon-Scheinwerfer aufkamen, war das Geschrei vor allem derjenigen groß, denen noch nicht die neuen Lampen die Straße erhellte. Sie fühlten sich gestört, geblendet und manche meinten blind in ein schwarzes Loch zu fahren, wenn sie einem Xenonfahrer begegneten.

LED-Beamer wie Flakscheinwerfer

Nun stecken in den Scheinwerfergehäusen Licht emittierende Dioden, die LEDs. Viele kleine elektronisch angeregte Leuchtpunkte ergeben ein Lichtbündel. Anfangs wurden die Dioden wie die Lichterketten am Tannenbaum in die Scheinwerfergehäuse gehängt. Ein Spiel der Designer – Wellenform, Haken oder Striche formten das Gesicht des Autos. Mal blickt es böse und grimmig, mal grinst es freundlich. Aber immer gleißender wird das Licht. Sein Weiß ist so unnatürlich weiß, dass es zu schmerzen scheint. Dagegen sind die Rücklichter älterer Fahrzeuge kaum mehr zu sehen, erst von ganz nah erkennbar, schwach leuchtend, in kleinen Lampen.

Taghell soll die Nacht erleuchtet werden

Die neueste Stufe der Lichttechnik hat jetzt Audi gezündet. 25 Hochleistungs-LEDs bündeln sich zu einem Flutlicht, dass die Straße taghell erleuchtet. Einem Flakscheinwerfer nicht unähnlich, kann der Strahl so geschaltet werden, dass er schon in Kurven hineinleuchtet, bevor der Fahrer das Lenkrad eindreht. Auch reagiert das volle Lichterband bei entgegenkommendem Verkehr. Wurde früher die Stärker von Fernlicht auf Abblendlicht heruntergefahren, werden jetzt die blendenden LEDs ausgeschaltet. Beim Passieren wird so eine LED aus- und die benachbarte wieder eingeschaltet. Großes Kino ist das. Das mag den Fahrer erfreuen, weil er mit vollem Fernlicht weiterfahren kann, und die Automatik ihm das Abblenden abnimmt.

Haben Sie einen Vorschlag?

Ist das die Zukunft des Fahrens bei Nacht? Wird immer mehr Licht auf die Straße geschüttet und am Ende sind alle geblendet vom strahlend-gleißendem Lichtweiß, das die Straßenbeleuchtung gar überflüssig macht - so überflüssig wie mittlerweile die Fußgänger behandelt werden? Wie stellen Sie sich die ideale Beleuchtung vor? Was halten Sie von immer stärkeren Scheinwerfern, die so stark blenden können, auch wenn sie es nicht sollten und wie verhält es sich mit der Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer? Fragen, die auf Antworten harren.

1 Kommentar

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es ist ja nichts einzuwenden gegen gute sicht, nur wenn fahrer ihre nebelschlußleuchten nicht mehr ausschalten, ihre scheinwerfer überall hinleuchten nur nicht auf die strasse, dann wird es schlimm.
die meisten schlecht eingestellten frontlichter kommen zu stande weil unfähige personen die lampen wechseln, dabei aber diese falsch einsetzen und somit zum blender werden. wenn eine lampe durchgebrannt ist, sollten fachmännisch beide lampen gewechselt werden. und vor allem richtige lampen zum reflektor passend vor allem. die modernen lichtanlagen mit LED sind meines erachtens schon wertvoll, da zum einen die lebensdauer weit länger ist und das licht gleichmässiger die strasse ausleuchtet.
aber auch hier sollten das einsetzten nur fachleute durchführen, vor allem die weiteneinstellung bei last ist so ein heikles thema, darum kümmern sich leider auch zu wenige der fahrer
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