Polyamorie - mehrere gleichzeitig lieben, Untreue ist normal

Polyamorie - mehrere gleichzeitig lieben, Untreue ist normal

Monika Preuk
Aktualisiert:

Wer sagt denn, dass sich in einer Partnerschaft Mann und Frau ewig treu sein müssen? Scheidungszahlen und die Statistiken übers Fremdgehen zeigen es: Der Mensch ist kaum für die Monogamie geboren. Nur die wenigsten Ehen, die in jungen Jahren geschlossen werden, halten bis ins hohe Alter ohne Krisen wegen Untreue...

Lebenslange Treue gibt es kaum, Polyamorie ist näher an der Realität

Polyamorie macht aus dieser Tatsache gelebte Wirklichkeit. Die Bezeichnung leitet sich aus dem griechischen poly für mehrfach und amor für Liebe ab und bedeutet das, was man früher als "offene Ehe" bezeichnete. Zwar bleiben die Partner zusammen und lieben sich, doch Abenteuer sind erlaubt. Dabei gibt es Paare, die sich dafür entscheiden, nach dem Motto "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß" zu leben. Jeder kann also alles tun, redet darüber aber nicht.

Seitenprung erlaubt und Partnertausch

Andere sprechen mit dem Partner darüber, und holen sich damit sozusagen das Einverständnis. Weitere Paare suchen sich gezielt gleichgesinnte und machen Partnertausch. Egal, wie Sie über dieses Beziehungsmodell denken - es hat den Vorteil, nicht verlogen zu sein. Jeder von uns kennt doch Partnerschaften, in denen einer den anderen nicht die Wahrheit sagt und ihn hintergeht. Dann ist Polyamorie ehrlicher. Ob sie dadurch auch einen respektvoller Umgang mit dem anderen bietet, sei jedoch dahingestellt.

Einer leidet meistens

Denn es zeigt sich, dass einer der beiden meist unter dem Freigeist des anderen leidet. Nämlich der, der etwas mehr liebt und zarter besaitet ist. Die Realität sieht manchmal so aus, dass der schwächere Partner - das muss nicht die Frau sein, oft ist es auch der Mann - dann alles mitmacht, was der andere fordert. In Wirklichkeit leidet er jedoch wie ein Hund. Klar, auch das ist dann irgendwann zu Ende, wenn der Leidensdruck zu viel wird.

Treue und Verlässlichkeit - zwei Tugenden?

Das ist jedenfalls meine Erfahrung bei Paaren im Bekanntenkreis, die nach diesen Prinzipien ihre Partnerschaft aufgebaut haben. Ich persönlich halte weniger davon, glaube an Liebe und Treue auch noch nach zehn Jahren oder mehr... Habe gerne einen Partner, auf den ich mich verlassen kann und der zu mir steht, auch wenns mal nicht zu gut geht. In guten und in schlechten Tage, wie es so schön heißt. Und ich bin davon überzeugt, dass eine Partnerschaft auf diese Weise auch wachsen kann und noch schöner wird - wenn man nicht gleich bei jeder Gelegenheit den Partner schnell abstellt und sich etwas Neuem hingibt... Oder was meint Ihr zur Polyamorie? Sind Treue und Verlässigkeit Auslaufmodelle in der Partnerschaft?

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5 Kommentare

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Ich finde es vollkommenen Unfug, wenn Paare sich ewige Liebe und Treue versprechen. Es ist der Effekt des unterbewussten Erziehungsprogramms.

a) Geh zur Schule, mach deine Hausaufgaben, lerne einen Beruf mit einem vernüftigen Einkommen, und dein Leben ist sicher. Alleine schon diese Annahme ist falsch, weil im Leben nichts sicher ist, doch das versucht man uns in die Wiege zu legen.

b) Irgendwann wird die/der Richtige kommen, dann wirst Du heiraten, eine Familie gründen und alles ist gut.

Das sind alles Illusionen, eines nicht existenten konformistischen und linearen Lebens. Das Leben verläuft linear. Was das Thema Polyamorie betrifft. Wenn sich zwei Menschen darauf einlassen dann können sie tun und lassen was sie wollen. Das "leiden" gehört dazu. Doch hat auch jeder die Freiheit aus diesem System auszusteigen. Keiner wird gezwungen. Es ist ein Teil des Gesellschaftswandels, ebenso wie z.B. homosexuelle Heirat Früher war alles heimlich heute ist es offiziell.
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Hmmm, mehrere Menschen gleichzeitig lieben....sicherlich möglich allerdings als alltagstaugliches Modell wohl schwer umzusetzen. Ohne das einer auf der Strecke bleibt.

Ein monogames Paar steckt in dem Dilemma zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und Exklusivität mit dem Partner und der Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer. Das geht häufig auf Dauer nicht zusammen.

Heimlich die Bedürfnisse auszuleben oder sie ganz zu unterdrücken ist die einzige Möglichkeit, das Modell Monogamie und das entsprechende Treueverständnis aufrechtzuerhalten. Aber das ist keine echte Treue, weder zu sich selbst noch zum Partner, Sollte man da nicht lieber mit seinem Partner über die eigenen Bedürfnisse sprechen???
Man sollte!
Was ist, wenn das nur noch mit anderen Menschen möglich ist? Hypothetisch?
Ich gewinne wieder Spaß an SB, wenn ich solche netten Statements lese. liebe Angelika!
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Begegnen sich Menschen, die tatsächlich ohne sich etwas vorzumachen ein Übereinkommen finden, so Bitte sehr.

Grundvoraussetzung ist aber, dass tatsächlich ALLE Beteiligten nicht aus Gefälligkeit dem anderen Gegenüber ihr Statement abgeben oder handeln…und genau das halte ich für kaum möglich denn über kurz oder lang werden sich die Herzen melden und dann ist die Fahrt auf der Achterbahn der Gefühle nicht mehr zu stoppen und bei solchen Fahrten versagen oft die Bremsen.

Ungebingt zu beachten ist auch, dass es immer wieder jemand geben wird, der am Wegesrand verletzt zurückbleibt….eine solche Lebensweise setzt doch gleichzeitig andere, mir persönlich sehr wichtigen Grundregeln ausser Kraft…..dabei denke ich z.B. an "zerstöre nicht das Leben/Glück von anderen" oder "gehe respektvoll mit den Gefühlen anderen um".

Polyamorie könnte die Wunschvorstellung von vielen sein, die besser versuchen sollten, die "eine" Partnerschaft in jeder Hinsicht mit Leben zu füllen.
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