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Vinyl auflegen und neue Klänge erleben

Wahre Werte: Die Rückbesinnung auf das Analoge

Sie haben gerade das neue iPhone 6 erstanden? Glückwunsch. Nur schade, in drei Jahren reif für den Elektroschrott. Aber es gibt andere schöne Dinge, die zwar altern, aber nicht veralten. Für mich sind es wahre Werte, moderner Luxus.

Der Run auf das iPhone 6 hat selbst die erfolgsverwöhnten Apple-Manager überrascht. Wie narrisch stürmten enthusiasmierte Freaks mit leuchtenden Augen die Verkaufsläden, um dann an die 700 Euro für das angesagte Telefon auf die Ladentheke zu blättern. Ein chices Teil, cool gestylt, ein Luxus, den man sich gönnen will.

Apple iPhone 6 – nach 3 Jahren Schrott?


Aber ist solch ein stylisches Smartphone wirklich Luxus? Was ist das für eine Art von Luxus, wenn in drei, vier Jahren längst neue, bessere und noch schönere iPhones auf den Markt kommen? Oder vielleicht der Hype um Apple in 5-6 Jahren vorbei ist, ein Kapitel in der Technikgeschichte, wie es der Ex-Gummistiefelhersteller aus Finnland, Nokia, geschrieben hat, der jetzt vom mahlenden Strom der Zeit überrollt wird?

Andy Warhol Superstar – Auf und Ab


Wahre Werte, bleibender Luxus, was ist das eigentlich? Sind die jetzt versteigerten Warhols die wahren Kunstwerke in Zeiten ihrer technischen Reproduzierbarkeit, weil sie am Anfang der Schaffensperiode des tschechischen Popart-Künstlers Andy Warhol von im selbst noch stammen und nicht in seiner Fabrik von Helfern gefertigt und vielfach gedruckt auf den Markt der Eitelkeiten geworfen wurden?

Uhren als Schmuck und überdauernder Wert


Die Werbung des schweizerischen Herstellers für Luxusuhren, Patek Philippe, zeigt mit ihren Motiven Vater und Sohn, Mutter und Tochter, wie sie ein Produkt der Firma betrachten. Die Assoziationen sind sofort da: Eine Uhr, die ihre Zeit überdauert. Sie wird über Generationen weitergegeben. Als Erbstück schreibt sie Familiengeschichte.

Diese Patek Philippe ist ein kleines technisches Wunderwerk der Mechanik. Zahnkränze greifen ineinander und bewegen die Zeiger auf dem Ziffernblatt. Es ist feinste Mechanik. Sie kommt ohne Batterie oder regelnde Elektronik aus. Kein Quarz schwingt, kein Chip teilt die Schwingungen in Sekunden, Minuten, Stunden. Die Mechanik wird immer aus sich heraus laufen.

Die Präzision der Feinmechanik


Auf ähnlichem Level bewegt sich auch eine Kamera, die vielleicht vor 50 Jahren gebaut wurde und den Namen Leica trägt. Sie kann auch Contarex Zeiss Ikon, Hasselblad oder Rollei heißen. Höchste mechanische Präzision und beste optische Qualitäten vereinen sie. Auf Chips verzichten sie. Die Elektronik mag noch so viel besser sein, präziser, ausgeklügelt und vielfältiger, an dem Fundament der alten kann sie nicht rütteln. Denn sie haben ihnen eines voraus: Sie altern, aber veralten nicht.

Internet der Dinge: Menschen bestimmen


Es ist mit den Händen zu greifen, dass nach der großen Flut der Elektronik, die sich in alle Dinge des täglichen Lebens eingenistet hat und die als Internet der Dinge weiter vordringt und Menschen in ihrem Tun und Lassen bestimmen und damit um einen Teil ihrer Selbstbestimmbarkeit berauben, dass sich diesem Digitalen zunehmend Dinge zur Wehr setzen.

Menschen beginnen wieder das Analoge zu schätzen. Musiker beharren darauf, dass ihre Produktionen auch als analoge Vinylplatten in die Läden kommen und nicht nur als Downstream in den Speicherwolken der Cloud. Fotografen greifen wieder zur alten Leica oder Nikon, um auf chemischen Folien, den lichtempfindlichen Filmen, ihre Bilder zu gestalten und festzuhalten. Knipsen kann jeder, Aufnahmen zu „lichtbildnern“ nur Könner.

Altes Vinyl: Werfen sie mal wieder ihren Plattenspieler an


So kann ich sie nur ermuntern, ihre alten Schätze zu reaktivieren. Den Fotoapparat mit einem Schwarz-Weiß-Film zu bestücken und auf Pirsch zu gehen. Dann ihre Ausbeute selbst zu entwickeln und Abzüge zu machen. Auch haben erleben die analogen Plattenspieler eine Renaissance. Vinyl wirkt und lassen sie sich ihre alten LPs wieder in die Ohren blasen. Ich verspreche ihnen, sie werden Schätze entdecken. Die verrinnende Zeit ist nicht verloren. Der Zeiger ihrer Armbanduhr schreitet forsch voran. Es gibt so vieles Verschüttetes wieder neu zu entdecken.

13 Kommentare

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Der Beitrag ist insofern lesenswert, als er zum Nachdenken anregt und uns auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen will. Er enthält einiges Wahres, aber auch Kirtikwürdiges. Zu der im Beitrag behandelten Problematik möchte ich versuchen, so gut es geht, ein paar kritische Ergänzungen zu machen:
Unbezweifelbar wahr ist, dass wir in einer Welt leben, die sich rasant und mit offensichtlich zunehmender Geschwindigkeit verändert. Das gilt besonders für das Gebiet der Technik. Einerseits nehmen wir die Veränderungen wahr als "Fortschritt", der unseren Lebensstandart unverkennbar verbessert hat. Mehr und mehr Menschen profitieren von dieser Entwicklung, indem sie gesunder, satter und - was die körperliche Beanspruchung betrifft - auch bequemer leben als unsere Vorfahren. Unser Streben nach mehr Wohlstand ist uns wohl von der Natur in die Wiege gelegt, und daher ist es nicht verwunderlich, dass wir ständig bestrebt sind, uns die Mittel und Wege zu verschaffen, die uns ein "besseres" Leben ermöglichen.
Es gibt aber - leider - auch eine Kehrseite der Medaille: Offenbar sind wir Menschen nicht in der Lage, die negativen Begleiterscheinungen so manchen technischen Fortschritts rechtzeitig zu erkennen und so heraufziehenden Problemen oder gar Katastrophen anagemessen zu begegnen. Oft erkennen wir die Folgen unserer genialen und allseits gelobten technischen Errungenschaften zu spät und können die sich neu auftürmenden Probleme nur mit Mühe bewältigen. Daher bleibt es nicht aus, dass die Zahl der Technikskeptiker in letzter Zeit deutlich zunimmt.
So kritisch wir die Entwicklun auch betrachten mögen, so müssen wir uns doch hüten, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Es ist nämlich nicht der "Fortschritt", der uns die Probleme bereitet, sondern es ist unser Umgang mit ihm. Es macht wenig oder gar keinen Sinn, das Rad der Entwicklung zurück drehen zu wollen, zumal wir sicher sein können, dass uns das auch nicht gelingt. Im Gegenteil: wir müssen den Schwung, den das Rad hat, für uns nutzbar zu machen verstehen.
Unter diesem Aspekt erscheint mir der hier von mir kritisierte Beitrag zu "nostalgisch". Wir Senioren neigen oft dazu, die "gute alte Zeit" zu verherrlichen und sie herbeizuwünschen. Was denn, so frage ich meine Leser, ist denn an ihr so herrlich, so wünschenswert? Wiegen nicht die Verbesserungen der Lebenswelt so vieler Menschen unserer Generation die Nachteile der Entwichlung bei weitem auf? Natürlich ist noch nicht alles zum Besten geregelt in dieser Welt. Aber wir leben auch nicht im Paradies. Wer das erwartet, kann nur enttäuscht werden.
Niemand kann uns zwingen, die Digitalisierung zu lieben, die sich augenscheinlich zu einer neuen technologischen Revolution auszuwachsen anstellt. Wer das iPhone, das Internet, den Digitalfernseher und Facebook & Co, - also auch Seniorbook - nicht mag, dem steht es frei, all diese Dinge nicht zu nutzen. Er wird sich aber daran gewähnen müssen, dass es für ihn zunehmend schwierig wird, sich in der Welt zurecht zu finden. Wo uns ein "Navi" den Weg zum Ziel zeigt, wird es vielleicht bald keine Straßenkarten mehr geben. Zwar müssen wir die Augen weit offen halten, zwar dürfen wir uns nicht von irgendwelchem technischen "Schnickschnack" in die Irre führen lassen. Aber wenn wir glauben, dass wir den "rechten Weg" finden können, indem wir die Augen vor der Entwicklung zu machen oder uns umdrehen und rückwärts schreiten, so geraten wir mit Sicherheit auf den "Holzweg".
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ich liebe die schwarzen scheiben und auch die fotografie analog,
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Ich halte mich da an die Doppelte Buchführung: Digital für die Langzeitarchivierung, analog für bis zu zehn Jahre.
Ich auch, Fotoalben sind schön und kann man immer "rausholen", um sie in gemütlicher Runde zu schauen.
Aber Digital zu fotografieren ist praktisch, alles was "nichts" geworden ist, kann man gleich löschen.
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Ich muß auch sagen, natürlich ist ein wahrer Wert in analogen Dingen, aber, die Entwicklung der Technik geht weiter, und , ehrlich gesagt, haben wir es in vielen Dingen bequemer und schneller mit der Digitalen Welt, das ist nicht aufzuhalten, ich finde es spannend !
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Mein alter Plattenspieler läuft ständig. Damals hat er mich ein Vermögen gekostet und ich liebe ihn nach wie vor. Der CD-Player eher selten.
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Ich besitze noch mehrere Polaroid Kameras, für die es schon vor Jahren keine Filme mehr gab, dachte ich. Und siehe da, plötzlich muss ich feststellen, es gibt diese Filme wieder, von Fuji, passend in die alten Polaroid. Ich hatte es natürlich sofort wieder ausprobiert und fast Tränen in den Augen, als ich zum erstenmal wieder dieses tolle Gefühl erleben durfte, wenn sich das Foto langsam entwickelt und zum unbezahlbaren Einzelstück wird!
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Es ist ja nett etwas Kult um verlorene Systeme zu pflegen, aber es erledigt sich irgend wann von selbst. Keine Filme mehr zu bekommen und keiner entwickelt sie mehr. '
Die Vinyl-Platten sind eh nur aus alten Beständen, auf einmal verschieben sich die Werte, ich höre immer:" jeder Kratzer birgt viele Erinnerungen". Na ja, so kann man sich die Vergangenheit auch zurecht schwätzen.

Es wird irgendwann vorbei sein, so wie die Stahlnagel der alten Schellackplatten. Diese Sammler waren in den 60er Jahren auch die schrägen Vögel die vergangenem nachhängen.
Natürlich sind das alles persönliche Wertschätzungen und Erinnerungen, Leroy.
Niemand muss sich dazu einen Kopf machen, und wen es gelüstet, darf selbstverständlich auch sein Missfallen kundtun. Hier wird ja auch deutlich toleranter kommentiert, als z. B. am 'bösen' schwarzen Brett.

Was die Altbestände angeht, nunja, heute findet man mehr höherwertige Plattenspieler als in den Hochzeiten des Vinyl. Sogar Neuauflagen der Platten werden wieder gepresst, in nie gekannter Qualität (allerdings auch zu Liebhaberpreisen!).
Da Du gerade die alten Schellackplatten ansprichst, die haben in mir auch wieder angenehme Erinnerungen geweckt.

In den 90er Jahren in Madrid hatte ich einen Kollegen, der sammelte solche Kostbarkeiten. Er hatte auch mehrere alte Grammophone verschiedener Bauart, und wir haben uns regelmäßig auf dem ausgebauten Dachboden zum Musikhören getroffen. Es ist unglaublich, wieviel musikalische Emotionen von diesen alten Aufnahmen noch immer übermittelt werden! Frühe Caruso Konzerte, oder Instrumentalsolisten (der Junge Menuhin z. B., oder Jascha Heifetz, sie stehen greifbar vor dem Zuhörer!) vom Beginnenden 20. Jahrhundert lassen auch heute noch weihevolle Schauer über den Rücken laufen. Und trotz eingeschränktem Frequenzumfang, permanentem Knistern und Knacken empfinde ich viele dieser Aufnahmen ergreifender, als so manche hochmoderne zeitgenössische Einspielung gleicher Werke.

Aber lange Rede, kurzer Sinn. Glücklicherweise empfindet gerade Musik jeder anders, und es gibt unzählige Möglichkeiten, sich ihr zu nähern. Und das ist auch gut so ...
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Schöner Beitrag, Wolfgang.
Ich habe auch noch eine betagte, aber voll funktionstüchtige Rollei Spiegelreflexkamera von 1973 - rein mechanisch - für gelegentliche Diapositive. Oft benutze ich sie allendings doch nicht mehr (die viel gerügte Bequemlichkeit ... ).

Der massive Teller meines Analogplattenspielers Thorens TD 520S dreht sich aber regelmäßig in meinem Musikzimmer, aufgelegt aus einer Sammlung unzähliger Vinyl-LP ...

http://www.seniorbook.de/themen/kate...us-rex-band
(hier wird auch kurz der Klangunterschied angesprochen - analog vs. datenreduziert)
Jetzt musste ich lachen, dich auch hier im Beitrag zu sehen, Peter

Ich hatte nie einen Plattenspieler, musste aber bei diesem Beitrag automatisch auch an meine "alten", so gliebten Objektive denken, wie z.B. der Lichtriese Pentacon 2.8/135
Und dir Wolfgang kann ich nur zustimmen: Eine schöne Hommage auf die "alten Werte"
@Claudia:
Ja, bequemer ist das neue Zeug natürlich.
Aber ich mag halt die Haptik der alten Geräte. Das Surren und Klacken der Rollei z. B.. Die meisten Fotos knipse ich inzwischen natürlich auch mit einer Digitalkamera, die 'alte' dient dem Spaß ...

Was die Vinyl-LP angeht, nunja, da geht mir Qualität doch vor Komfort! Mit guten Wiedergabegeräten läßt sich hörbar mehr Musik 'herausholen', als von der CD. Gelegentliches Knacken gehört lustvoll dazu ...
Und die Haptik einer LP ist doch deutlich betonter, als die der CD. Allein schon die Cover-Art der alten Platten Man kann die Musik in den Rillen sogar sehen, dort wo laute und leise Stellen sind. Es liegt halt noch richtig etwas in der Hand. Auch die Langzeitstabilität von Vinyl erscheint mir zuverlässiger, wenn ich so manche CD aus der Anfangszeit ins Gegenlicht halte und einen leuchtenden 'Sternenhimmel' sehe! (Beschichtungszersetzung!) ...

Aber natürlich sind das nicht zu verallgemeinernde persönliche Vorlieben.
@Kur: Ich bin meist überall dort, wo es interessant ist ...
(schwierig genug, hier bei SB!)
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