SUV kontra Kombi: Die Varianten des VW-Variant

Da schau an, der Golf-Variant Alltrack kann auch Gelände
Da schau an, der Golf-Variant Alltrack kann auch GeländeFoto-Quelle: Volkswagen/Uli Sonntag

Das Spiel ist bekannt. Ist eine Modellvariante sehr erfolgreich, breitet sie sich über nahezu alle Fahrzeuge der Marke. Als der Golf GTI auf den Markt kam, war er unique. Es gab nur den einen wilden Golf im Schafspelz, den GTI. Mittlerweile ist das Kürzel GTI zum Synonym für sportliche Fahrzeuge aus dem Hause Volkswagen geworden. Der Polo wurde zum GTI aufgebrezelt und selbst der Diesel trägt GT, mit dem Zusatz D. Also der GTI unter den Dieseln.

Das variantenreiche Spiel mit den Kürzeln


Nun ist GTI nicht genug und das R muss her. R wie Racing. Liegt ja auch nahe, denn VW ist im Rallyesport engagiert und warum nicht einen gezähmte Variante der Rallyewagen für öffentliche Straßen und einem bisschen mehr an Komfort und Ausstattung auf die Räder stellen? Und da bei der wilden Hatz über Stock und Stein auf den Allrad nicht verzichtet werden kann, treiben vier Räder die R-Variante des Golf an. So ist die R-Baureihe zu einem eigenständigen Paket geworden, dass sich nicht allein auf die Limousine beschränkt. Der Golf R Variant. Ist ja auch logisch R hat den Allrad und der ist bei der Kombilimousine des Golf sicher sinnvoller eingebaut als die GTI-Variante mit Frontantrieb.

Aber da Kombis auch gerne für lange Strecken genutzt werden, empfiehlt sich der Diesel. Schnell ins Regal gegriffen und schwuppdiewupp die GTD-Gene der Golflimousine in den Variant verpflanzt. Natürlich auch hier wieder mit Allrad.

Wer meint, nun reiche es mit der Vielfalt, schließlich sind ja die meisten Variants mit Frontantrieb bestückt, der irrt. Allrad auch für einen „aufgebockten“, einen um 20 Millimeter höher gelegten Golf Variant, für den Variant plus. Analog der Golf-Limousine plus, die ja ältere Semester besonders erfreut, ist doch das Ein- und Aussteigen erleichtert, erlaubt die höhere Sitzposition einen besseren Überblick.

Kombis mit mehr Platz als SUVs


Warum dann nicht gleich zum SUV greifen? Schließlich beherrschen die beliebten Sport Utility Vans diese Hochsitz-Disziplin noch besser? Vielleicht, weil sich nicht jeder mit den Quasi-Offroadern (noch nicht) anfreunden mag? Der Variant plus jedenfalls bietet deutlich mehr Bodenfreiheit, wenn es Mal auf die Ferienhütte in den Bergen geht. Der Allrad ist unverzichtbar, wenn durch Schneewehen gefahren oder der Pferdeanhänger über nasse Feldwege getrailert werden soll. Die Kombis bieten auch deutlich mehr Kofferraum als die voluminösen Sport Utility Vehicles (SUVs) mit ihren Platzproblemen in engen Straßen.

Der Golf Variant offeriert eine große Auswahl unterschiedlicher Allradvarianten. Eigentlich wiedersetzen sie sich dem modischen Trend zum SUV. Oder gibt es derart viele Varianten des Variant, weil noch nicht genügend SUV-Alternativen angeboten werden können? Wurde hier ein Trend verschlafen? Keine Frage, es ist weitaus weniger aufwendig, einen vorhandenen und vom Montageband rollenden Kombi mit weiteren Varianten zu bestücken und einen Allrad anzuflanschen, als ein neues Modell zu entwickeln.

Kombi gegen Limousine


Westeuropa und vor allem Deutschland ist ein „Kombiland“. Die praktischen Lademeister sind weitaus beliebter als die Limousinen im Drei-Box-Design mit Motorhaube, Fahrgastzelle und abgesetztem Kofferraum. Und von den Volkswagen-Limousinen kann man sicherlich nicht behaupten, dass sie ein Ausbund an Eleganz und Schönheit seien. Dazu ist das Design einfach zu lieblos und uninspiriert. Das mag auch mit ein Grund dafür sein, dass in den USA Volkswagen so gar nicht erfolgreich ist. Auch andere Länder in Osteuropa, Nordamerika oder Fernost lieben Limousinen. Hier werden die klassischen Karosserien gern gefahren, weil sie einen Status verkörpern.


Dass der Kombi sich nicht hinter dem Golf R verstecken braucht, beweisen einige Runden auf einer abgesperrten Rennstrecke. Wenn auch der längere Variant beim schnellen Kurvenwechsel mit dem Heck nach außen drängst, erfüllt er den Seglerspruch: Länge läuft. Ruhig und stabil läuft er auf den Geraden und in schnellen Kurven zieht der Allrad sicher bei Trockenheit und Nässe durch.

Schön es zu haben, wenn man es braucht


Der Golf plus als Allrad-Variant zeigt andere Fahrqualitäten. Im Gelände kann er durchaus schwierige Passagen wie tiefe Schlaglöcher, hohe Verschränken und steile Abfahrten meistern. Und der GTD am Ende zeigt, dass mit aufgeladenen 180 PS durchaus sparsam gefahren werden kann. 4,4 Liter beträgt sein Normverbrauch. Für welche Variante sich am Ende entschieden wird, weiß jeder für sich am besten. Und sicherlich wird er all die Möglichkeiten, die die einzelnen Varianten bieten, nicht immer ausnutzen. Aber auch hier ist es so wie mit dem Variant Kombi, es ist schön ihn zu nutzen, wenn man den Platz braucht.

Am Ende bleibt aber die Frage will ich das alles? Reicht vielleicht ein kleiner, günstiger SUV wie der Dacia Duster, Citroen Cactus, Peugeot 2008, Renault Captur, Nissan Juke, Qasqai oder Mitsubishi ASX, weil sie so schön bequem sind und so frisch aussehen?

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