Urban Gardening: Der gemeinsame Garten verbindet die Generationen

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Urban Gardening: Der gemeinsame Garten verbindet die Generationen
Urban Gardening: Der gemeinsame Garten verbindet die GenerationenFoto-Quelle: ldprod - Fotolia
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Nachbarschaftsgärten und Urban Gardening


Nachbarschaftsgärten sind gemeinschaftlich betriebene Gärten, in denen jeder mithelfen und Blumen oder Nutzpflanzen anbauen darf. So können auch diejenigen, die keinen eigenen Garten oder Balkon haben, ihre Leidenschaft fürs Gärtnern ausleben. Ziel ist, Stadtbewohner unterschiedlicher sozialer Schichten zusammenzubringen, um die Städte gemeinsam grüner zu machen. Auch die Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen und Generationen steht dabei im Mittelpunkt. Bürgerschaftliches Engagement spielt beim Urban Gardening eine ebenso große Rolle wie nachhaltige Stadtentwicklung, Sortenvielfalt und eine gesunde Ernährung.

Wie viele Trends kommt auch dieser ursprünglich aus den USA. Doch Urban Gardening ist längst auch in Deutschland angekommen. Etwa um die Jahrtausendwende herum begann die Bewegung, an Popularität zu gewinnen. Zahlreiche Magazine bezeichneten Stadtgärtnern damals als neuen Trend und Berlin als die Hochburg des Urban Farmings. Inzwischen gibt es in der deutschen Hauptstadt etwa 200 Gartenprojekte. Das bekannteste befindet sich in Kreuzberg: der Prinzessinnengarten von Marco Clausen und Robert Shaw.

Der Prinzessinnengarten – ein mobiler Nachbarschaftsgarten im Herzen Berlins

Im Berliner Prinzessinnengarten spielt Selbstversorgung eine untergeordnete Rolle. Das gemeinsame Säen, Bewässern und Ernten soll vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl der Nachbarschaft stärken und Personen verschiedener Generationen und Kulturkreise vernetzen.

Dort, wo vor etwa sechs Jahren noch Brachland mit rund zwei Tonnen Müll war, ist heute eine grüne Oase in der städtischen Betonwüste. Die Projektgründer Robert Shaw und Marco Clausen beseitigten 2009 mit mehreren Helfern aus dem Multi-Kulti-Kiez den Unrat und bepflanzten die ersten 100 Beete. Daraufhin wuchs der Garten schnell. Heute gibt es über 300 Beete, vier Bienenvölker und ein Gartencafé. Pro Jahr beteiligen sich bis zu 1000 Freiwillige an dem Projekt.

Das Besondere am Prinzessinnengarten: er ist mobil. Radieschen, Salat und Fenchel wachsen nicht aus dem Boden, sondern in alten Plastik-Brotkisten. Plastikflaschen dienen als Mini-Treibhäuser für Setzlinge. Diese Art des Anbaus hat den Vorteil, dass das Urban-Gardening-Projekt nicht von der Bodenqualität des Standorts abhängt und der Prinzessinnengarten schnell umziehen kann. Mobilität ist für den Prinzessinnengarten sehr wichtig, denn die Berliner Stadtverwaltung möchte das 6.000 Quadratmeter große Grundstück zu einem unbestimmten Zeitpunkt verkaufen.

Private Beete gibt es im Prinzessinnengarten – anders als bei einigen anderen Urban-Gardening-Projekten – keine. Die Beete werden vielmehr gemeinschaftlich gepflegt. Darüber hinaus bietet der Prinzessinnengarten informelle Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten, die über das Säen und Ernten hinausgehen. Interessierte lernen etwas über Saatgutgewinnung, das Konservieren von Gemüse, Bienenhaltung, Kompostierung, Stadtökologie, Recycling und neue Formen des städtischen Lebens. Dabei sind weder die Betreiber noch die Besucher des Gartens Experten. Gelernt wird durch Ausprobieren und Erfahrungsaustausch.

Urban-Gardening-Projekte in der Nähe finden


Auch, wenn Berlin nach wie vor die Hochburg des Urban Gardening ist: mittlerweile haben viele Städte ihre eigenen Gemeinschaftsgarten-Projekte. Das gilt insbesondere für Großstädte wie Hamburg, Düsseldorf oder München. Aber auch in kleineren Städten entstehen zunehmend Stadtgärten.

Wer neugierig geworden ist und nach entsprechenden Projekten in seiner Nähe sucht, dem hilft die interaktive Karte der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis. Diese funktioniert als eine Art Suchmaschine für Urban-Gardening-Projekte. Über 400 Gemeinschaftsgärten befinden sich bereits in der Datenbank. Interessierte geben ihren Heimatort in das Suchfeld ein und wählen einen Suchradius. Anschließend zeigt die Karte an, wo und welche Gartenprojekte es in der Umgebung gibt. Unterhalb der Karte erscheinen zu jedem Gemeinschaftsgarten eine kurze Beschreibung, sowie die Adresse und eine Kontaktmöglichkeit.

1 Kommentar

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Für die Beteiligten mag das Urban Gardening eine naturverbundene Betätigungsmöglichkeit sein, für viele Außenstehende ist das aber ein Krampf. Bepflanzt werden Kunststoffkörbe, Holzkisten, Abfallbehälter, etc., was halt jedem so als bepflanzenswert erscheint. Dazu stellt noch mancher seine Gartenzwerge, baut eine altersschwache Windmühle aus einem früheren Urlaub in Holland auf, mancher hisst auch die deutsche Fahne, etc. Jeder kann sich hier selbst verwirklichen und entsprechend chaotisch sieht es am Ende auch aus.
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