Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn 2015 - Teil 1: Wissenswertes zur Zugreise

lang und langsam
lang und langsam
Thomas Bily

Vor rund 40 Jahren erwischte mich das Buch „Der Kurier des Zaren“. Ich wollte die Abenteuer des Michael Strogoff erleben und quer durch Russland nach Irkutsk reiten. Der Wunsch lag ein paar Jahrzehnte brach. Vor 10 Jahren erzählte mein Spezl Florian begeistert von seiner Reise mit der Transsib: In privaten Unterkünften und sehr einfach gehalten. Das klang gut, um endlich Nägeln mit Köpfen zu machen. Ich verpflichtete meinen Freund Arno für die Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn quasi zum Jubiläum unserer 30-jährigen Freundschaft und zu unseren 50. Geburtstagen. So kam endlich Bewegung in die Sache. Zwischen Deutschland und Russland läuft es zwar gerade nicht so rund. Aber wir können ja nicht ewig warten. Also machten wir uns auf zum Ostbahnhof.

von München Richtung Osten
von München Richtung Osten

Reiseplanung für die Transsibirische Eisenbahn

Cool wäre es gewesen, an den Schalter am Münchner Hauptbahnhof zu gehen und zu sagen: „2 x Peking einfach“. Aber so cool sind wir nicht und vor allem nicht so flexibel. Wir hatten drei Wochen Zeit und wollten viel erleben und auf der Strecke möglichst wenig Zeit verwenden für Quartier- oder Transportsuche. Wir wollten weder eine Gruppenreise noch eine sonstige Form von Pauschalreisen. Ich erinnerte mich an Florians Erzählungen. Sie durften sich die Stationen zusammenstellen wie sie wollten, waren bei Gastfamilien privat untergebracht und hatten eine minimale Dosis an Programm. Das hörte sich gut an. Also riefen wir bei der Agentur TSA, Travel Service Asia, an im März 2015, also 4 Monate vor dem anvisierten Reisezeitraum um Juli.
Der erste Schritt war, die Reiseroute festzulegen. Von wo nach wo mit welchen Stopps und wie lange – dafür gibt es unzählige Varianten. Moskau wählten wir als Start der Reise. Das russische Ende sollte Irkutsk mit dem Baikalsee sein. Dazwischen schoben wir zwei russische Städte, die nicht Moskau oder St. Petersburg heißen. Nischni Novgorod schaffte es, weil ich irgendwo gelesen hatte, dass es sowas wie die unbekannte Schöne sein soll. Und Jekaterinenburg, weil wir dort die eurasische Grenze und die letzten Stationen der letzten Zarenfamilie besuchen wollten.
Zu planen war auch die Reiseklasse. 1. Klasse oder Zweibettkabinen schieden aus, weil wir Leute kennenlernen wollten. Die knallharte Holzklasse, also Betten im Großraum, war uns als 50-Jährige Haudegen zu krass. Also buchten wir 2. Klasse in der Vierbett-Kabine.
Die Route stand zügig. TSA Junior Chef Markus Linnekuhl organisierte die Reise pragmatisch und lautlos. Meine Frau kümmerte sich dankenswerter Weise um unseren Papierkram wie Visa, Krankenkasse etc.. Nichts Schlimmes, aber halt sozialistischer Bürokratie geschuldet. Für uns Reisende lief der Countdown äußerst entspannt.

Reisevorbereitung für eine Transsibirische Zugreise

Wir sind beide keinen großen Reisevorbereiter. Arno stieg quasi völlig unvorbelastet in den Zug. Ich informierte mich weniger über einzelne Stationen, sondern mehr über Kultur und Sprache. Passender Weise lief im Frühjahr 2015 eine Sonderausstellung zur Transsib im Deutschen Museum. All das plus die halbscharfen Erinnerungen von Florian sollte als Informationsbasis reichen.
Was einpacken?
Eine Packliste ist immer individuell. Ich kam mit 13 kg aus und das schien mir noch zu viel. Einfache Kleidung reicht überall. Leichte Schuhe im Sommer würde ich empfehlen. Ein Handtuch, zwei Fleece und eine dünne Regenjacke. Man kann ja waschen lassen für wenig Geld. Für die Zugfahrt einen Becher, Teebeutel oder Nescafé, Geschirrtuch, Besteck, Taschenmesser, Feuchttücher und Toilettenpapier. Mehr braucht man wirklich nicht. Es gibt an jedem großen Bahnhof Verpflegung und fast immer befindet sich ein Bordrestaurant im Zug.
Zu den Zahlungsmitteln: Wir hatten Bargeld in Form von Euros oder US Dollars dabei. Arno wechselte. Ich nutzte lieber eine Kreditkarte mit Geheimzahl. Bankautomaten funktionieren flächendeckend problemlos. Ist genauso, wie bei uns Geld zu wechseln oder abzuheben. Geldwechseln an der Grenze zu Mongolei kann man im Zug für höhere Gebühren oder einfach am Bahnhof in Ulan Bator an jeder Ecke für normalen Kurs. Da sollte man sich nicht verrückt machen in der Sorge, dass man übrige Rubel noch ausgeben müsse oder noch keine mongolische Währung habe.
Medikamente muss man halt nach Bedarf einpacken. Die Grundausstattung ist vergleichbar mit anderen Reisen: Autan (oder nicht), Sonnencreme (oder nicht), Aspirin (oder nicht)… Einfach das einpacken, was man auch sonst gerne um sich hat (oder nicht) oder wofür man anfällig ist. Besonderer grundsätzlicher Vorsichtsmaßnahmen oder Impfungen bedarf es meiner Meinung nach nicht.

Moskau Peking 8961 km
Moskau Peking 8961 km

Die Transsibirische Eisenbahn in Russland

In russischen Bahnhöfen werden Bahnsteig und Gleis ca. eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges auf der Anzeigetafel eingeblendet. Es reicht locker, wenn man 35 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof ist. Wichtig: die Ankunfts- und Abfahrtszeiten sind landesweit auf Plänen etc. in Moskauer Zeit angegeben. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Grunde rechnet man die Stunden nur dazu bzw. ab. TSA Travel hat in unseren Dokumenten auch die Ortszeit ausgewiesen. Das war dann idiotensicher.
Man geht also zum Zug, hält Reisepass und Ticket bereit für den Wagonschaffner, der diese vor dem Einsteigen kontrolliert. Dann steigt man ein, findet seinen Platz und legt sein Gepäck ab. Die Bettdecken und Unterlagen liegen gerollt bereit. Bettzeug samt Handtuch bringt der Schaffner kurz darauf vorbei. Bett ausrollen, beziehen, fertig. Wenig später kommt der Schaffner nochmals und kontrolliert die Tickets (ohne Reisepass).
Toiletten und Waschgelegenheiten sind in einem Räumchen, einigermaßen sauber aber nicht direkt hygienisch. Duschen hatten wir keine. Rasieren, Zähneputzen und Katzenwäsche war problemlos möglich. Drei Tage laviert man sich so schon durch. Wichtig für die Verdauungsplanung: 30 Minuten vor jedem größeren Bahnhof werden die Toiletten geschlossen und nach Verlassen der Stadt wieder aufgesperrt. Wer einen Hygienefimmel hat, sollte zuhause bleiben. In chinesischen Zügen sinkt das Hygieneniveau noch mal zwei Etagen. Das gilt nicht nur für die Toiletten (ohne Papier und insgesamt etwas versiffter), sondern für den gesamten Zug. Chinesen gelingt es, jegliche Annehmlichkeit zu vermeiden.

Das sagenumwobene Klo
Das sagenumwobene Klo

Unser Waschbasin
Unser Waschbasin

Die Aufenthaltsdauer in großen Bahnhöfen beträgt mindestens 30 Minuten. Das reicht locker um sich die Füße zu vertreten, sogar kurz auf den Bahnhofsvorplatz zu schauen, sich mit Proviant an einem der Kioske einzudecken oder das Bahnhofs-WC aufzusuchen – für 20 Rubel mit erhöhter Sauberkeit.
Für Essen und Trinken gibt es mehrere Optionen: Am günstigsten ist es, selber einzukaufen im Supermarkt vor der Abreise. Als Anhaltspunkts sei der Preis für einen halben Liter Bier gegeben: 50 Rubel. Für alles weitere wie Brot, Fisch, Wurst, Obst, Käse gilt: Je russischer, je einheimischer, desto günstiger. Man kann sich auch vegetarisch ernähren, aber nicht in Restaurants. Vegan haben wir nicht weiter gecheckt. Das schien uns zu weltfremd für Russland. Die Nation ist dem klassischen Ernährungsmodell verhaftet. Angebotsbreite und Grundversorgung sind sehr gut. Von sozialistischer Knappheit ist kaum etwas zu spüren.

Fliegende Händler
Fliegende Händler

Zweitgünstigste Wahl (Bier: 80 Rubel) für die Verpflegung sind die Kioske am Bahnsteig oder im Bahnhof selbst. Manchmal tauchen auch fliegende Händler auf, die das Angebot bereichern: von der Pelzmütze (im Sommer) bis zum geräucherten Fisch oder Beeren.
Mehr (160 Rubel) bezahlt man im Bordrestaurant, dafür aber gut gekühlt. Regelmäßig rollt auch ein mobiler Service durch die Flure mit einem Basisangebot von Cola bis Chips oder Piroggen. Wobei Service bedeutet, dass die bestellten Waren einigermaßen zügig bereitgestellt werden, aber meist ohne freundliche Gesten. Die Speisekarte ist auf Englisch ausgewiesen. Beim Kassieren gab es noch nie eine Sprachhürde. Die Qualität der Speisen im Restaurant ist passabel. Die Frage ist eher nach der eigenen Erwartungshaltung. Die sollte man der Umgebung anpassen, dann ist man auf der sicheren Seite und wird eher positiv überrascht.

Im Bordrestaurant
Im Bordrestaurant

Heißwasser für Tee, Kaffee oder Suppen gibt es am Samovar kostenlos, einem Kessel, der in jedem Wagon rund um die Uhr bereitsteht. Ideal für den ersten Nescafé des Tages, den 5 Uhr Tee oder die Brühe zwischendurch.
Trinken ist in öffentlichen Räumen in ganz Russland verboten. Dazu zählen im Zug die Gänge im Wagon und der Bahnhof. Trinken kann man in der eigenen Kabine oder im Restaurant. Die Ankündigung, dass in Russland quasi an jeder Ecke dauerhaft Vodka getrunken würde, erwies sich als Ente. Im Gegenteil: Durch das Verbot des öffentlichen Trinkens, war der Gesamteindruck nüchterner als in Deutschland.
Rauchen ist im gesamten Zug verboten. Manche rauchen in dem kleinen lauten Stück zwischen den Wagonen, was auch nicht erlaubt ist, aber von gutwilligen Schaffnerinnen übersehen wird. Manche Aufseherinnen verfolgen einen wie die Furien. Die meisten Raucher warten auf die längeren Stopps. Nur da darf man den Zug verlassen, nicht bei 2 Minuten Kurzaufenthalten. In chinesischen Zügen gibt es noch die Raucherabteile, kleine Zwischenräume am Ende des Abteils - typisch chinesisch auf Gefängniszellencharme reduziert.
Es gibt zwar einige Steckdosen in den Wagons, aber meist nur eine 220 V Dose pro Wagon, an der sich Smartphones oder Laptops aufladen lassen. Bei Apple Phones der jüngeren Generation zickten die meisten Steckdosen. Aber irgendwie kommt man schon zurecht. Adapter braucht man nicht. Unsere Stecker passten in die russischen Steckdosen.
WLAN gibt es im Juli 2015 noch nicht in den Zügen, in den meisten Bahnhöfen aber kostenlos. Der Empfang ist eigentlich ganz gut, oft LTE, mindestens G3, nur in der Pampa setzt es aus. Im Grunde die gleiche Konstellation wie in Deutschland, bloß die Streckenabschnitte sind etwas länger. Ich habe einen Wochenpass von der Telekom gekauft. Das ging sehr praktisch und preislich ok. Mit prepaid Karten vor Ort fährt man ein Stück günstiger.
In der Kabine hat jeder eine eigene Leselampe. Dazu kommen das allgemeine Deckenlicht und der zentral gesteuerte Lautsprecher, den man abstellen kann, falls einem die Musik nicht gefällt. Stauraum ist genügend vorhanden. Ebenso gibt es ein paar Kleiderbügel, Abstellflächen, Haken - aber keine Steckdosen im 4-er Abteil. Zur Not kann man mal das Fenster kippen in der Nacht (zumindest im Sommer). Ob man lieber unten oder oben liegt, ist Geschmackssache und natürlich eine Frage der Platzkarte. Wir konnten sehr gut schlafen im Zug.

Erholungsreise Transsib
Erholungsreise Transsib

An größeren Stationen – und nur solche fahren Touristen in der Regel an - hat man genügend Zeit für das Aussteigen. Man muss nicht wie in Deutschland schon 5 Minuten vorher fertig gepackt im Flur stehen. Im Gegenteil: man würde nur den laufenden Betrieb behindern. Die Züge rollen sehr langsam in die Bahnhöfe ein. Und wenn man das Bahnhofsgelände sieht, ist genügend Zeit, um das Bett abzuziehen, die Sachen zusammenzupacken und sich fertig zu machen. Wenn man ein Papierticket hat, so wie wir von TSA, dann wird man auch sehr rechtzeitig geweckt von der Schaffnerin. Die Gefahr, dass man einen größeren Halt verschläft, läuft gegen Null.
Die Züge fahren ohne Vorwarnung ab. Falls jemand auf den Pfiff der Schaffner wartet, dann sollte er das im Zug machen. Und schönen Gruß an die DB: die russischen Züge sind superpünktlich.
Für alle, die weiterfahren Richtung Mongolei: Es gibt je eine Grenzkontrolle auf russischer wie auf mongolischer Seite. Beide sind harmlose Bürokratie-Akte sozialistischer Färbung mit einem Mords-Personalaufwand. Es werden Pässe, Visa und Zollkontrollen durchgeführt. Das mongolische Visum (bis 30 Tage) bekommt man bei der Gelegenheit in den deutschen Pass gestempelt. Wichtig zu wissen ist, dass beide Aufenthalte zwischen 2 und 3 Stunden dauern und man den Zug dabei nicht verlassen darf. Das bedeutet, dass der Zugang zu den Toiletten jeweils rund 3 h verwehrt bleibt.

der Bahnhof von Ulan Ude (der Rote Ude)
der Bahnhof von Ulan Ude (der Rote Ude)

Verkehrsmittel

Manche Städte haben Metro, auf jeden Fall gibt es Busse, Trolley Busse, Straßenbahnen, Minibusse und natürlich Taxis. Diese sind zwar günstiger als in Deutschland, aber die Preise der Busse und der Metro sind unschlagbar. Tickets für Letztere kosten zwischen 20 und 50 (Moskau) Rubel und zwar pro gewähltem Verkehrsmittel. Wenn man es verlässt, muss man wieder ein neues Ticket kaufen. Also könnte man den ganzen Tag Metro fahren in Moskau für 50 Rubel, was angesichts der schönen Metrostationen gar nicht so abwegig ist.
Züge und Metro samt Bahnhöfen sind ordentlich bis sehr gut in Schuss. Busse und Straßenbahnen sehen etwas mitgenommen aus, aber funktionieren verlässlich. Tickets für Züge und Metro kauft man am Schalter, die für Busse und Straßenbahnen an Bord beim Schaffner. Da kann man nichts falsch machen.
Beim Taxi immer vorher den Preis ausmachen. Zähler gibt es nicht. Taxifahrer sind Russen, sie fahren also schnell, sehr schnell. Für alle, die 50 km/h bevorzugen, ist das Taxi die vollkommen falsche Wahl. Für den Weg vom und zum Flughafen gibt es immer eine öffentliche Alternative.
Selbst die großen Städte kann und sollte man im Wesentlichen zu Fuß erschließen. So sieht man am meisten und bekommt den besten Eindruck von der Stadt. Stadtpläne gibt es in Informationen oder Kiosken für wenig Geld. Ansonsten hilft natürlich auch Google Maps.

Sicherheit

Wir fühlten uns – auch im Taxi - rundherum sicher in Russland. In den Städten, auf dem Land, tagsüber in der Metro oder nachts am Bahnhof, im privaten Plattenbau genauso wie im Zug – es gab keinerlei Grund für Angst oder Bedenken. Natürlich ist die Sprache fremd und die Leute haben ein anderes Erscheinungsbild, meist einfacher und rustikaler. Dazu kommt: Die Russen wirken im ersten Moment nicht sonderlich gesprächig oder leutselig auf Fremde. Aber sie sind korrekt und bemüht. Vor allem die Älteren sprechen kaum Fremdsprachen, was automatisch Distanz schafft. So macht es sehr großen Sinn, ein paar Brocken Russisch zu lernen. Denn das ist ein sicheres Mittel, Nähe aufzubauen. Dann tauen die deutsch-russischen Beziehungen sehr schnell. Grundsätzlich sind die Deutschen eher beliebt in Russland.
Auch die Sicherheit im Zug und im Abteil ist gefühlt hoch. Natürlich kann immer mal etwas passieren, aber die Präsenz von Wagonschaffnern und Sicherheitspersonal auf den Bahnsteigen und im Bahnhof vermittelt mindestens so viel Sicherheit wie in den meisten anderen Ländern Europas. Wir hatten Portemonnaie und Handy immer dabei, beim Verlassen des Zuges auch den Reisepass. Im Grunde hielten wir es genauso wie in Deutschland.
Manchmal liest man, man solle die Schaffner mit kleinen Dollarnoten günstig stimmen. Diese Notwendigkeit konnten wir nicht erkennen. Die Toiletten waren immer im gleich aktzeptablen Zustand, die Betten sowieso in Ordnung und geweckt wurde auch. Selber freundlich und offen zu sein, hilft am meisten für eine gute Beziehung zum Zugpersonal.
Die Zeit im Zug vergeht schnell. Leute kennenlernen, reden, lesen, Filme schauen, im Speisewagen abhängen oder einfach nur faulenzen. Eine Transsib Reise kann eine Regenerationsreise werden, wenn man die vielen Chancen zur Ruhe nutzt und die Abende nicht zu hart fährt.
In jeder Stadt gibt es Banken mit Geldautomaten (Kreditkarte+Geheimzahl ist die beste Variante) und auch Wechselstuben. Für das Land und die Zugfahrt sollte man sich mit ein Rubel eindecken. Die täglichen Ausgaben sollten sich bei angenehmem Lebensstil zwischen 130 und 200 € halten lassen, inklusive Kosten für Transport, Unterkunft und Verpflegung (ohne Flüge von/nach D). Asketische Sparfüchse kommen bestimmt günstiger weg. Umgekehrt kann man auch in Russland unendlich viel verprassen. Wir waren 3 Wochen unterwegs und würden sagen, dass wir keine übertriebenen Ausgaben hatten. Aber wir haben auch nie auf Sparbetrieb gestellt. Ganz normal halt.

lang und langsam
lang und langsam

Geht das auch schneller und günstiger?

Unsere Reisezeit fanden wir angemessen. Wir wollten ja nicht durchs Land hecheln. Für Leute, die weniger Zeit haben, würden wir Moskau auf 2 Tage (davon ein voller) begrenzen, Nischni Nowgorod auslassen (und Kasan oder Kransojarsk einbauen). In Irkutsk reicht ein Tag und den Baikalsee kann man auch auf 2 Tage erleben. Sparen kann man auch an der Zugreise: Nur ein Strecke fahren für das Transsib-Feeling und den Rest mit dem Flugzeug bestreiten. Aber irgendwann ist es dann halt keine Transsibirische Zugreise mehr. Ich bin sicher, dass TSA für alles ein Angebot hat. Die Organisation jedenfalls loben wir gerne. Das war tipptopp.

Man kann aber auch auf eigene Faust losfahren und in Hostels übernachten. Dann wird man das Budget auf rund 50 Euro pro Tag inklusive Transportkosten drosseln können. Eine touristische Basis-Infrastruktur ist zumindest in Städten vorhanden. So kann man mit weitaus mehr Komfort reisen als damals Michael Strogoff

Weitere Beiträge zur Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn 2015:

Teil 2: Russland
Teil 3: Mongolei
Teil 4: China/Peking

36 Kommentare

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Interessanter Bericht!
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ich hatte mir deinen Bericht reserviert und jetzt mit Musse gelesen, da auch im TV gestern ein Bericht über eine solche Reise war. Das hast du wirklich ganz toll rüber gebracht. Als wäre man dabei gewesen. Ich lerne seit einigen Jahren Russisch.
Es war immer ein Traum von mir, eine solche Reise einmal zu machen, sie scheiterte aber immer am finanziellen Angebot. Im letzten März war ich nun für eine Woche in St. Petersburg und total begeistert. aber wie gesagt, diese Reise mit der transsibirischen Bahn wird wohl immer ein Traum bleiben. Inzwischen bin ich wohl auch zu alt geworden, um diese Strapazen auf mich zu nehmen. Aber danke für diesen Bericht.
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Das WAR mal ein Traum von mir. Mittlerweile hat der sich ausgeträumt! So lange die russische Politik so ist, wie sie ist, setz ich da keinen Fuß mehr in dieses Land! Muss es eben doch mal die Seidenstraße sein - da wird man dann höchstens von den einheimischen Zöllnern und Polizisten abgezockt - aber nicht als entmündigtes "Reisevieh" betrachtet! Bin als Student mal mit Freundin mit dem Zug von Berlin nach St. Petersburg gefahren - inklusive stundenlangem Umspuren - an der polnischen Grenze nach Russland - und ebenso langem Toilettenverbot - mit Ansage - und dann waren sie plötzlich eine halbe Stunde früher dicht - OHNE Ansage! Nach kurzem Stress wegen "Vehalten" hat SIE dann den "Fahrgastwärtern" deutlich gemacht, dass sie die verdammte Tür aufschließen sollten - ansonsten... Haben sie dann auch verstanden - auch ohne ein Wort Russisch! Geändert hat sich daran, glaub ich, bis heute nichts - und jetzt durch die "Ukraine-Politik" erst rcht nicht! Also, so lange die so ist, wie die ist, wird es diese Reise nicht geben! Schade drum - aber irgendwo muss man auch konsequent sein!
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Ich bin vor Jahren Moskau- Kiev gefahren, das war so ähnlich
Das ist heute keine einfache Verbindung. Was war denn der Grund der Reise damals?
es war in tiefster DDR-Zeit und mein Mann hatte die Reise als Auszeichnung bekommen.Es war eine lange Reise,aber wir haben viel gesehen
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Es wäre glaub ich keine SAche für mich , aber danke das ich das mitgeleben durfte , Der Kurier des Zaren war auch einer meiner Lieblings Bücher gefühlte male 10 mal gelesen . Ich werde auch die folgende Berichte genießen DAnke Thomas.
Ich bin zur Zeit im Urlaub an der Nordsee , liege im Liegestuhl und lese mit Vergnügen den Reisebericht.. Sehr unterhaltsam geschrieben freue mich schon auf den nächsten Teil.
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Vielen Dank für den tollen Bericht - und die Bestätigung dessen, was ich bereits positives über dieses Erlebnis gelesen habe. Diese Bahnfahrt ist seit langem ein Ziel von mir, vor allem weil ich die Landschaften, über die ich früher geflogen bin endlich auchmal sehen möchte.
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Ein wunderbarer Reisebericht!!!Mein Traum war immer-mit dem Motorrad in die Mongolei zu reisen-aber ich glaube nach Deinem Bericht-werde ich erstmal auch eine Reise dorthin mit dem Zug unternehmen.
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Alle Russen die wir kennen gelernt haben , waren sehr freundlich und zuvorkommend. Wir sind bis Ulan Ude mit dem Zug Zarengold gefahren und von da im Regelzug über Chabarowsk bis Wladiwostok . Mit diesem Regelzug zu fahren ist ein Muss für alle Eisenbahnfreunde , da man damit Land und Leute besser kennenlernt . Vor solch einer Zugfahrt sollte man sich mit den Gegebenheiten auf jeden Fall vertraut machen, dann erlebt man auch keine unliebsamen Überraschungen . Diese Reise war ein absolutes Highlight für uns . Jederzeit würden wir die gleiche Reise nochmals unternehmen .
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ist ja super zu lesen, 20 jahre jünger und ich würde morgen ein ticket lösen.
ach was Sigi, wie ich dich in Erinnerung habe, kannst du das mrogen machen. Los jetz!
Billy da muss ich dich bzw. mich selbst schon auch enttäuschen, aus gesundheitlichen gründen kann ich solche reise nicht mehr durchführen. noch dazu wer kümmert sich denn dann um meine frau, die solche reisen erst recht nicht mehr durchführen kann (schlaganfall) ich bin ja schon froh wenn ich in der zeit wenn ich in ungarn bin durch meine tochter eine vertretung sozusagen habe
das Argument sticht, das wußt ich nicht (mehr)
ist ok, Thomas, man kann eben nicht immer so wie man gerne möchte. alleine schon des fotografieren willens, wäre es eine besondere reise. aber dank deines tollen berichtes kann man sich wenigstens die träume etwas bildlicher darstellen. danke
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Das wäre nix für mich. 1. zu kalt und 2. müsste ich die Schaffnerfurien erst auf Esel binden und vorausschicken. Aber interessanter Bericht
kalt war es überhaupt nicht. Zwei halbe Tage Regen. Ansonsten mindestens 25 Grad, in Moskau, Mongolei 35° und in Peking knappe 40°. Die wirkliche Herausforderung ist, die Schaffnerinnen zum Lächeln und zum Freund zu gewinnen. Geht alles.
Aber offenbar ist die Herausforderung positiv gelaufen. Also Drachendompteuprüfung bestanden
Sind da immmer noch Nylonstrrümpfe die Währung der Wahl? Und Parfumpröbchen?
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