Frühlingserwachen im Februar - Das ist JETZT bei Blumensamen zu beachten

Steinkraut keimt in der Saatschale
Steinkraut keimt in der SaatschaleFoto-Quelle: Spiegel
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Von News Team

Der Februar nähert sich seinem Ende und den Hobbygärtner juckt es gewaltig in seinem „grünen Daumen“. Denn die Zeit, in der er seine Lieblingsblumen aussähen muss, nähert sich mit Riesenschritten oder ist für einige Arten bereits herangekommen. Her also mit den im Herbst gesammelten Blumensamen und den frisch eingekauften Samentütchen! Für die Aussaat in üblichen Mengen benötigt man weder ein beheiztes Gewächshaus noch eine Saatschale aus dem Handel. Ich benütze seit Jahren die dünnen, glasklaren Plastikhauben, in denen unser Bäcker ein halbes Dutzend Butterhörnchen verkauft. Ähnliches gibt es sicherlich es auch anderswo.

Im Backofen sterilisieren

Unten lege ich eine fingerdicke Schicht Tonkügelchen zur Dränage aus, darauf fülle bis zum Schalenrand feine Aussaaterde. Aussaaterde! Das ist eine Wissenschaft für sich. Für die meisten misslungenen Saaten trägt sicherlich ein fehlerhaftes Substrat die Schuld, wenn es zu grob, zu trocken und vor allem nicht keimfrei ist. Früher habe ich die Erde selbst präpariert: Ein Teil fertiger Kompost, ein Teil Sand, ein Teil torfreiche Blumenerde - und alles gut vermischen. Grobe Brocken aussammeln oder aussieben. In einem ausrangierten Römertopf kam das Erdgemisch bei 200 Grad C eine halbe Stunde in den Backofen. So war das Substrat steril und nach dem Auskühlen zum Gebrauch bereit. Obwohl diese Methode stets gut funktionierte, erspare ich mir seit einiger Zeit das Gefummel mit den verschiedenen Erden und vor allem die Gerüche aus dem Backofen, indem ich fertig konfektionierte Aussaaterde mit milder Startdüngung aus dem Handel verwende.

Lichtkeimer? Dunkelkeimer?

Jetzt droht der nächste Stolperstein. Denn Samen unterscheiden sich nach Licht- oder Dunkelkeimern. Überdecken Sie einen Lichtkeimer mit der üblichen Erdschicht, denkt der nicht ans Aufwachen und Sie wundern sich, weshalb sich im Saatschälchen nichts tut. Also unbedingt das Kleingedruckte auf der Tüte lesen! Bei Lichtkeimern handelt es sich meistens um sehr kleine Samen, die nicht genügend Kraft aufbringen, um eine Abdeckung nach oben zu durchbrechen. Solche Samen werden nur auf die Oberfläche gestreut und allenfalls mit feinstem Substrat angesiebt. Bekannte Lichtkeimer sind: Küchenkräuter: Basilikum, Bohnenkraut, Brunnenkresse, Dill, Gartenkresse, Kamille, Katzenminze, Kerbel, Kümmel, Lavendel, Majoran, Melisse, Oregano, Pfefferminze, Rosmarin, Sauerampfer, Sellerie, Thymian, Ysop. Blumen: Fleißiges LIeschen, Glockenblume, Leberbalsam, Levkoje, Löwenmäulchen, Mittagsblume, Mittagsgold. Andere Samenkörnchen streue ich nicht zu dicht auf die Oberfläche, reibe sie mit einer raschen Handbewegung in die Erde und drücke diese mit einem Brettchen an. Für die erste Zeit benötigen die Samen eine feuchte Umgebung. Diese schaffe ich, indem ich die Erde mit einer Sprühflasche fein einneble und den Deckel schließe. Dadurch bildet sich im Gehäuse ein feuchtes Miniklima, welches das Keimen erleichtert. Lichtkeimer stellen Sie logischerweise direkt an ein helles Fenster, Dunkelkeimer können die erste Zeit auch unter der Heizung stehen, falls es dort gleichbleibend zwischen 21 und 25 Grad warm ist. Stoßen die Keimblättchen hervor, müssen auch diese Kistchen ans Licht geholt werden. Nicht ungeduldig werden: Paprika, Auberginen und Primeln regen sich erst nach etwa drei Wochen, während Tomaten und Tagetes (Studentenblumen) schon nach wenigen Tagen keimen.

Feucht halten - nicht nass

Nach den Keimblättern wachsen die erste „echten“ Blättchen hervor. Jetzt müssen Sie aufpassen, dass die Oberfläche nicht ständig nass ist, sondern sprühen Sie nur, wenn die Erde oberflächlich abgetrocknet ist. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich Fäulnispilze ausbreiten und die Keimlinge zum Umkippen bringen.Öffnen Sie die Klappe ihres improvisierten oder auch gekauften Kleingewächshauses tagsüber, damit kein Kondenswasser auf die empfindlichen Pflänzchen tropft. Nächste Phase: Haben sich die Blätter einige Tage deutlich entwickelt, sollten die Minipflanzen in eine neue Umgebung verprlanzt werden. Der Gärtner nennt das Verfahren „pikieren“, was so viel wie „herauspicken“ bedeutet. Die Pflanzen sind zu diesem Zeitpunk so klein, dass man sie kaum mit den Fingern greifen kann. Ich bastle mir zur Erleichtung dann immer ein primitives, aber wirksames Werkzeug aus einem geraden, fingerdicken Aststück. Auf der einen Seite flache ich es ab und versehe es mit einer Kerbe. Damit greife ich unter den Sämling. Die andere Seite ist spitz zugeschnitten und damit stoße ich eine Loch in die Erde des neuen Pflanzgefäßes. Dort stecke die Pflanze bis zu den Keimblättchen hinein, mit der flachen Hölzchen-Seite wird noch mal seitlich angedrückt. Einfach, aber geschickt!

Im Mai ins Freie

Wo hinein wird gepflanzt? Dazu können Sie größere Anzuchtschalen mit frischer Erde verwenden oder für die schnell wachsenden Arten wie Tomaten, größere Sommerblumen Gemüse und Gewürzkräuter auch gleich passende Töpfe. Wenn die Gefahr der Nachfröste vorbei ist, etwa Mitte Mai, verpflanzen Sie alles an den endgültigen Standplatz im Garten, auf der Terrasse oder den Balkon. Viel Erfolg! Wann wird gesät?

MonatBlumenGemüse
JanuarBegonien, Gloxinien, Petunien, Geranien-
FebruarDahlien, Stiefmütterchen, RingelblumenSellerie, Zwiebeln
MärzAstern, Kornblumen, Buntnesseln, Portulak, Löwenmaul, Zinnien, SteinkrautAuberginen, Würzkräuter, Paprika, Tomaten
Aprilalle sonstigen SommerblumenBrokkolie, Kohl, Blumenkohl, Salat, Melonen, Kürbisse

6 Kommentare

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Frühlingserwachen?Wo?. Ich habe gerade eine Sunde Schnee geschoben....
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Für die Aussaat verwende ich die Verpackungen von Eiern, das geht ganz prima,ist praktisch und spart so manchen Euro. Zum Auspflanzen zerschneide ich den Eierkarton
und setze ihn mit der Jungpflanze ins Freiland.
Guter Tipp!!
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ist ja alles richtig und vor allem tut es all denen "Gut", die das Wachsen des Grases hören möchten. Möchte gerne Ihren Garten einmal kennen lernen. herzliche Grüße.
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Ja, ich freue mich auch schon auf die Gartensaison, es "juckt" schon in den Fingern.Dieses Jahr möchte ich mir ein Gewächshaus zulegen, das wird bestimmt schön.
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Hallo Herr Spiegel, endlich wieder ein lang ersehnter Gartenbeitrag von Ihnen! Da muss der Frühling ja einfach kommen. Danke!
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