Berlin: Suizid wegen Mobbing an Schule? Senatorin reagiert

Offenbar war das Mädchen über einen längeren Zeitraum stark gemobbt worden.  ...
Offenbar war das Mädchen über einen längeren Zeitraum stark gemobbt worden. Die Schulleitung soll Bescheid gewusst - und trotzdem nichts getan haben.Foto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)
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Berlin. Nach einem Selbstmordversuch an einer Grundschule ist ein elfjähriges Mädchen im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Die Schülerin wollte sich das Leben nehmen, weil sie über einen längeren Zeitraum stark gemobbt worden war. Jetzt meldet sich die zuständige Schulsenatorin zu Wort.

Bildungssenatorin Scheeres nimmt Mobbing "sehr ernst"

Update: 4. Februar, 16.15 Uhr
Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat den Vorwurf zurückgewiesen, sie tue zu wenig gegen Mobbing an den Schulen. Das Thema Mobbing nehme sie "sehr sehr ernst", sagte Scheeres am Montag im Inforadio vom rbb: "Nicht ohne Grund habe ich in Berlin eine Anti-Diskriminierungsbeauftragte, die bei mir angesiedelt ist, auf den Weg gebracht. Und die Stelle wollen wir auch ausbauen." Das sei wichtig, damit Eltern die Möglichkeit hätten, sich auch anonym an die Bildungsverwaltung zu wenden, wenn sie in der Schule nicht weiterkommen.

Außerdem sei die Schulpsychologie ausgeweitet worden, betonte Scheeres: "Es gibt Beratungszentren in allen Bezirken, wo auch spezialisierte Psychologen sind, die sich alleine mit diesen Themen auseinandersetzen und auch die Schulen beraten."

Die Bildungssenatorin forderte eine erhöhte Sensibilität für das Thema Mobbing an Schulen: "Also das ist ja Pädagogik, dass man direkt einschreitet und Dinge nicht laufen lässt, dass man sie ernst nimmt". Wenn Kinder Sorgen ansprechen würden, müsse sofort gefragt werden, was dahinter steckt.

Die Debatte um Mobbing ist durch den Tod einer Grundschülerin am Wochenende entbrannt. Noch sind die Hintergründe des Todes aber unklar. Senatorin Scheeres kündigte im Inforadio an, man werde "ganz genau hinschauen, was an der einzelnen Schule vorgefallen ist".

Mädchen (11) nimmt sich das Leben

Erstmeldung: 2. Februar, 10.10 Uhr
Wie der „Berliner Tagesspiegel“ berichtet, hatten Eltern seit einem Jahr Lehrer und Schulleitung wiederholt über die zahlreichen Mobbingfälle an der Schule informiert - auch der Elternbeirat wusste darüber Bescheid. Doch getan wurde offenbar nichts, dem Schulamtsleiter wirft ein Vater sogar Gleichgültigkeit vor.

„Es soll nicht nur Mobbing zwischen den Kindern, sondern auch Gewalt von einer Lehrerin gegenüber den Schülern gegeben haben“, sagte der Mann dem „Berliner Tagesspiegel“. Man habe alle Fälle aber nach dem Motto abgetan, das sei doch alles nicht so tragisch, viele der gemobbten Kinder seien auch keine Engel.

Mädchen war neulich erneut Opfer von Mobbing geworden

Nach Informationen des Mannes hatten die Eltern der Elfjährigen kurz vor dem Selbstmordversuch wieder einmal auf die verbalen und körperlichen Attacken von einigen Mittschülern auf ihre Tochter hingewiesen. Doch statt einzugreifen, soll die Schulleitung keine Konsequenzen gezogen haben.

Gegenüber dem „Berliner Tagesspiegel“ wollte sich die Schule zum Tod des Mädchen nicht äußern. Eine Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung bestätigte gegenüber der Zeitung, dass die Schule die zuständigen Behörden über den Tod der Elfjährigen informiert habe.

Laut der Polizei läuft nun ein Todesermittlungsverfahren. Zu weiteren Anzeigen wegen Gewaltdelikten an der Schule könne man aber frühestens Anfang nächster Woche Aussagen treffen.

IM VIDEO | Harte Strafe für Mobbing: Mutter nimmt Tochter alles weg!

autoren wize.life

2 Kommentare

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Mir tun die Eltern leid. Ich kenne es selbst
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dass die Schulleitung nichts getan hatte, hat System. Mir tut das Mädchen und deren Angehörige leid. Es wäre aber auch interessant etwas mehr über die Eltern bzw. Schülerin und die Schule zu lesen. Vielleicht könnten dann die Eltern anderer Schüler besser reagieren und sowas vermeiden.
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