Ludwigshafen: Paar wegen schweren Kindesmissbrauchs vor Gericht

Ludwigshafen: Paar wegen schweren Kindesmissbrauchs vor Gericht
Ludwigshafen: Paar wegen schweren Kindesmissbrauchs vor GerichtFoto-Quelle: Pixabay (Symbolbild)
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Ludwigshafen/Frankenthal (Rheinland-Pfalz). Monate nach der brutalen Misshandlung eines sechs Wochen alten Säuglings hat nun die Staatsanwaltschaft in Frankenthal Anklage gegen die Eltern erhoben. Den beiden wird vorgeworfen, im Oktober 2018 ihr Baby gequält und gefoltert zu haben, um sich sexuelle Befriedigung zu verschaffen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die 26-jährige Mutter am Abend des 14. Oktober das Baby mit einem Gegenstand nicht nur im Analbereich verletzt, sondern ihm damit auch schwere innere Verletzungen zugefügt haben. Dem zwei Jahre jüngeren Vater wird vorgeworfen, den Säugling schwer am Penis verletzt zu haben, wodurch das Kind einen schmerzhaften Bluterguss und eine blutende Wunde erlitt.

Nach der Tat brachte das Paar das Baby dann aber nicht in eine Klinik, sondern überließ es seinem Schicksal. Laut Anklage war den beiden bewusst, dass ihr Sohn sterben könnte - und genau das nahmen sie in Kauf. Erst am nächsten Morgen fuhren die Eltern mit dem schwer verletzten Säugling zu einer Kinderarztpraxis. Danach kam das Baby in ein Krankenhaus und musste notoperiert werden.

Polizeiermittler „erschüttert“

Bei einer Untersuchung des Säuglings stellten die Ärzte jedoch auch weitere Verletzungen fest, die auf frühere Misshandlungen schließen lassen. Offenbar soll das Baby neben mehreren Rippen- und Knochenbbrüche auch eine Schädelverletzung und Hirnblutung aufgewiesen haben. Zudem attestierten die Ärzte dem Säugling eine Lungen- und Herzprellung sowie Einblutungen in den Augen.

Gegenüber dem Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) sagte der leitende Staatsanwalt, Hubert Ströber, der Fall habe selbst die „Profis“ - die Ermittler und Mitarbeiter - in seiner Staatsanwaltschaft zutiefst erschüttert. „Gott sei Dank kommt ein solcher Fall von Kindesmisshandlung nicht häufig vor.“

Nun muss das Landgericht in Frankenthal entscheiden, ob es die Anklage der Staatsanwaltschaft zulässt. Sollte es zu einem Prozess kommen, drohen der Mutter bis zu 15 Jahren und dem Vater zwischen einem und zehn Jahren Haft. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung, Misshandlung Schutzbefohlener und sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Nach Angaben der „Bild“ soll der Säugling jetzt einen künstlichen Darmausgang haben und bei Pflegeeltern leben. Die Eltern sitzen seit November 2018 in Untersuchungshaft.

Über dieses Thema berichtete zuerst der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR).

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(feb)

autoren wize.life

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