Fall Rebecca: Anwältin kritisiert "Jagd" auf tatverdächtigen Schwager und einseitige Ermittlungen

Rebecca (14) verschwand am 18. Februar 2019 spurlos.
Rebecca (14) verschwand am 18. Februar 2019 spurlos.Foto-Quelle: Polizei Berlin
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Von News Team

Im Fall der seit fast fünf Wochen vermissten Rebecca aus Berlin hat die Anwältin des Tatverdächtigen, bei dem es sich um den Schwager der 15-Jährigen handelt, jetzt schwere Vorwürfe gegen die Ermittlungsbehörden und Medien erhoben: Die Veröffentlichung von Fotos und vielen Details habe zu einer Vorverurteilung ihres Mandaten geführt, sagte Rechtsanwältin Petra Klein dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Die Ermittlungen im Fall der seit 18. Februar vermissten 15-Jährigen konzentrierten sich einzig auf ihn und verliefen damit einseitig.

"Der Umgang mit meinem Mandanten hat dazu geführt, dass dort vielerorts spekuliert wurde und praktisch zur Jagd auf meinen Mandanten aufgerufen wurde", so die Anwältin im rbb.

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Zwar wurde der Mann von Rebeccas älterer Schwester am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen. Grund waren Zweifel des Ermittlungsrichters "am dringenden Tatverdacht“ des 27-Jährigen „aufgrund des gegenwärtigen Ermittlungsstands", so die Berliner Generalstaatsanwaltschaft.

Doch für die Ermittlungsbehörden gilt er weiterhin als Tatverdächtiger. Sie vermuten, dass er das Mädchen getötet und mit seinem Auto an einen Ort in Brandenburg gebracht hat.

In Brandenburg hatte die Polizei in der vergangenen Woche an verschiedenen Orten nach der Leiche des Mädchens gesucht.

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"Man könnte derzeit die Vermutung haben, dass die Polizei nicht mehr die Aufklärung des Falles in erster Linie verfolgt, sondern eigentlich nur noch mit der Suche nach einer Leiche beschäftigt ist, die es möglicherweise gar nicht gibt", sagte Petra Klein.

Die Behörden hätten sehr früh die Arbeitshypothese gefasst, dass Rebecca tot und ihr Schwager der Täter sei. Dabei gelte für ihn nach wie vor die Unschuldsvermutung, so die Anwältin: So lange er nicht von einem Gericht verurteilt worden sei, gelte ihr Mandant als unschuldig.

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