Achtung, Abo-Falle! Verbraucherschützer warnen vor betrügerischen Streaming-Portalen

Im Internet lauern viele Betrüger - gerade versuchen dubiose Streamingdienst ...
Im Internet lauern viele Betrüger - gerade versuchen dubiose Streamingdienste abzuzocken (Symbolbild)Foto-Quelle: pixabay
News Team
Von News Team

Beschwerden über vermeintliche Streaming-Portale häufen sich. Bei Behörden wurden bereits mehr als 200 vermeintliche Streaming-Webseiten gemeldet. Welche Streaming-Websites betroffen sind und was ihr im Zweifelsfall tun könnt. 

Die Webseiten sehen sich zum Verwechseln ähnlich, nur die URL und das Logo sind verschieden: Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist durch Beschwerden auf ein ganzes Netzwerk an vermeintlichen Video-Streaming-Webseiten gestoßen. Auf diesen versuchen Betrüger, Verbraucher in eine Abofalle zu locken, wie die Verbraucherschützer warnen.

Wie die Betrüger vorgehen

Betroffene Verbraucher, darunter häufig Minderjährige, gelangen den Angaben zufolge über ein Pop-up-Fenster auf eine der Webseiten der Betreiber. In der Regel wird hier mit einem fünftägigen kostenlosen Testabonnement geworben.

Wenn sich die Verbraucher für die Nutzung registrieren, müssen sie ihren Adressdaten, eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angeben. Die Registrierung verläuft scheinbar nicht erfolgreich - oder es lassen sich keine Filme danach streamen.

Allerdings sind die Daten dennoch bei den Betreibern der Webseiten gelandet, die dann die Kosten für ein Abo in Rechnung stellen.

Fehlende Verbraucherinformationen auf den Webseiten

Nicht auf allen betroffenen Webseiten und nicht zu jedem Zeitpunkt sind verbraucherschützende Angaben wie Kosten des Abonnements, die automatische Verlängerung oder ein "Kostenpflichtig registrieren"-Button vorhanden. Dies gehöre offenbar zur Strategie der Betreiber, warnen die Verbraucherschützer.

Wie ein seriöses Angebot aussieht

Bei einem seriösen Angebot erhaltet ihr eine Vertragsbestätigung mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zu den geltenden Konditionen per E-Mail. Und ihr könnt auf die Inhalte des Streaming-Dienstes sofort zugreifen.

Aggressive Zahlungsaufforderungen

Nach Ablauf einer fünftägigen Testphase wurden betroffene Verbraucher per E-Mail oder telefonisch kontaktiert. Auf aggressive Weise forderten die Betreiber die Verbraucher zur Zahlung eines Jahres-Abo-Betrags auf. Sie beriefen sich dabei auf den Abschluss eines kostenpflichtigen Jahres-Abos und forderten die Begleichung eines Jahresbetrages von rund 144, 238 oder 359 Euro.

Falsche Informationen über YouTube-Videos

Für den Fall, dass Verbraucher über ihre Rechte im Internet recherchieren, haben die Betreiber der Webseiten offenbar fragwürdige Videos bei YouTube hochgeladen. Darin heißt es, die Forderung des Anbieters sei rechtens. Das stimmt allerdings nicht.

Was ihr tun könnt nach Erhalt der Rechnung

  • Wenn keine Leistung erbracht wurde, keinesfalls die Rechnung über ein vermeintliches Jahresabonnement zahlen.
  • Strafanzeige bei der Polizei stellen.
  • Ihr könnt euch bei Unsicherheiten individuell bei den Verbraucherzentralen beraten lassen.

Um gar nicht erst auf Angebote dubioser Streaming-Dienste hereinzufallen, ist es sinnvoll, den Namen der Streaming-Website in eine Suchmaschine einzugeben - bevor ihr persönliche Daten eingebt. Handelt es sich um eine unseriöse Webseite, finden sich häufig bereits Hinweise dazu im Internet.

Vorsicht vor diesen Anbietern

Die Betreiber dieser Webseiten stellen offenbar regelmäßig weitere Webseiten-URLs online. Auf fast allen dieser Webseiten gibt es ein Impressum, in dem eines von neun Unternehmen mit Sitz in Großbritannien genannt wird. Dabei handelt es sich um :

  • Turquoiz Limited
  • Lovelust Limited
  • Bizcon Limited
  • Anmama Limited
  • CIDD Limited
  • OLJO Ltd
  • SAFE4MEDIA Ltd
  • Kino Bino Limited
  • Kino Cinemas Ltd

Regelmäßig kommen neue Seiten dazu

Nach Recherchen des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gibt es inzwischen über 200 nahezu identisch aussehende, dubiose Streaming-Webseiten – und regelmäßig kommen neue dazu.

Ermittlungsbehörden informiert

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz glaubt, dass sich Betrüger hinter den Angaben verstecken und hat seine Erkenntnisse zu den Betreibern nun an die Ermittlungsbehörden weitergegeben.

Auch interessant:
"Völlig überteuert": Verbraucherschützer warnen vor Betrug mit Leitungswasser

Urheberrechtsreform: Ist JETZT das freie Internet gefährdet?

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren