Schlimmer Verdacht: Wurden Hunderte Berliner systematisch beim Wohnungskauf betrogen?

Wohnungsbetrug auf der Berliner Karl-Marx-Allee?
Wohnungsbetrug auf der Berliner Karl-Marx-Allee?Foto-Quelle: Heike Georg/pixabay
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Von News Team

Böser Verdacht: Offenbar sind mehrere Hundert Bewohner mit Vorverkaufsrecht für Wohnungen in der Berliner Karl-Marx-Allee betrogen worden: Ihnen wurden die Immobilien nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zu überteuerten Preisen verkauft worden sein. Dabei könnte auch die öffentliche Hand geschädigt worden sein.

Der Verkauf Hunderter Wohnungen an den Konzern Deutsche Wohnen beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Gegen Verantwortliche der Firma Predac als Verkäufer sowie einer Deutsche Wohnen-Tochter als Käufer wird wegen Verdachts des Betrugs ermittelt. Das teilte ein Sprecher der Behörde am Freitag nach einer Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ auf Anfrage mit.

Wurden die Wohnungen absichtlich verteuert?

Der Vorwurf: Die Beteiligten sollen Wohnungen, deren Bewohner ein Vorkaufsrecht hatten, verteuert haben, während leere Wohnungen und Gewerbeeinheiten billiger verkauft worden seien. Mieter, die schließlich ihr Vorkaufsrecht ausübten, hätten der Deutschen Wohnen so den Erwerb der anderen Wohn- und Gewerbeeinheiten mitfinanziert. Die Anwältin einer Bewohnerin erstattete Anzeige und untersetzte diese mit einem Rechtsgutachten, wie das Magazin weiter berichtet.

Mehr als 300 Mieter sollen vom Vorkaufsrecht Gebraucht gemacht haben

Die Predac hatte im Vorjahr 675 Wohnungen in drei Gebäuden, die in den 1990er-Jahren privatisiert worden waren, an die Deutsche Wohnen verkauft. Bestimmte Mieter hatten auf Grundlage der Altverträge aber ein Vorkaufsrecht, von dem weit mehr als 300 schließlich auch Gebrauch machten.

Kauf erfolgte häufig mit öffentlicher Unterstützung

Die meisten kauften demnach ihre Wohnungen mit Hilfe eines vom Senat unterstützten Modells und reichten sie an die kommunale Gesellschaft Gewobag weiter. Andere erwarben ihre Wohnung mit Hilfe zinsgünstiger Darlehen der landeseigenen Investitionsbank für sich.

Sollten die Kaufpreise überhöht gewesen sein, wären also private Käufer ebenso geschädigt wie die öffentliche Hand.

Beschuldigte äußern sich nicht weiter

Die Deutsche Wohnen hatte entsprechende Vorwürfe schon früher zurückgewiesen. Am Freitag äußerte sich das Unternehmen nicht zu den Ermittlungen. Von ihnen habe man erst aus den Medien erfahren, hieß es.

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