Wer Rechnungen bekommt für Leistungen, die er nicht bestellt hat, sollte kei ...

Ärger mit Vodafone Kabel Deutschland: Verbraucherschützer warnen vor betrügerischen Rechnungen

News Team
Von News Team

Mal ist es nach dem Besuch eines Servicetechnikers, mal nach einem Telefonat mit dem Kundenservice: Regelmäßig erreichen die Verbraucherzentrale Hamburg Meldungen, dass Vodafone Kabel Deutschland Rechnungen über Leistungen verschickt, die Kunden gar nicht haben wollten.

Die Verbraucherzentrale ist nach eigenen Angaben bereits zum zweiten Mal gegen das Unternehmen vorgegangen. Jetzt wollen die Hamburger Verbraucherschützer wissen: Hattet ihr auch Ärger mit Vodafone Kabel? Dann wendet euch bitte an die Verbraucherzentrale.

Hohe Geldstrafen drohen Vodafone Kabel Deutschland

Die Vodafone Kabel Deutschland GmbH hat sich demnach verpflichtet, keine Auftragsbestätigungen mehr über die beiden Produkte „Vodafone TV Connect“ oder „Vodafone GigaTV inklusive HD Premium Cable“ an Kunden zu verschicken, wenn diese die Leistungen nicht bestellt haben. Hält sich das Unternehmen nicht daran, drohen hohe Geldstrafen.

In folgenden Fällen schritten die Verbraucherschützer bereits gegen Vodafone Kabel Deutschland ein:

Auftragsbestätigung nach Besuch des Servicetechnikers

Mitte Februar 2019 klingelte unangemeldet ein von Vodafone Kabel Deutschland beauftragter Mitarbeiter bei einer WG in Hamburg, um die Kabelbuchse zu vermessen. Die Bewohner ließen den Servicetechniker nicht in ihre Wohnung - womit der Ärger begann. Nur fünf Minuten später erhielt einer der WG-Bewohner eine E-Mail von Vodafone Kabel Deutschland, in der man ihm mitteilte, dass seine Bestellung eingetroffen sei. Kurze Zeit später folgte eine schriftliche Auftragsbestätigung über die Produkte „Vodafone TV Connect“ und „Vodafone GigaTV inklusive HD Premium Cable“ zum Preis von 29,99 Euro pro Monat zuzüglich einem einmaligen Bereitstellungsentgelt in Höhe von 49,99 Euro.

Bestätigt das Unternehmen künftig wahrheitswidrig den Abschuss von Verträgen über die Produkte  „Vodafone TV Connect“ oder „Vodafone GigaTV inklusive HD Premium Cable“, wird eine Vertragsstrafe fällig.

Auftragsbestätigung nach Telefonat mit Kundenservice

Herr K. hatte seinen DSL-Vertrags bei Vodafone Kabel Deutschland wegen eines Umzugs kündigen müssen. Weil er dachte, dass noch Fragen im Zusammenhang mit seiner Kündigung zu klären seien, rief er Kabel Deutschland nach einem verpassten Anruf zurück. Im Telefongespräch bewarb der Mitarbeiter des Vodafone Kundenservice jedoch ausgewählte Produkte, auf die Kündigung von Herrn K. ging er nicht ein. Obwohl Herr K. während des Telefonats deutlich machte, dass seinerseits kein Interesse mehr an Produkten von Vodafone Kabel Deutschland habe, erhielt er kurz nach Ende des Telefonats eine E-Mail mit der Überschrift „Ihre Bestellung haben wir bekommen“. Am Tag darauf folgte die Mitteilung, ein neues Gerät sei unterwegs. Später wurden Rechnungen über die Produkte „Kabel Digital“ und „Video Select“ zugestellt und die entsprechenden Entgelte von Herrn K.s Konto abgebucht.

Aufgrund der Schilderung von Herrn K. haben wir die Vodafone Kabel Deutschland GmbH abgemahnt – und anschließend, da die geforderte Unterlassungserklärung ausblieb, Klage beim Landgericht München I eingereicht.

Das Gericht hat unsere Auffassung bestätigt und verurteilte Vodafone Kabel Deutschland am 9. August 2018 (Az. 17 HK O 301/18), es zu unterlassen, Verbrauchern den Abschluss eines Vertrages über das Produkt Kabel Digital und/oder Video Select zu bestätigen und/oder dem Verbraucher Entgelte für diese Produkte in Rechnung zu stellen, wenn keine entsprechende Bestellung des Verbrauchers vorliegt. Verstößt das Unternehmen gegen das Urteil des Landgerichts kann ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro fällig werden.

Immer wieder Ärger mit Bestätigungen und Rechnungen
Die Verbraucherzentrale erhält weiterhin regelmäßig Beschwerden von Betroffenen, die Zeit und Nerven investieren müssen, um sich gegen Rechnungen zu wehren, für die es keine Vertragsgrundlage gibt. Denn eigentlich sind Verbraucher bei Erhalt einer Bestätigung über einen nicht bestehenden Vertrag gar nicht verpflichtet, tätig zu werden. Viele Anbieter behaupten aber, dass ein Vertrag automatisch als abgeschlossen gilt, wenn auf eine als E-Mail verschickte Bestätigung keine Reaktion erfolgt.

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