Schlag gegen Internetkriminalität: Darknet-Drogenhändler aus Deutschland verhaftet

Drei Männer aus Deutschland sollen den weltweit zweitgrößten Darknet-Marktpl ...
Drei Männer aus Deutschland sollen den weltweit zweitgrößten Darknet-Marktplatz betrieben habenFoto-Quelle: Emmanuel/Unsplash (Symbolfoto)
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Die Spur führte nach Deutschland: Ermittlern ist ein Schlag gegen den weltweit zweitgrößten Darknet-Marktplatz gelungen: Drei Männer im Alter zwischen 22 und 31 Jahren wurden festgenommen.

Sie sollen den illegalen Online-Marktplatz namens "Wall Street Market" betrieben und über die kriminelle Plattform Drogen, gefälschte Dokumente, Schadsoftware und ausgespähte Daten verkauft haben, teilten das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Freitag (3. Mai 2019) mit.

Die Männer aus Bad Vilbel, aus dem Landkreis Esslingen und aus Kleve sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Dem Fahndungserfolg gingen weltweite Ermittlungen voraus.

Die drei Männer sollen demnach einen internationalen Handel mit "kriminellen Gütern" betrieben haben, der ausschließlich im Darknet abgewickelt wurde. Das Darknet ist jener verborgene Teil des Internets, den normale Nutzer nicht ohne Weiteres finden, er ist über das TOR-Netzwerk zugänglich und wird auch für illegalen Handel genutzt.

Aufwändige internationale Ermittlungen

Die Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) waren den drei Männern schon länger auf der Spur - gemeinsam mit Kollegen aus den USA, den Niederlanden sowie von der europäischen Polizeibehörde Europol. Der Festnahme seien "aufwändige verdeckte Ermittlungen" vorausgegangen, hieß es am Freitag.

Auf dem Online-Marktplatz gab es demnach zuletzt 63.000 Verkaufsangebote, über 1,1 Millionen Kundenkonten und über 5.400 angemeldete Verkäufer.

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Im Angebot waren Drogen wie Kokain, Heroin, Cannabis und Amphetamine sowie ausgespähte Daten, Schadsoftware und gefälschte Dokumente, für die Kunden mit den Kryptowährungen Bitcoin und Monero bezahlten.

Als die Männer das Geld an sich überwiesen, schlugen die Ermittler zu

Für Abwicklung des Handels sollen die drei mutmaßlichen Betreiber der Plattform "Wall Street Market" Provisionen in Höhe von 2 bis 6 Prozent des Verkaufswerts erhalten haben.

Als die drei Tatverdächtigen am 23. April begannen, die auf dem Marktplatz hinterlegten Geldbeträge an sich selbst zu überweisen und die Plattform in den Wartungsmodus schalteten, schlugen die Ermittler zu: Sie durchsuchten die Wohnungen des 31-Jährigen aus dem hessischen Bad Vilbel, des 29-Jährigen aus dem Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg und des 22-jährigen aus Kleve in Nordrhein-Westfalen.

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Dabei fand die Polizei Bargeld in Höhe von über 550.000 Euro, Kryptowährungen in 6-stelliger Höhe und mehrere hochwertige Kraftfahrzeuge. Außerdem wurden Computer und Datenträger als Beweismittel sichergestellt. In der Wohnung des 22-Jährigen fanden die Ermittler außerdem eine Schusswaffe.

Die Server des illegalen Online-Marktplatzes wurden am 2. Mai 2019 beschlagnahmt. Seitdem ist auf der Webseite dieser Sicherstellungsbanner zu sehen
BundeskriminalamtDie Server des illegalen Online-Marktplatzes wurden am 2. Mai 2019 beschlagnahmt. Seitdem ist auf der Webseite dieser Sicherstellungsbanner zu sehen

Gegen die Männer vollstreckte eine Haftrichterin am Amtsgericht Gießen einen Haftbefehl wegen "gewerbsmäßiger Verschaffung einer Gelegenheit zur unbefugten Abgabe von Betäubungsmitteln". Der Server des Online-Marktplatzes wurde am Donnerstag (2. Mai 2019) vom BKA beschlagnahmt, seitdem ist dort ein Sicherstellungsbanner zu sehen.

Zeitgleich nahmen Ermittler der Staatsanwaltschaft Los Angeles in den USA zwei Verkäufer fest, die auf dem illegalen Online-Marktplatz "Wall Street Market" durch den Verkauf von Betäubungsmitteln den größten Umsatz erzielt hatten. Auch bei ihnen wurden die Wohnungen durchsucht: Zutage kam neben Drogen und illegalen Waffen auch Bargeld in Millionenhöhe.

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