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Allein oder einsam?

Alleinsein ist Luxus – selbst gewählte Einsamkeit tut der Seele gut

Von Christine Kammerer - Samstag, 25.10.2014 - 08:09 Uhr

Bei der Einsamkeit scheiden sich die Geister: die einen können sie kaum ertragen, die anderen preisen sie als Quell der Kreativität und Inspiration - als einen Luxus, der mit Geld kaum aufzuwiegen ist.

Die einen meiden sie, wann auch immer das möglich ist. Sie suchen Zerstreuung und Unterhaltung, lassen sich rund um die Uhr von der Glotze berieseln, sind Tag und Nacht im Internet unterwegs – immer in Kontakt mit anderen - nur um nicht mit sich selbst allein sein zu müssen. Die anderen suchen sie regelrecht – sie nehmen sich Auszeiten vom Alltag, schotten sich ab und meditieren im stillen Kämmerlein oder ziehen sich gleich ganz auf eine einsame Berghütte zurück – abgeschieden von der hektischen Welt da draußen.

Immer Online
Wir sind immer aktiv und fast 24 Stunden am Tag erreichbar. Nur wenn wir schlafen, ruhen unsere Verbindungen in die Außenwelt. Ansonsten stehen die meisten von uns in einem dichten Netzwerk von Verbindlichkeiten, das mit immer neuen Anforderungen an uns heran tritt: Partner, Kinder und Enkel, die unsere Zeit und Aufmerksamkeit einfordern, Freunde und Bekannte, denen wir Zuwendung schenken, jede Menge Aufgaben, die Tag für Tag erledigt werden wollen. Wenn wir nur wollen, könnten wir selbst den letzten Rest unserer knapp bemessenen Zeit mit diesem und jenen anfüllen – mit Shoppen, mit Chatten, mit Hobbies und ehrenamtlichen Tätigkeiten. Wir müssen nicht einsam sein – wenn wir nicht wollen…


„Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste.“ (Hans Krailsheimer)

Was ist das eigentlich – Einsamkeit?
Mit dem Alleinsein ist es so eine Sache: begeben wir uns freiwillig hinein, fühlen wir uns darin durchaus geborgen. Werden wir hinein gezwungen, befällt uns schnell ein schales Gefühl – zum Beispiel wenn wir über längere Zeit keinen Partner haben und uns doch so sehr danach sehnen.

Alleinsein ist befreiend. Wir können unseren Gedanken nachhängen, stehen in Verbindung mit uns selbst. Alleinsein tut uns gut - wenn wir den Zustand selber wählen. Einsamkeit dagegen kann mitunter quälend sein, deprimierend und düster. Und Einsamkeit geht nicht zwangsläufig mit Alleinsein einher – auch unter Menschen kann man sich sehr einsam fühlen. Nein, Alleinsein ist wirklich nicht dasselbe wie Einsamkeit.

Alleinsein – das letzte Abenteuer der Menschheit

In der selbstgewählten Einsamkeit begegne ich nur einem Menschen: mir selbst. Ein Abenteuer, auf das sich nur wenige wirklich einlassen wollen oder können. Gerade weil sie dort jemandem begegnen könnten, der ihnen mehr als fremd ist. Fremder manchmal sogar als der eigene Partner. Wir sind soziale Wesen – wir brauchen andere Menschen! Und wir können uns tatsächlich in der Einsamkeit verlieren, wenn das Alleinsein andauert und wenn wir uns dabei immer mehr einigeln. Aber fast genauso sehr verlieren wir uns ohne das Alleinsein – wir lernen uns nicht kennen und wir finden uns nicht. Wir werden nicht die, die wir sind ohne die Alleinsamkeit.

38 Kommentare

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Es ist ein zweitschneidiges Thema, es ist schön Alleine zu sein, man hat seine Ruhe und kann tun und lassen wie es einem gerade gefällt, muss keine Kompromisse machen und sich nicht Rechtfertigen.
Aber je länger diese Zeit anhält je Beziehungsunfähiger und unflexibler in einer möglichen Partnerschaft wird man.
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Hm, ich schaffe es zu selten. Alleine zu sein, heißt ja noch nicht, dass man aus dem Hamsterrad raus ist.
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Ich liebe es alleine zu sein!!!Brauche das einfach-die Zeit für mich und nur!!für mich.....Ich genieße das wirklich sehr!!
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Immer öfter, immer lieber - ich geniesse diese Zeit !
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Für alles gibt es eine Zeit. Auch für das allein sein.
Manchmal ist man unfreiwillig allein oder manchmal freiwillig.

Ist es unfreiwillig , sollten Freunde feinfühlig genug sein und Hilfe anbieten und der Person liebevoll signalisieren:
" Du kannst auf mich zählen !!! Du brauchst und Du bist nicht allen." Dem gesagten sollten Taten folgen .
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wenn ich unten bei unseren kindern etwas höre dann ja.aber ganz alleine in dem großen haus nein
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Ich hatte ein Jahr lang den " Luxus" .... brauch ihn nicht ...
Luxus macht nicht glücklich .... aber Zweisamkeit ....
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Der Spruch von Krailsheimer sagt doch schon alles
Einsam oder alleine? Das sind für mich 2 verschiedene Dinge. Ganz alleine ist doch niemand, oder? Ich fühle mich jedenfalls nicht einsam.
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Das Wort Einsamkeit ist deplatziert, neue Formulierung wäre Selbstbefreiung. Eigenen Ort der Stille sich erlauben, lass all deine Gefühle zu, gib ihnen den Raum, den sie brauchen. Erkenne, dass du immer die Gelegenheit hast, deine Lebensumstände zu verändern und übernimm die Verantwortung darfür.

Manchmal mag es zwar so aussehen, als ob es diese Freiheit nicht gäbe, jedoch ist dies eine Einbildung, ein Glaubenssatz. Du bist heute genau dort, wo deine eigenen Entscheidungen dich hingeführt haben. Wenn du das anerkennst, bekommst du die Entscheidungsgewalt über dein Leben.
Siehst du jedoch die Schuld im Außen, siehst du dich selbst in der Rolle des machtlosen Opfers. Und wenn dies dein Glaubenssatz ist, so bist du es auch... machtlos. Erkenne an, dass du die Macht hast, dein Leben zu verändern. Beginne mit kleinen Schritten und werde nach und nach mutiger. So wird dir mit jedem Tag bewußt, wie machtvoll die Eigenverantwortung als Kraft in uns ist, die in uns wohnt und uns beflügelt.
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Nach der Hektik des Alltags ist es manchmal ganz erholsam ein bißchen Zeit für sich selbst und seine Befindlichkeiten zu haben .
Ich bin manchmal ganz gerne für mich allein , ich lese sehr gerne
oder wenn das wetter es zuläßt fahre ich mit dem Rad auf meine
Abschaltbank wie ich sie nenne , eine Bank an einem bestimmten Plätzchen an der Saar , wo ich gerne halt mache und meinen Gedanken freien Lauf lasse . Einfach ein bißchen die Seele baumeln lassen . Alles zu seiner Zeit , Alltag , liebe Gesellschaft , aber auch Zeit für sich selbst ist die richtige Mischung für mich .
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