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Paparazzo-Foto: lukrative, aber presserechtlich umstrittene Geldquelle

Paparazzi: Foto-Jäger ohne Skrupel

Von wize.life-Nutzer -

Es entsteht meistens ein fader Beigeschmack, wenn in brisanten Ereignissen das Wort Paparazzi auftaucht. Den Nährstoff dazu bietet Federico Fellini in seinem Film „La Dolce Vita“. In unserer heutigen Medienlandschaft sind Paparazzi-Fotos nicht mehr wegzudenken. Die Pressefreiheit – und damit auch das Recht Bilder zu publizieren – ist ein hohes Gut, allerdings sind die Persönlichkeitsrechte der Fotografierten zu berücksichtigen. Es stellt sich die Frage: Ist es angemessen, sich um jeden Preis obskurer Fotos - wie etwa im Fall Michael Schumacher - zu bedienen, nur um die Auflagen der Medien in die Höhe zu treiben.

Caroline-Urteil: Pressefreiheit versus Persönlichkeitsrechte

Für Schlagzeilen sorgte, dass sogenannte Caroline-Urteil: Prinzessin Caroline von Hannover (ehemals Monaco) hatte geklagt, dass sie sich durch die Veröffentlichung von Fotos aus ihrer Privatsphäre in ihren Persönlichkeitsrechten beeinträchtigt fühlte. Über das Landgericht Hamburg, den Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht landete der Fall schließlich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Das Urteil ist für Nicht-Juristen schwammig: Prominente seien Personen der Zeitgeschichte und hätten die Publikation von Fotos mit gewissen Einschränkungen auch ohne ihre Einwilligung hinzunehmen. Demnach muss differenziert werden zwischen „absoluten“ und „relativen“ Personen der Zeitgeschichte und es muss hinterfragt werden, ob für die Öffentlichkeit ein allgemeines Interesse an der Veröffentlichung besteht. Mehr zum Caroline-Urteil auf diesen Seiten:
http://www.telemedicus.info/article/93-BGH-Caroline-Pressefreiheit-hat-das-Nachsehen.html
http://www.rechtambild.de/2011/05/bgh-vs-emrk-die-rechtsprechung-zum-fall-prinzessin-caroline-im-uberblick/


Youtube-Video der Passauer Neuen Presse über Caroline von Hannover als Wohltäterin


Journalismus muss nicht immer kritisch sein: Hofberichtungerstattung wie sie Prominente wünschen


Prominente kokettieren mit den Paparazzi

Einige Prominente pflegen geradezu ein freundschaftliches Verhältnis zu den Boulevardmedien. Je mehr ein Prominenter von seiner Privatsphäre preisgibt, ist der Unterhaltungswert einiger Medien gesichert. Ein Paparazzi-Foto, auch bei intimen Situationen ist für einige C-Promis eine Chance, um damit ins Rampenlicht zu kommen. Vergessene Stars wie auch Politiker, die unbedingt wieder in den Gazetten erscheinen wollen, buhlen um die Gunst der Paparazzi ähnlich wie beim RTL-Dschungelcamp. Wenn es ungünstig läuft, kann ein Paparazzo-Foto aber eine Karriere abrupt stoppen, bevor sie noch richtig gestartet ist.

Paparazzi am Rande der Legalität


Für den Paparazzo selbst ist es nicht relevant, ob die Veröffentlichung legal oder illegal ist. Ihm geht es nur darum, das Foto meistbietend zu verkaufen. Da die Rechtsprechung international variiert, sind den Vermarktungsmöglichkeiten (fast) keine Grenzen gesetzt. Wenn seriöse Fotografen den Auftrag für eine Promi-Fotos erhalten, halten sie sich dezent im Hintergrund und versuchen mit dem Teleskop zu arbeiten. Einen 100%-igen Schutz gibt es nicht, aber gesundes Misstrauen hat noch niemand geschadet. Wer im Interesse der Öffentlichkeit steht, sollte seine Privatsphäre schützen. Das gilt für soziale Netzwerke, aber auch für den privaten Wohnbereich (hier dienen Hecken, Vorhänge oder Plissees als Sichtschutz).

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