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Unsere HURTIGRUTENREISE

Unsere HURTIGRUTENREISE

Von wize.life-Nutzer -

Unsere HURTIGRUTENREISE

Wir lieben ganz allgemein den Norden mehr als den Süden, wir waren schon einige Male mit dem Wohnmobil in Norwegen.
Als ein Reisebüroprospekt mit den Worten "Die schönste Seereise der Welt - Norwegen und das Nordkap entdecken" ins Haus flatterte, dachten wir, warum nicht auch Norwegen vom Wasser aus entdecken.
Die Hurtigruten-Schiffe verkehren nach einem fixen Zeitplan auf der Strecke von Bergen bis Kirkenes, hier ist der nördliche Endpunkt nach 2465 Kilometern.
Jeden Tag fährt ein Schiff von Bergen weg um 22,30 Uhr und kehrt am 12. Tag wieder nach Bergen zurück, ist also fast 5000 Kilometer unterwegs. Es werden jeweils 34 Häfen angefahren auf der nordgehenden Route und der südgehenden Route. Den übrigen 10 Schiffen begegneten wir jeweils zweimal.
Die Aufenthaltsdauer in den Häfen ist unterschiedlich, oft nur 15 bis 30 Minuten zum Ent- und Beladen, in grösseren Städten bis zu drei Stunden, um die Möglichkeiten zu Busausflügen zu geben. Reichte die Zeit nicht, erfolgte der Zustieg erst beim nächsten oder übernächsten Hafen.
Der Nachteil einer Reise zu dieser Jahreszeit ist wohl, die Zeit, in der es hell ist, ist auf einige Stunden beschränkt, das heisst, die Ausflüge wurden entsprechend der Landezeit in den Häfen auf der nord- oder südgehenden Route angeboten.
Der Vorteil ist, um diese Jahreszeit sind die Preise günstiger und die Auslastung bei unter 50 %.
Unser Schiff, die "Midnatsol" ist das grösste im Jahr 2003 letzterbaute Schiff auf dieser Strecke, 136 m lang, 22 m breit, fasst 1000 Passagiere und hat 644 Betten.
Wir waren rund 250 Personen, die die gesamte Strecke fuhren. Die Norweger benützen diese Schiffe für Teilstrecken, es gibt 45 PKW Plätze.
Norwegen hat eine Fläche von 324.000 Quadratkilometern bei einer Einwohnerzahl von etwas über 5 Millionen Einwohnern. Es gibt sehr viele regionale Flughäfen, 5,5 Millionen Norweger fliegen im Monat, d.h. im Schnitt fliegt jeder einmal pro Monat.
Nach der Hauptstadt Oslo mit 634.000 Einwohnern ist Bergen mit 272.000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt vor Trondheim mit 182.000
Auf dem Deck 8 war sozusagen die Leitzentrale, hier hatten der Schiffsreiseleiter und sein Assistent ihre Schreibtische, waren zuständig für Anfragen, Beschwerden, für die Ausflugsbuchungen, hier lagen täglich die Reiseinformationen des Tages und Stadtpläne der nächsten Orte auf, hier war die Bar, hier waren die Salons. Von hier aus erfolgten alle Durchsagen, von der Landung über etwaige Sehenswürdigkeiten oder die Restaurantöffnung. Hier war auch ein Shop, wo man teure Bekleidungsstücke erwerben konnte. Hier gab es eine Modeschau, spezielle Briefmarken mit entsprechenden Stempeln. Im Konferenzzimmer gab es einige Filmvorführungen. Immer war etwas los.
Diese Reise bleibt unvergesslich. Die wechselnde Landschaft Richtung Norden, beginnend mit den noch breiten Fjorden, den nicht allzuhohen Klippen, die Klippen wurden höher, immer mehr schneebedeckt, die Fjorde kleiner, bis wir im tiefverschneiten Winter bei Kirkenes, nahe der russischen Grenze angelangt waren.
Auf dem Freideck 9 waren nicht nur die Raucher zu finden, hier fanden auch diverse Aktivitäten statt um die Reisenden auf Trab zu halten.
Der Küchenchef erklärte das genaue Filletieren eines Fisches, es wurde getrockneter Fisch verkostet, hier fand bei der Überquerung des nordischen Polarkreises die Taufe mit Eiswürfeln in den Nacken statt. Bei der Überquerung südlichgehend wurden die Passagiere zu einer Überraschung auf Deck 9 gerufen, die darin bestand, jeder bekam vom Kapitän persönlich einen Löffel mit Lebertran in den Mund, den Löffel mit Erinnerungsaufschrift an diese Reise gabs dann als Geschenk.
Als wir von Trondheim abgelegt hatten, landete ein Hubschrauber, es war eine Übung, da dieses Schiff als einziges über einen Hubschrauberplatz verfügte.
Sogar zwei Whirlpools mit zwar warmem Wasser, die aber kaum genützt wurden, gab es am Freideck. Eine Sauna ein Deck darunter, man sass auf der Saunabank, grosse Panoramascheiben, draussen die Wellen und Klippen. Auch nicht alltäglich.
Die Verpflegung ? Nun, die war so, dass man sich bald nach einem kargen Frühstück und Essen daheim sehnte. Es gab nichts, was es nicht gab, beginnend natürlich mit Lachs schon beim Frühstücksbuffet, Mittags ein Buffet, begonnen von diversen Vorspeisen, endend mit Süssigkeiten , von Pudding über Kompotte, Gelees, Eis , Kuchen noch und noch. Am Abend gab es ein dreigängiges Menü, bis auf zwei Tage jeweils Fisch.
Kaffee und Tee gab es nach dem Mittag- und Abendessen gratis - nun bei Weinpreisen von 10 Euro pro Achterl aufwärts, da griff jeder zu.
Ja - die Schiffsreise noch kurz.
Am Tag 1 erreichten wir Bergen, den Ausgangspunkt unserer Reise. Bergen erlebten wir noch nie ohne Regen. Mit dem Bus, der uns vom Flughafen abholte, machte wir noch zu finsterer Tageszeit eine kleine Rundfahrt zum Aussichtspunkt über der Stadt, von da gab es einen schönen Ausblick über das abendliche Bergen. Einschiffung am Abend, um 22,30 Uhr legte das Schiff ab.
Am Tag 2 stand die Besichtigung der kleinen Jugendstilstadt Alesund,mit ca.40.000 EInwohnern auf dem Programm.
Am Tag 3 war die Möglichkeit, die Stadt Trondheim mit ihren Holzbauten und der grössten mittelalterlichen Kirche, dem Nidaros-Dom, kennen zulernen.
Am Tag 4 überquerten wir den nördlichen Polarkreis.
Am Tag 5 waren wir in Tromso, der grössten Stadt Nordnorwegens angelangt, dem Tor zur Arktis. Als ehemaliger Ausgangspunkt für Polarexpeditionen auch "Tor zum Eismeer" genannt. Neben der Stadtrundfahrt wurde auch ein Ausflug zu einer Hundeschlittenfahrt angeboten, mit 169 Euro pro Person nicht gerade billig.
Am Tag 6 wurde der Ausflug zum Nordkap angeboten. Da wir das Nordkap von einer früheren Reise schon kannten, nahmen wir als Alternative den Busausflug in ein ca. 30 km entferntes, sehr kleines Fischerdorf zu Heidi. Heidi erzählte vom Leben hier, von den Fischern und zeigte uns die kleine Fischfabrik des Ortes. Schön zu besichtigen, dort zu wohnen wäre nicht mein Fall. Es ziehen auch die jungen Leute immer mehr weg. Zu essen gibts es täglich Fisch bei Heidi, nur am Sonntag und zu Weihnachten Fleisch. Fisch bekommen alle Einheimischen und auch Gäste gratis, wenn die Fischer heimkehren. Ja - Gäste, es gibt sogar ein kleines Motel hier. Wer sich hierher wohl verirren mag ? Eine Jause in einem weihnachtlich geschmückten Holzhaus bildete den Abschluss. Ja - hier im tiefsten Winter scheint immer Weihnachten zu sein.
Am Tag 7 waren wir am nördlichen Endpunkt, in Kirkenes, dem "Tor nach Osten" angelangt. Der Ort liegt 10 km von der russischen Grenze entfernt. Bei der Rundfahrt kamen wir direkt bis zur russischen Grenze durch eine traumhafte Winterlandschaft bis zu einer Verbotstafel mit einem durchgestrichenen Männchen. Diese Tafel ja nicht zu überschreiten, machte uns schon der Schiffsreiseleiter aufmerksam, denn wir hätten danach eine schlaflose Nacht und er dann Formulare noch und noch auszufüllen.
Am Tag 8 waren wir in Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt. In Tromso, wo das Schiff vor Mitternacht ankam, war die Möglichkeit, ein Mitternachtskonzert in einer ganz modernen Kirche zu besuchen. Klavier/Orgel, Posaune und Gesang, vorgetragen von drei Damen. Es gab sowohl klassische Musik, als auch norwegische Volksmusik.
Am Tag 9 stand eine vierstündige Busfahrt durch die bezaubernde Inselwelt der Vesteralen auf dem Programm, Ausgangspunkt zu den bekannten Lofoten. Der Bus brachte uns zur übernächsten Station unseres Schiffes.
Am Tag 10 überquerten wir wieder den Polarkreis.
Am Tag 11 war wieder die Möglichkkeit für einen Bummel durch Trondheim.
Am Tag 12 erreichten wir um 14,30 Uhr wieder Bergen.

Uns begeisterte die Landschaft Norwegens wieder.
Langweilig war es an Deck der "Midnatsol" wirklich nicht.

PS: Für Interessierte, in meinem Fotoalbum gibt es eine kleine Auswahl an Fotos.

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7 Kommentare

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Ein sehr schöner Bericht, der Lust auf diese Reise macht!
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Diese Reise von Bergen nach Kirkenes und wieder zurück war seit jeher ein Traum für mich und ich habe ihn verwirklicht. Sie zählt zu den schönsten Reisen, die ich je unternommen habe und ich war schon viel unterwegs in den letzten 50 Jahren. Unser Schiff, bewußt ausgesucht, war die kleine romantische Vesteralen. Außer am Tag der Abfahrt in Bergen (Nieselregen) und bei9m Besuch des Geiranger Fjords (leichter Regen, durch den die fünf Schwestern besonders gut "ins Bild" rückten)hatten wir die gesamte Zeit über schönes Wetter und nahezu spiegelglatte See. In Hammerfest überraschten uns 27 Grad Wärme und das Nordkap zeigte sich von seiner schönsten Seite. Alle zeitlich nur möglichen Ausflüge haben wir unternommen und so ein Stück von Land und Leuten kennen gelernt. Diese Reise zur Winterzeit zu unternehmen beschäftigt mich, was aber wegen der kurzen Tage und des winterlichen Wetters durchaus eine längere Überlegung erfordert.
Der Geirangerfjord wird im Winter nicht angefahren.
Den kennen wir nur durch unsere Wohnmobilreisen im Sommer.
Den Nordkapausflug haben wir nicht mitgemacht, das Nordkap kennen wir bereits von einer Busrundreise, hat uns aber nicht überaus beeindruckt, vielleicht wegen der Menschenmassen damals.
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war mit 3 Bridge-Freundinnen unterwegs. Wegen schlechtem Wetter flog nicht nur das Geschirr aus den Küchenregalen und die Gläser durch die Gegend. Wir rutschten von unseren Betten, knallten gegen die Kabinentüren und mußten auf alle Ausflüge verzichten. Lediglich in Bergen konnten wir bummeln.
Nie wieder!
Wir hatten durchwegs ein ruhiges Meer, nur einmal auf der Rückreise war es stürmisch, da konnte ein Hafen nicht angefahren werden.
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ist schon geschehen ,schönen abend allerseits
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Das ist auch noch ein Traum von mir.
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