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Blick von Pregasio Richtung Montebaldo

Spätherbst in Norditalien: Ein Wochenende am Gardasee im November

Von Thomas Bily -

Vor dem Klimawandel hatte ich meine Skier im Gepäck, wenn ich Ende November Richtung Brenner gefahren bin. Heutzutage ist vieles anders. Ende November hat es 14 Grad in München und rein temperturtechnisch hätten wir uns den Weg nach Garda sparen können. Aber es lauern ja noch ein paar andere Annehmlichkeiten am Gardasee. Gerade im November.

Entspannte Anfahrt mit Umwelt-Tempo

Es geht ja schon auf der Autobahn los. Richtiggehend entspannt ist die 3 1/2-stündige Fahrt. Keine Staus, kein Gedränge und eine dezente Reisegeschwindigkeit. Vor einer Woche haben die Österreicher Tempo 100 auf der Inntalautobahn eingeführt: aus Umweltgründen (deswegen auch das IG-L auf den Verkehrsleitzeichen: Immissionsschutzgesetz-Luft). Bestraft wird man als Umweltsünder und nicht als Temposünder, wenn man zu schnell fährt. Die Maximalstrafe liegt bei über 2.000 Euro und wer glaubt, dass die Österreicher das nicht eintreiben, der hat noch nie einen österreichischen Gendarmen erlebt, wenn er sich einen Deutschen rauspickt; vorzugsweise mit Kennzeichen "M". In Italien kann man dann wieder schneller fahren, weil die selten blitzen und am Samstag oder Sonntag schon gar nicht.

Was offen bleibt, ist Italien

Viele Geschäfte, Hotels und Restaurants haben geschlossen im November. Sie erholen sich von der Saison (verständlicher Weise) oder bauen ihr Läden um. Was noch offen hat, dient der Grundversorgung der Landsleute. Mir kommt es so vor, als hätten sie das ganze Tourismusangebot eingemottet und was bleibt, sind die ureigenen italienische Bars, Restaurants und Läden, die während der Saison untergehen in der Masse des touristischen Angebots. Eigentlich liegt es auf der Hand, dass die Restaurants geöffnet bleiben, die von den Einheimischen geschätzt werden.
Das Angebot reicht locker, um ein schönes Wochenende zu erleben. In jedem Ort bekommt man einen Parkplatz und so haben wir uns Torri del Benaco, Malcesine und Limone in der Zeit angeschaut, die man im Sommer braucht, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Den Sonntag haben wir dann auf dem Plateau hinter Tremòsine verbracht. Die Sonne begünstigt diesen Fleck im Winter fast durchgehend. Und dann spürt man den Unterschied zwischen München und Gardasee. Im Schatten ist es gleich frisch (am See vielleicht sogar etwas klamm). Aber sobald die Sonne rauskommt, wird´s richtig schweißtreibend in Pregasio, das ein paar hundert Meter über Campino in vollkommener Ruhe liegt. Und gegenüber ist der Monte Baldo schon stark angezuckert im oberen Teil.

Taucher, Radfahrer und Weihnachtsmarkt

Unten am See ist ein bißchen mehr los. Surfer und Kletterer finden sich auch im November ein. Aber wer hätte auf Taucher gewettet? Oder auf Horden von Rennradfahrern, die sich zwischendurch an der Bar mit Tee aufwärmen? An den Wänden in Torri hängen bunte Geschenke-Päkchen. Die Weihnachtsbeleuchtung ist vorbereitet in den Gassen. Und nächste Woche startet der Christkindlmarkt in Garda. Das hatte ich gar nicht auf dem Zettel. Aber die Buden stehen schon entlang des Ufers und ich kann mir vorstellen, dass der Glühwein als Apertif mit Maroni gar nicht so schlecht schmeckt. Im Dezember öffnen wieder einige Hotels und wer weiß: wenn das mit dem Klimawandel so weitergeht, vielleicht wirds dann mal Zeit für Weihnachten in Limone.

1 Kommentar

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Ich bin ganz bewußt viele Jahre über Ende Oktober/Anfang November zum Gardasee (nach Lazise) gefahren, habe auf der Fahrt dorthin streng nach Planung all die schönen Orte besucht, die man im Sommer meiden sollte, hatte nie Parkplatzprobleme und wurde in Geschäften und Restaurants ausgesprochen höflich und zuvorkommend bedient. In den Museen fand ich mich meist alleine wieder. Auch die Wanderungen im Monte Baldo-Massiv ersparten mir den Anblick von Scharen wanderlustiger Bergfreunde. Es war stets ein Genuß, doch leider hat sich das Wetter in letzter Zeit als sehr instabil erwiesen und, bei Regen ist der Gardasee ähnlich interessant wie der Obinger See...
Aber, man sollte es durchaus wagen, und wenn es dann doch wieder regnen sollte, steigt man in den Zug nach Verona oder weiter nach Venedig, dort hat man die touristischen Sehenswürdigkeiten dann auch fast ganz für sich!
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